Messer oder Markendosenöffner?

Jahresbericht des Gemeindebrandmeisters im Rat

Wedemark (awi). „Sie haben 30 Sekunden Zeit, um eine Dose Leberwurst zu öffnen? Sie sollen die Aufgabe möglichst schnell erledigen und sich selbst dabei nicht gefährden. Welchen Dosenöffner nehmen Sie?“, fragte Gemeindebrandmeister Dr. Maik Plischke im Rahmen seines Jahresberichtes den Ratsvorsitzenden Heiner Peterburs und ist nicht überrascht, als der auf das Luxusmodell von Dosenöffner zeigt, der neben einem Taschenmesser und herkömmlichen Dosenöffnern auf der Leinwand zu sehen ist. „Sehen Sie“, so Plischke, „so ist das bei der Feuerwehr auch. Sie, der Rat, entscheiden, wie schnell die Feuerwehr vor Ort sein muss und mit welchem Material sie arbeitet. Wir machen ihnen die Dose im übertragenen Sinne auch mit dem Taschenmesser auf, wir wissen, dass wir nicht immer ,Tupper‘ bekommen können. Die Feuerwehr wünscht sich nichts. Sie hat nur das Ziel im Focus.“ Und dieses Ziel lautet, den Verletzten so schnell wie möglich aus dem Autowrack zu bergen und die eigenen Kräfte dabei möglichst nicht zu gefährden. Zuvor hatte Plischke die Ziele für 2015 formuliert: Den Feuerwehrbedarfsplan fix machen, die Standardisierung für die laufende Ausbildung abschließen, die erweiterte persönliche Schutzausrüstung vereinheitlichen und die digitale Alarmierung überarbeiten. Er stelle sich die stufenweise Neubeschaffung moderner Technik vor, so Plischke: Piepser, die dem Einsatzleiter zurück melden, ob die alarmierte Feuerwehrkraft auch tatsächlich kommt. Der Einsatzleiter könne anhand dieser Daten dann entscheiden, ob und wen er nachalarmieren muss. Die Ratspolitiker seien jetzt gefordert, sich Gedanken für die Schutzziele aus ihrer Sicht zu machen. Ein weiterer Punkt im Jahresbericht: die Fahrzeugstrategie. Mit einem für den Laien doch etwas schwierig nachzuvollziehenden Hin- und Hertauschen der Fahrzeuge unter der Schwerpunktfeuerwehr Mellendorf und der Stützpunktfeuerwehren Bissendorf, Elze und Resse unter Einbeziehung der anderen elf Feuerwehren mit Grundausstattung kommt Plischke für die nächsten zwölf Jahre auf ein Einsparpotential von bis zu 350.000 Euro. Dennoch sei die Einsatzfähigkeit jeder Wehr optimal gewährleistet. Zur Zeit verfügt Mellendorf über ein TLF, ein LF 16, einen Rüstwagen 2 und ein LF 16 TS. Im nächsten Jahr soll das „neue“ Fahrzeug aus Großburgwedel im Mellendorfer Gerätehaus Einzug halten. In Bissendorf gibt es zur Zeit einen Rüstwagen 1, das Gefahrgutfahrzeug und ein LF 8, in Elze ein LF 16. Mit Plischkes Fahrzeugstrategie hat Mellendorf spätestens 2022 ein HLF 20/20 zur Brandbekämpfung, n HLF 20/20 für Technische Hilfeleistungen und ein LF Katastrophenschutz im Gerätehaus stehen, Bissendorf dafür das TLF Mellendorf und ein HLF und Elze ebenfalls ein HLF.