Mehrgenerationen-Essen gegen Einsamkeit

Margarete Keiser (stehend) freut sich über die Teilnahme von Flüchtlingsfamilien am Mehrgenerationen-Essen. Foto: B. Stache
 
Margarete Keiser (rechts) erinnert bei ihrer Ansprache an die Anfänge des Mehrgenerationen-Essens vor zehn Jahren. Foto: B. Stache

Kooperation von Diakonie und DRK ist seit zehn Jahren in Elze erfolgreich

Elze (st). Das Mehrgenerationen-Essen im Gemeindehaus der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Die Idee zu dem besonderen Essensangebot für Bürger jeden Alters hatten Carsten Kiegeland, Stephan Busch und Margarete Keiser vom damaligen Kirchenvorstand sowie die frühere Diakoniebeauftragte Giesela Kaminski. In ihrer Ansprache zum zehnjährigen Jubiläum des Mehrgenerationen-Essens, das gemeinsam von Frauen der Diakonie und des DRK Elze-Bennemühlen organisiert wird, begrüßte Margarete Keiser am Sonnabend den Superintendenten Holger Grünjes, die Ortsbürgermeister Rosemarie Spindler und Jürgen Benk, die leitende Koordinatorin „Ambulanter Hospizdienst Burgwedel – Isernhagen – Wedemark“ Ute Rodehorst sowie Pastor Maik Schwarz. „Zehn Jahre Generationsessen – wir sind stolz darauf, denn am Anfang hat wohl keiner von uns daran geglaubt. Wir sind ziemlich blauäugig an die Aufgabe herangegangen“, rief Margarete Keiser allen noch einmal in Erinnerung. „Wir wollten, dass jeder Mensch sich unser Essen leisten kann. Jedes Generationsessen sollte ein kleines Fest sein. Wie Sie sehen, haben wir es auch geschafft.“ Die ehrenamtlichen Organisatoren des Mehrgenerationen-Essens hatten in den vergangenen zehn Jahren auch oft ein zusätzliches Programm angeboten. So war beispielsweise die Polizei mehrfach zu Gast, unter anderem mit dem Thema „Enkeltrick“. Angela Carld berichtete über ihre Arbeit beim Diakonie-Verband und Ute Rodehorst über die Aufgaben des Ambulanten Hospizdienstes. Krimiautor Christian Oehlschläger war zu einer Dichterlesung nach Elze gekommen – ehrenamtlich, nur für ein gutes Grünkohlessen. „Ein besonderer Mensch hat uns so oft Freude bereitet, wie sonst keiner: Georg Kuske. Herr Kuske hat uns mit seiner Musik und seinen Döntjes oft wie ein Entertainer unterhalten. Dafür ganz herzlichen Dank“, erklärte Margarete Keiser, bevor alle gemeinsam das Danke-Lied anstimmten und Pastor Maik Schwarz das Tischgebet sprach. Margarete Keiser wird nach eigenem Bekunden zum Jahresende ihr Engagement beim Mehrgenerationen-Essen beenden. „Ich benötige meine Kraft für die vielen anderen ehrenamtlichen Aufgaben“, begründete sie ihre Entscheidung. „Diakonie hat für mich immer bedeutet: Dienst am Menschen, unabhängig von Religion oder Herkunft. Ich freue mich, dass sich heute auch neun Erwachsene und 13 Kinder von Flüchtlingsfamilien (aus Afghanistan und Tschetschenien, d. Red.) zum Essen angemeldet haben. Das ist gelebte Inklusion.“ Pastor Maik Schwarz übergab Margarete Keiser zum bevorstehenden Abschied einen kleinen Engel – im November wird sie ein letztes Mal in der Organisation des Mehrgenerationen-Essens eingebunden sein, das alle zwei Monate am jeweils zweiten Sonnabend im Gemeindehaus stattfindet. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab es noch Kaffee und Kuchen sowie Musik von Georg Kuske. Die Gemeinsamkeit beim Mehrgenerationen-Essen von Diakonie und DRK habe auch einen starken sozialen Aspekt, vor allem für alleinlebende, ältere Menschen, ist Margarete Keiser überzeugt: „Einsamkeit ist die größte Armut in unserer Gesellschaft.“