Mehrgenerationen-Essen gut angenommen

Organisatoren des Essens: Meta Korbus, Ulla Hartung, Rosi Lenthe und Eva Jennert, Gisela Kazinski und Ulla Nickoll. Sitzend: Georg und Lilo Kuske, Mariechen Depke, Udo Bauermeister, Brigitte und Bernd Leseberg, Siegfried Jennert, Hanna Süling(nicht im Bild) und Dirk Süling. Foto: E. Rodenbostel
 
Edelgard Hörnicke, von links zusammen mit Lilli Degenhardt und Irene Henstorf beim gemeinsamen Mehrgenerationen - Essen in Elze. Foto: E. Rodenbostel

DRK Elze bietet Möglichkeiten des Miteinander

Elze (er). Samstag, 11. Januar war es wieder soweit. Der DRK Ortsverein Elze-Bennemühlen und die Diakonie riefen zum Mehrgenerationen-Essen ins Dorfgemeinschaftshaus an der Kirche in Elze auf und 41 Anmeldungen waren eingegangen. Die Veranstaltung wird vom Ortsverein etwa fünf Mal im Jahr angeboten. Immer kochen die Mitglieder des DRK und bewirten dann auch die Gäste. Das Essen ist saisonal ausgerichtet. Im Mai gab es schon einmal Spargel oder im Winter einen Braten. Die Veranstaltung beginnt stets mit einem „Danke-Lied“ und einem kleinen Tischgebet, dann wird gemeinsam gegessen und geplaudert.
Nach dem Essen kommt von Georg Kuske und Dirk Süling eine kleine musikalische Einlage, danach kann sich an Kaffee und Kuchen erfreut werden. „Schön an den Zusammenkünften ist, das man nicht allein zu Hause sitzt,“ sagten Hildegard und Günther Meyer aus Sprockhof, die zum ersten Mal dabei waren. Sie wollten auch diesen angebotenen Termin einmal wahrnehmen. Die zahlreichen anderen Aktionen, wie Busfahrten zum Beispiel nach Polen oder ins Elsaß, haben sie bereits mitgemacht und waren begeistert: „So viel würden wir allein nicht sehen oder erfahren. Der Bus ist immer voll, wir sind etwa 40 Personen. Eine tolle Sache!“
Auch die 91jährige Elisabeth Lohse kommt noch mit dem Auto aus Oegenbostel. Nach Stationen in ihrem Leben in Hamburg und Hannover hat es sie wieder in die Wedemark gezogen: „Für das rote Kreuz kann man immer was geben, die tun viel für Bedürftige“, war ihre Meinung, der sich auch Sigrid Ziems anschloss.
„Ein Treffen zum Essen ist eine Möglichkeit in Gemeinschaft zu kommen“, sagt die seit 2009 in Elze lebende Barbara Haufland. Sie ist aus Berlin zu ihrer Tochter gezogen. Schon in der Stadt haben sie einen Schrebergarten bewirtschaftet, die ländliche Gegend gefällt ihr: „Ich habe schnell Kontakt zu Mitmenschen bekommen, da ich zum Sport gegangen bin und Aktionen des DRK wie Kartenspielen oder Fahrten mitgemacht habe.“
Sehr beachtlich sind manche Lebensläufe. Die 90jährige Irene Henstorf ist natürlich mit dem Auto gekommen. Sie hat nach dreijähriger Pflege ihren an Demenz erkrankten Lebensgefährten in ein Heim geben müssen, in dem er noch zwei Jahre gelebt hat. Nun kümmert sie sich um ihre Enkel und zwei Urenkel. „Da bin ich noch gefragt“, erklärt sie stolz und berichtet, dass ihre in Australien lebende Tochter jährlich zu Besuch kommt. „Schrecklich ist es dort zur Zeit mit diesen Temperaturen“, meint sie bedauernd.
Auch Lilli Degenhard ist schon 85 und hat ihren dialysepflichtigen Mann gepflegt. Selbst hat sie im letzten Jahr einen Oberschenkelhalsbruch erlitten, lebt aber noch zu Hause und macht alles allein. „Ich habe vier Enkel, aber da komme ich nicht hinterher“, schmunzelt sie. Bereits seit 47 Jahren ist sie Mitglied beim roten Kreuz. „Früher sind wir ausgegangen und haben mit dem Essen angefangen, das war das Schönste. Heute gehen die jungen Leute erst aus, wenn wir schon nach Hause kommen. Essen ist nicht mehr so wichtig.“
Ein Gast von weiter her hat sich zum gemeinsamen Essen eigestellt. Die 80jährige Edelgard Hörnicke ist im letzten Jahr zu den Kindern nach Garbsen gezogen, sie hat 57 Jahre in Elze gewohnt und genießt die Zeit mit den „alten Bekannten“ und das Miteinander und die Unabhängigkeit durch selbstständiges Autofahren. Das nächste Essen findet am 14. März statt. Anmeldungen nehmen Eva Jennert 582146 und Gisela Kaminski 1806 gern entgegen.