„Moore sind eminent wichtig"

Jörn Albes aus Bissendorf beim Wassertreten im Moor. Foto: Reiner Fischer,

SPD-Fraktion besucht den Moorerlebnispfad in Resse

Resse. Der Moorerlebnispfad ist jüngster Zeit häufig aufgesuchtes Naherholungsgebiet mit hohem Informationswert. An diesem Ort wird deutlich, dass die Moore für die Verbesserung des Klimageschehens ein eminent wichtiger Faktor sind. Für die SPD Wedemark verknüpfen sich hier Naherholung und Umwelterfahrung aufs Trefflichste. Die Bedeutung der Moore unter Klimaaspekten kann hier erfahren werden.
Der Moorerlebnispfad befindet sich am Rande des Otterhagener Moores, dies ist das flächenmäßig größte der vier Moore rund um Resse, die den Kern der Hannoverschen Moorgeest bilden. Weiter gehören dazu das Schwarze Moor, das Helstorfer Moor und das Bissendorfer Moor.
Mit dem 2019 fertiggestellten Ausbau des Moorerlebnispfades folgte die Region Hannover dem Vorschlag des Vereins „Bürger für Resse“, welcher das Moorinformationszentrum seit dessen Eröffnung am 3. September 2011 mit ehrenamtlicher Arbeit betreibt, also in wenigen Tagen seit genau zehn Jahren.
Zielsetzung beider Einrichtungen ist es, über die Entstehung der Moore und ihre Bedeutung für den Arten- und Klimaschutz zu informieren. Moore bieten einzigartige Lebensbedingungen für Tiere und Planzen, die nur in dieser besonderen Umgebung existieren können. Außerdem sind lebende, also noch wachsende Moore sehr wirksame Kohlenstoffsenken. Weltweit entziehen lebende Moor der Atmosphäre jährlich 150 bis 250 Millionen Tonne CO 2. Das von den Pflanzen während ihres Wachstums aufgenommene Kohlestoffdioxid wird auch nach dem Absterben der Pflanzen in den Torfschichten der Moore festgelegt. In Laufe von 1.000 Jahren entsteht so eine einen Meter starke Torfschicht, pro Jahr also ein Millimeter. Das Otternhagener Moor weist Torfmächigkeiten von bis zu vier Metern auf, was also einer Entstehungsgeschichte von viertausend Jahren entspricht. Beim Bissendorfer Moor sind es sogar bis zu 5,50 Meter.
Damit haben sich die weltweit noch vorhandenen Moore über die Jahrtausende zu einem gewaltigen Kohlenstoffspeicher entwickelt. Obwohl nur noch rund drei Prozent der Landfläche unseres Planeten von Mooren bedeckt sind, ist darin etwa doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert, wie in allen Wäldern der Erde zusammen, die eine mehr als zehn mal so große Fläche bedecken. Werden Moore entwässert, zerfällt der Torf und der gespeicherte Kohlenstoff entweicht in die Erdatmosphäre. Die fatalen Folgen einer zunehmenden CO-2-Konzentration in der Atmosphäre werden letzter Zeit erschreckend deutlich sichtbar. Daher ist der Schutz und der Erhalt der Moorgebiete unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Aus diesem Grund begann im Jahr 2012 unter Federführung des Landes Niedersachsen das „Life+ Projekt Hannoversche Moorgeest“, das unter Einsatz erheblicher Mittel der Europäischen Union die Wiederherstellung möglichst naturnaher Bedingungen in den Mooren herbeiführen soll. Hierzu sollen Entwässerungsgräben zurückgebaut werden, die frühere Generationen angelegt haben, um Torf abbauen zu können. Diese Gräben nehmen den Mooren zu einem erheblichen Teil die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Dieses Wasser fehlt dann in den Sommermonaten, und das natürlich umso dringender, je heißer und trockener die Sommer ausfallen. Als weitere Maßnahme des Moorerhalts soll mit der Anlage leichter Verwallungen auf den Moorflächen der Abfluss von Regenwasser aus den Mooren heraus verringert werden. Bedauerlicherweise ist das Life+ Projekt, das eigentlich bis zum August 2023 abgeschlossen sein sollte, deutlich hinter seinem Zeitplan zurück. Dies geht auf eine Reihe von Klagen zurück, die durch einzelne Grundeigentümer gegen die Planfeststellungsbeschlüsse erhoben wurden. Wie vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ( NLWKN ) zu erfahren ist, sollen nun in diesem Herbst erste Baumaßnahmen beginnen. Die extrem Trockenen und heißen Sommer der letzten Jahre konnten durch den diesjährigen etwas feuchteren Sommer nicht ausgeglichen werden. Die Trockenheit der vergangenen Jahre und der
schleppend anlaufende Rückbau der Entwässerungsgräben lassen die seit Jahren zunehmenden Probleme für die Diversität der Flora und Fauna in den Mooren andauern. Für die SPD Wedemark ist der Schutz unserer Moore ein unabdingbares Anliegen und eine wichtige Aufgabe, denn das Ziel bis 2030 CO2neutral zu werden, hängt auch maßgeblich davon ab, wie es uns gelingt, die Moore zu erhalten und ihren Vernässungsgrad zu heben.
Der überfällige Beginn der Vernässungsmaßnahmen ist daher sehr zu begrüßen. Die SPD wird sich weiter dafür einsetzen. Schutz und Erhalt der Moore sind ein wichtiger Teil der Maßnahmen, die notwendig sind, um die globale Erwärmung abzubremsen. Um sich der Verantwortung für die Lebensumstände kommender Generationen nicht zu entziehen, müsse man auf diesem Gebiet energischer Vorgehen, als es leider bisher der Fall gewesen sei.