Mertens möchte nicht mehr

Nun müssen es die Gewerbetreibenden richten: Rudi Ringe (v.l.), Dietmar Reddig, Michael Mertens, Susanne Brakelmann und Sven Sobanski widersprechen Bürgermeister Tjark Bartels und hoffen auf die Initiative der Kaufleute. Foto: S. Birkner

MIT und CDU widersprechen Bartels

Berkhof (sb). Die Posse um den Messeverein geht weiter. Nachdem zunächst seine Gründung, dann deren Rücknahme bekannt geworden war, überschlagen sich nun die Stimmen aus der Politik. In der vergangenen Woche hatte Gemeindebürgermeister Tjark Bartels öffentlich sein Unverständnis für die Nichtgründung des Messervereins geäußert und auf eine Lösung gepocht. Jetzt melden sich CDU-Ratsfraktion und CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) zu Wort.
Wie Fraktionsführer Sven Sobanski bei einem Pressetermin klarstellte, habe die CDU entgegen Bürgermeister Bartels' Darstellung kein politisches Kontrollgremium für den Messeverein gefordert. In einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses war es zu heftigen Auseinandersetzungen über die Beteiligungsform der Gemeinde am Messeverein gekommen. Daraufhin bat Susanne Brakelmann als Ausschussvorsitzende lediglich um eine Klärung der Frage, ob es ein solches Gremium notwendig sei. Dass, wie Bartels mitteilte, auf „Anregung aus der CDU ein politisches Kontrollgremium“ installiert werden solle, wies Sobanski mit Verweis auf den Fragecharakter des Gesagten zurück. Hintergrund sind die Bedenken der CDU, eine feste Einflussmöglichkeit der Gemeinde auf den Messeverein erfordere eine institutionelle Überwachung.
Im Endeffekt ist es egal, wer nun für die Streitigkeiten verantwortlich ist. Die Durchführung des Bauern- und Gewerbemarkts im Jahr 2013 ist jedenfalls in weite Ferne gerückt. Michael Mertens und Dietmar Reddig reicht es nun endgültig: Sie werfen die Flinte ins Korn. Für die beiden bisherigen Hauptorganisatoren seien in derart kurzer Zeit „viel zu viele Probleme und Streitigkeiten“ aufgetreten, um an ihrer Beteiligung am Messeverein festhalten zu können. Die Diskussionen seien „unerträglich“ gewesen. „Wir lassen die Sache auf sich beruhen“, sagten Mertens und Reddig am vergangenen Mittwoch.
Die beiden CDU-Mittelständler hoffen nun auf die Initiative seitens der einzelnen Gewerbevereine und ihrer Mitglieder. „Der Zusammenhalt zwischen den einzelnen Wedemärker Interessengemeinschaften ist allerdings nicht gut“, beklagten sie. Niemand wolle die Hauptverantwortung übernehmen, was aus mittelständischer Perspektive sehr bedauerlich sei. Reddig und Mertens bekräftigten, mögliche Neuorganisatoren „nicht ins kalte Wasser schmeißen“ zu wollen, sondern ihnen beratend zur Seite zu stehen.
Eine professionelle Agentur mit der Organisation der Gewerbeschau zu beauftragen, lehnten CDU-Fraktion und MIT nicht nur aus Kostengründen mit Entschiedenheit ab. „Der Erfolg der Messe lag in der Organisation durch die Gewerbetreibenden selbst. Andernfalls fehlt der Veranstaltung die Seele“, begründete Mertens diesen Standpunkt.
Einen Messeverein mit Beteiligung der bisherigen Organisatoren wird es demnach mit Sicherheit nicht geben. Wer oder was jetzt anstelle des bisherigen Planungsteams treten wird, ist völlig offen. Sobanski brachte die neuen Notwendigkeiten mit einem Satz auf den Punkt: „Der Ball liegt jetzt bei den Gewerbetreibenden.“