Mit Gauß zurück ins 19. Jahrhundert

Vor dem Findlingsstapel am Geo-Erlebnispfad treffen der eigensinnige Professor Carl Friedrich Gauß (Rainer Künnecke) und der aufgeregte Student Johannes Buchendorff (Kerstin Athen) erstmals aufeinander. Foto: S. Birkner

Führung mit neuem Konzept am Geologischen Pfad

Oegenbostel (sb). Welche Geräte helfen bei der Landvermessung? Und wieso ist diese überhaupt nötig? Welche Gesteinstypen gibt es um den Brelinger Berg und wie kamen sie dorthin? Antworten auf Fragen wie diese gibt es bei einer neuen Führung auf dem Geo-Erlebnispfad zwischen Oegenbostel und Brelingen. Dabei präsentieren Kerstin Athen und Rainer Künnecke ein ganz neues Konzept: In Form lebendiger szenischer Darstellungen vermitteln die beiden Schauspieler ihrem Publikum quasi nebenbei Wissenswertes zu den Themen Geologie und Mathematik.
Dabei schlüpfen sie in zwei Rollen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Athen verkörpert den fiktiven jungen Studenten Johannes Buchendorff, während Künnecke in eine historische Rolle schlüpft: In die des Carl Friedrich Gauß, der als Landvermesser in die Geschichte einging und im 19. Jahrhundert tatsächlich Forschungen auf dem Gebiet der heutigen Wedemark anstellte. Buchdorff ist aufgeregt: Er springt für seinen faulen Bruder, der an der Universität Göttingen studiert, ein und steht nun vor der Geologieprüfung. Weil der Stammprofessor erkrankt ist, soll der grantige Gauß die Prüfung abnehmen. Dieser ist damit allerdings überhaupt nicht einverstanden – er möchte sich weiter der Vermessung der Welt widmen. So ergibt sich das Zusammentreffern zweier Wissenschaften, die wenig miteinander zu tun haben: Die Mathematik der Landvermessung und die Geologie. Im Verlauf des eineinhalbstündigen Rundgangs passieren die beiden Schauspieler mit ihren Gruppen neben dem Findlingsstapel auch die Höhe 92, die Gauß im Jahr 1828 tatsächlich als solche bestimmte. Die ersten Führungen, die übrigens den Titel „Mit Friedrich Gauß am Brelinger Berg“ tragen, sollen am Sonntag, 2. Oktober, und Sonntag, 16. Oktober, jeweils um 14:30 Uhr stattfinden. Treffpunkt ist dabei der Friedhof in Oegenbostel. Der Preis für die Darstellung beträgt für Erwachsene fünf und für Kinder ab 13 Jahren zwei Euro. Wie Athen und Künnecke anmerkten, sei die Führung auch für Schulklassen geeignet, die sich in den Fächern Erdkunde oder Geschichte derzeit mit Gauß befassen.