Millionenschaden bei nächtlichem Feuer

Die Polizei ist sich sicher: Das Wohnmobil wurde in Brand gesetzt. Fotos: A. Wiese
 
Von dem Wohnmobil griffen die Flammen auf die Halle über, in der auch mehrere Fahrzeuge ausbrannten.

Polizei ermittelt wegen vorsätzlicher Brandstiftung

Bissendorf (awi). Eine Lagerhalle ist in der Nacht zum Pfingstmontag durch ein
Feuer zerstört worden. Drei Personen konnten unverletzt durch die Feuerwehr aus
einer angrenzenden Einliegerwohnung gerettet werden. Die Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes gehen nach ihren Untersuchungen vor Ort am Dienstag von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus und schätzen den Schaden auf mindestens 2,5 Millionen Euro. Und diesmal hieß es auf Nachfrage des ECHO nach einem Zusammenhang mit den Schadensfeuern und Brandstiftungen der letzten Monte im Gewerbegebiet Bissendorf auch nicht nur „Wir prüfen", sondern Polizeipressesprecherin Heike de Boer bestätigte definitiv, dass die Polizei nach einem Brandstifter sucht, dem mehrere Taten im Bissendorfer Gewerbegebiet seit Herbst letzten Jahres zugerechnet werden. Die Polizei sucht dringend Zeugen, die in der Nacht zu Pfingstmontag, aber auch schon vorher, verdächtige Beobachtungen im Industriegebiet im Südwesten von Bissendorf, insbesondere im Bereich Zöllners Garten, gemacht haben. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Telefonnummer (05 11) 109-55 55 entgegen.
Beim jüngsten Ereignis hätten durchaus auch Menschen zu Schaden kommen können. Bisherigen Ermittlungen zufolge ist direkt vor der Halle zweier Firmen für Autoaufbereitung an der Straße Zöllners Garten gegen 1.50 Uhr ein Wohnmobil in Brand gesetzt worden. Dieses
war unmittelbar neben der Industriehalle abgestellt, auf welche sich das Feuer ausbreitete. Aus einer im hinteren Bereich gelegenen bereits verrauchten Wohnung
konnten drei Personen, darunter ein siebenjähriges Kind und sein Vater (62),
gerettet werden. Verletzt wurde jedoch niemand. In der Halle befanden sich
zum Zeitpunkt des Brandes mehrere Personenkraftwagen, die ebenfalls vollständig
ausgebrannt sind.
Feuerwehrsprecher Jens Kahlmeyer berichtete, dass die Feuerwehrkräfte beim Eintreffen am Brandort wenige Minuten nach der Alarmierung ein unmittelbar an der Industriehalle geparktes brennendes Wohnmobil vorgefunden hätten, von dem das Feuer bereits auf das Gebäude übergriffen hatte. Außerdem wären sie auf zwei erwachsene Bewohner einer im Gebäude befindlichen Einliegerwohnung getroffen. Die Feuerwehrleute retteten nun zunächst unter Atemschutz einen siebenjährigen Jungen aus der verrauchten Wohnung. Die drei Personen seien dem Rettungsdienst übergeben worden und konnten nach einer Untersuchung vor Ort wieder entlassen werden. Im Verlauf der Rettungsaktion hatte sich das Feuer in der Halle so weit ausgebreitet, dass zusätzlich zur Ortsfeuerwehr Bissendorf weitere Kräfte alarmiert werden mussten. Der massive Brand der Halle wurde dann unter der Leitung des ehemaligen Bissendorfer Ortsbrandmeisters Christian Renders durch die Wehren aus Bissendorf, Wennebostel und Mellendorf bekämpft. Zusätzlich wurde die Feuerwehr Langenhagen alarmiert, die mit einer zweiten Drehleiter die Wedemärker Kräfte unterstützte. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr Elze als Atemschutzreserve brauchte nicht mehr tätig zu werden. Gegen 3.40 Uhr konnte „Feuer unter Kontrolle“, um 5 Uhr morgens „Feuer aus“ gemeldet werden, 40 Minuten später wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben.
Im Einsatz waren insgesamt 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr mit 15 Fahrzeugen.