Mehr als 100 Bürger basteln Kreuze

Bei der Mitmachaktion der Bürgerinitiative wurde am Sonntag fleißig gehämmert und gestrichen. Foto: A. Wiese

Mitmachaktion der BI Brelinger Berg in Negenborn war ein voller Erfolg

Negenborn (r/awi). Auch wenn zurzeit nachvollziehbar andere Schlagzeilen die Medien bestimmen, bei den Mitglieder der Bürgerinitiative Brelinger Berg und den Bewohnern der Dörfer rund um den Berg liegen die Protestaktivitäten gegen die geplante ICE-Trasse durch die Wedemärker Gemarkung nicht auf Eis. Bei bestem Wetter folgten am Sonntag insgesamt etwa 100 Gegner einer möglichen ICE-Trasse durch ihre Gemeinde dem Aufruf der Bürgerinitiativ, um gemeinsam in Negenborn auf dem Hof von Jochen Riediger und Carola Wienhöfer möglichst viele rote Protestkreuze gegen den geplanten Trassenverlauf zu zimmern. Sie finden ihren Platz entweder auf den eigenen Grundstücken oder werden an Interessierte gegen eine Spende abgegeben, die selbstkeine Gelegenheit haben, ein Protestkreuz selbst zu bauen.Ausgestattet mit Dachlatten, roter Farbe und eigenem Werkzeug reisten Jung und Alt zur Mitmachaktion an. Über 100 Protestkreuze zählten die Organisatoren Georg Pfeiffer, Wolfgang Baustian und Jochen Riediger nach drei Stunden intensiver Arbeit. Bei Kaffee und Kuchen informierten die Mitglieder der Bürgerinitiative über das Vorhaben der Deutschen Bahn, möglicherweise eine ICE-Trasse durch die Wedemark, über den Brelinger Berg, durch die große Heide und durch das Bissendorfer Moor bauen zu wollen.
Es kam zu intensiven Gesprächen, bei denen sich viele Besucher der Veranstaltung fassungslos bezüglich der Pläne der Deutschen Bahn zeigten. Wolfgang Baustian wies darauf hin, dass die Ergebnisse des Dialogforums Schiene Nord aus dem Jahr 2015, bei dem Vertreter der Deutschen Bahn, des Landes Niedersachsen, des Bundes, zahlreicher Bürgerinitiativen und Umweltverbände einen Kompromiss für einen Bestandsstreckenausbau zwischen Hannover und Hamburg, die sogenannte „Variante Alpha-E“, erzielten, jetzt offenbar keine Rolle mehr spielen. Georg Pfeiffer ergänzte, dass der Bürgerdialog zur reinen Alibiveranstaltung werde, wenn die Ergebnisse einer solchen Veranstaltung, die seinerzeit als bahnbrechend gefeiert wurden, heute keine Berücksichtigung mehr fänden. „Diese Erkenntnisse motivieren die ,Bergretter‘ nur noch mehr, sich gegen den geplanten Trassenverlauf zur Wehr zu setzen, um die Naturschätze der Wedemark und damit schwerpunktmäßig das Bissendorfer Moor und den Brelinger Berg zu bewahren“, merkte Pfeiffer an. Die roten Kreuze sollen möglichst zahlreich an exponierten Orten in der Gemeinde Wedemark platziert werden, um die Bevölkerung auf die Trassenpläne aufmerksam zu machen. Weitere Kreuze sind in Arbeit. Interessenten können sich unter info@bi-brelinger-berg mit der Bürgerinitiative in Verbindung setzen. Um Spenden für die Kreuze wird gebeten, da die verwendeten Materialien ihren Preis haben. Ausführliche Informationen zum ICE-Trassenverlauf finden Interessierte auf der Homepage der Bürgerinitiative: www.bi-brelinger-berg.de. Die Vertreter der Bürgerinitiative suchen jetzt das Gespräch mit politischen Vertretern und hoffen auf Gehör.