Mathias Böttcher: „Präsenz ist gefragt“

Die Schützen traten mit ihren Fahnen und Standarten im Bürgersaal des Bürgerhauses an, während die Reden gehalten wurden. Fotos: A. Wiese
 

Bürgermeister lud zur zweiten Schützenbegrüßung in der Wedemark ein

Bissendorf (awi). „Hier werden Neubürger optimal integriert. Die Türen stehen bei den Schützenvereinen offen. Man muss nur hindurch gehen“, sagte Bürgermeis-ter Tjark Bartels bei der zweiten Schützenbegrüßung in der Wedemark am Sonnabend im Bürgerhaus. Stilecht waren die Abordnungen der Wedemärker Schützenvereine in Uniforum und mit ihren Fahnen und Standarten erst vor, dann im Bürgerhaus angetreten, wo der Elzer Feuerwehrmusikzug für die passende musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte.
Bürgermeister Tjark Bartels ging noch einmal auf die Intention der Schützenbegrüßung ein – da es kein zentrales Gemeindeschützenfest gebe, wolle man auf diese Weise die zahlreichen kleinen Schützenfeste in den Dörfern, die am ersten Maiwochenende in Scherenbostel beginnen, in den Fokus rücken – und bedankte sich bei Jörg Clausing aus der Verwaltung für die Ausrichtung der Schützenbegrüßung mit Musik und kleinem Imbiss.
Für Kreisoberschützenmeister Mathias Böttcher war dieser Empfang eine willkommene Gelegenheit, ein paar grundsätzliche Bemerkungen zum Thema Schützen und Schützenfeste in den Raum zu stellen. „Ich überbringe zur zweiten Schützenbegrüßung im Amtshof Bissendorf die herzlichsten Grüße, damit verbunden sage ich herzlichen Dank der Gemeinde Wedemark für die Ausrichtung“, begrüßte Böttcher die Anwesenden. Sinn sei, die Schützenfestsaison in der Wedemark mit dieser Begrüßung einzuleiten. Hier sollten Kontakte gepflegt beziehungsweise zwischen neuen und altgedienten Vorsitzenden ein Gedankenaustausch stattfinden. Dies sei keine Ausstellung oder Präsentation der Vereine, so etwas müsse – wenn gewollt – in den eigenen Schützenhäusern stattfinden. „Die Bevölkerung soll uns wahrnehmen, damit zu den Fes-ten wieder mehr Besucher kommen“, wünschte sich Böttcher. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dürfe nicht der Schütze mit dem Bierglas in der Hand sein. Die Schützen leisteten einen erheblichen Anteil an sozialer Arbeit für das Allgemeinwohl der Bevölkerung in den Orten. Warum die Besucherzahlen seit Jahren rückläufig seien, erschließe sich ihm nicht, bedauerte Böttcher. Am Geld könne es nicht liegen. „Vielleicht hat sich das ganze Freizeitverhalten der Menschen geändert“, sinnierte der Kreisoberschützenmeister und gab zu bedenken: „Wir müssen natürlich auch unseren Beitrag dazu leisten, das heißt ständige Präsenz auf dem Festplatz in Schützentracht. Es kann nicht sein, das Schützen zum Abendbrot nach Hause gehen und dann nicht wiederkommen oder noch schlimmer in Zivil wieder auf dem Fest erscheinen. Wenn wir nicht selber Flagge zeigen, können wir nicht erwarten, dass man uns besucht, nach dem Motto: Schützenfest – wo sind denn die Schützen?“
Wie auf der letzen Klausurtagung gelernt, bestehe auch die Möglichkeit Kooperationen zu bilden. Wenn der Besucherrückgang sich weiter so negativ entwickele, könne man Überlegungen anstrengen, sich mit anderen Schützenvereinen zusammen zu tun, um ein gemeinsames Schützenfest auszurichten. In gewisser Weise lebten das schon seit langer Zeit die Vereine Meitze und Gailhof vor. Hier helfe man sich gegenseitig. Vereine, die räumlich dicht bei einander lägen wie zum Beispiel Bissendorf und Wennebostel, Brelingen, Negenborn und Abbensen könnten über Kooperationen nachdenken. Für die kommende Schützenfestsaison wünschte Böttcher den Vereinen zufriedene Mitglieder, tausende von Gästen und zufriedene Festwirte. Mit Gesprächen bei Häppchen und kühlen Getränken klang der Vormittag im Bürgerhaus aus.