Meitze rettet den Schlauchturm

Die Meitzer lassen, unterstützt vom Ortsrat und von der Verwaltung, in ihren Bemühungen, den Schlauchturm zu retten, nicht locker. Am Wochenende informieren sie auf der Wirtschaftsmesse. Foto: A. Wiese

Nistkastenverkauf heute auf der Messe

Meitze (awi). „Wir haben geahnt, dass es in Meitze eine hohe Motivation geben würde, den Schlauchturm zu retten“, sagte die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf am Mittwoch vor der Presse. Und sie hat Recht behalten. Voller Energie haben sich die örtlichen Vereine, unterstützt vom Ortsrat, für den Erhalt ihres Wahrzeichens im Dorf, stark gemacht und können jetzt mit gutem Gewissen behaupten: „Die Rettung des Meitzer Schlauchturms ist auf gutem Wege.“ Mit einem Infostand auf der Wirtschaftsmesse am Ortsreingang informieren sie heute und morgen über ihre Aktivitäten.
Um weiteres Bargeld zusammenzukriegen, werden die beliebten Nistkästen im Schlauchturm-Outfit vor Ort verkauft beziehungsweise können vorbestellt werden, erklärten am Mittwoch Ortsbürgermeister Jürgen Benk sowie die Meitzer Klaus von der Brelie, Klaus Freund, Frank Langehennig, Renate und Benjamin Drescher. Sie gaben ein sehr erfreuliches Zwischenergebnis der Spendensammlung bekannt und berichteten, dass die Bingo-Umwelt-Stiftung die Fördersumme von 10.000 Euro zugesagt habe. Ortsrat und Feuerwehr hatten einen Spendenaufruf gestartet und freuen sich über die sehr positive Resonanz. Das Zwischenergebnis von 6.500 Euro sei überaus erfreulich. Auch die Zusagen von Sachspenden und Handwerkerleistungen hätten die Erwartungen übertroffen. Die Spendensammlung sei allerdings noch nicht abgeschlossen. Nach wie vor gebe es noch „Bargeld-Bedarf“. Wer möchte, kann gern eine Spende überweisen.
Zweckgebundene Spenden für den Meitzer Schlauchturm sind möglich auf das Konto der Gemeinde Wedemark, Nummer 1070 273 543, BLZ 250 591 80, Verwendungszweck „Spende für Schlauchturm Meitze“ bei der Sparkasse Hannover überweisen. Über Einzelheiten der Rettungsaktion, die gemeinsam von der Meitzer Feuerwehr, dem Meitzer Schützenverein, dem Ortsrat und engagierten Bürgern getragen wird, informiert ein kleiner Sonderstand an diesem Wochenende auf der Wirtschaftsmesse Wedemark in Meitze. Dort werden auch Schlauchtürme im Miniaturformat angeboten, die sich seit diesem Frühjahr als Nistkästen für heimische Vogelarten bestens bewähren. Nach dem aktuellen Stand der Planung soll der marode Schlauchturm im August saniert werden. Dazu wird er zunächst in seine Einzelteile zerlegt. Anschließend werden die von Holzwürmern geschädigten Stücke fachmännisch ersetzt. Der Wiederaufbau soll so erfolgen, dass der bestehende Denkmalschutz erhalten bleibt. Die Gesamtkosten für die Aktion zur Rettung des ortsbildprägenden Gebäudes werden auf etwa 45.000 Euro geschätzt. Davon trägt die Gemeinde Wedemark bis zu 20.000 Euro. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat mit Schreiben vom 13. Mai mitgeteilt, dass sie sich mit einem Festbetrag von 10.000 Euro an der Sanierung des Feuerwehrschlauchturmes in Meitze beteiligen möchte. In der schriftlichen Begründung heißt es: „Feuerwehrgeschichte und ökologisch wertvolle Nisthilfe für Vögel und Fledermäuse, das verbindet der Schlauchturm in Meitze miteinander. Damit der 13,5 Meter hohe Turm denkmalgerecht saniert werden kann, soll mindestens die Hälfte der Althölzer verwendet werden, die vor 113 Jahren für den Bau verarbeitet wurden. Die Bingo-Umweltstiftung fördert das Vorhaben mit 10.000 Euro, denn der Turm prägt das Ortsbild und dient zugleich dem Naturschutz. Im sanierten Turm will die Freiwillige Feuerwehr Meitze historische Feuerwehr-Gerätschaften präsentieren.“ Bekanntlich fördert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo- Umweltlotterie. Weitere Informationen gibt es auch unter www.bingo-umweltstiftung.de.
Seit mehr als 80 Jahren prägt das schlichte, aber markante Bauwerk das Bild von Meitze. In einer vorbildlichen Gemeinschaftsaktion ist er 1930 von der kurz zuvor gegründeten Feuerwehr errichtet worden und bewährte sich jahrzehntelang als Einrichtung zum Trocknen der Feuerwehrschläuche. Inzwischen ist das Gebäude jedoch akut einsturzgefährdet, Um es vor dem Abriss zu bewahren haben Feuerwehr, Schützen, Ortsrat und engagierte Bürger eine einzigartige Rettungsaktion gestartet, um das Meitzer Wahrzeichen als Baudenkmal zu erhalten. Weitere Infos für alle Interessierten gibt es am Stand auf der Wirtschaftsmesse heute und morgen.