MOORiZ in Resse feierlich eröffnet

Zerschneiden zur Eröffnung des MOORiZ das aus Moorheide geflochtene Band: Hauke Jagau (v. r.), Tjark Bartels, Jochen Pardey und Roger Ahrens.
 
Die Resser Grundschule gestaltete die Eröffnungsfeier mit.

1200 Besucher informierten sich zwei Tage lang über Moor und mehr

Resse (st). „Alles, was wir über das Moor noch nicht wussten, werden wir jetzt lernen“. Mit diesen Worten begrüßte Roger Ahrens, Architekt des Moorinformationszentrums (MOORiZ) in Resse, die Offiziellen und zahlreichen Gäste anlässlich der Eröffnung des Zentrums am Samstag, 3. September. Zugleich dankte Ahrens der Region Hannover als Bauherr, dem Team der Gemeinde Wedemark um Bürgermeister Tjark Bartels sowie den beteiligten Baufirmen, die überwiegend aus der Region stammen, für die Verwirklichung des MOORiZ.
Die gute Zusammenarbeit zwischen den bauausführenden Firmen und den Verantwortlichen vor Ort lobte auch Regionspräsident Hauke Jagau: „In der Wedemark klappt das offensichtlich sehr gut. Wir haben hier ein Projekt entwickelt, das seinesgleichen sucht.“ Mit Blick in die Zukunft des Informationszentrums erklärte Jagau: „Mit den Mooren um Resse haben wir ein phantastisches ökologisches System, das es wert ist, unseren Gästen zu zeigen.“ Dass an dem neuen Moorinformationszentrum großes Interesse besteht, bewiesen am Wochenende die über 1200 Besucher. Der Verein „Bürger für Resse“ hatte mit seinen ehrenamtlichen Mitgliedern alle Hände voll zu tun. Vorsitzender Jochen Pardey wird zukünftig das MOORiZ mit seinen fleißigen Helfern betreiben. „Wir stellen uns der Verantwortung für kommende Generationen mit der Präsentation des Themas Moor. Diese Einrichtung stellt eine große Aufwertung für unseren Ort dar“, so Pardey. Bürgermeister Bartels bestätigte: „Ohne Sie, Bürger für Resse, hätten wir das MOORiZ nicht hierher bekommen. Sie haben ein gutes Betriebskonzept vorgelegt, mit viel ehrenamtlichem Engagement, und das Projekt von Beginn an begleitet.“ Für die Dauerausstellung über die Entstehung sowie die Fauna und Flora der Moore um Resse haben Dr. Heike Niechoj und Renate Pfeifer von der Firma Kessler & Co GmbH aus Mühlheim/Ruhr das inhaltliche und gestalterische Konzept entwickelt, einschließlich der Produktion aller Ausstellungsobjekte, der Medien und Einrichtung. „Es war ein spannender Weg bis zur Fertigstellung der Ausstellung. Wir haben wieder viel dazugelernt, zum Beispiel über regionale Besonderheiten, und sehr viel Unterstützung von Menschen aus der Region erhalten“, erklärten Dr. Niechoj und Pfeifer, deren Firma deutschlandweit auch für Nationalparks tätig ist. Die feierliche Eröffnung des MOORiZ wurde vom Fanfarenzug Resse sowie dem Jagdhornbläserkorps des Hegerings Wedemark umrahmt. Eine besonders fröhliche Einlage boten die Kinder der vierten Grundschulklasse aus Resse. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Rosi Behrens hatten sie – passend zur Thematik Moor – drei Hexengedichte eingeübt und mit ihrem Musiklehrer und Schulleiter Werner Behrens auch das Lied „Die alte Moorhexe“ mit
Orffinstrumenten, Xylophonen und Glockenspielen vorgetragen. Am Rahmenprogramm waren auch die Resser Heidehoppers, die Turnabteilung des SV Resse und die jugendliche Rockgruppe „Necessary“ beteiligt. Resser Vereine und Organisationen, der Arbeitskreis Paläontologie Hannover und verschiedene Umweltverbände präsentierten sich mit Ständen vor dem MOORiZ. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit und nahmen an den zahlreichen Exkursionen teil, die vom Verein Bürger für Resse organisiert wurden. So starteten beispielsweise am Samstagnachmittag die Gästeführerinnen Lisel Köthe und Jutta Magnus mit 20 fahrrad- und naturbegeisterten Radlern zum Bissendorfer Moor. Das Otternhagener Moor war am Sonntag Ziel der Führung mit Dr. Eberhard Gärtner von der Faunistischen Arbeitsgemeinschaft Moore. Insgesamt 80 Teilnehmer zogen mit ihm ins Moor und lauschten interessiert seinen fachkundigen Erläuterungen über die vier seltenen Schmetterlingsarten, unterschiedliche Heidepflanzen und Tierarten wie Moorfrosch, Kranich, Uhu und Ringelnatter. „Seltene Pflanzen sind hier im Otternhagener Moor Massenware“, begeisterte sich Dr. Gärtner, der auch die geschichtliche Entwicklung des Torfstechens äußerst anschaulich erläuterte. Nach der gelungenen Eröffnung des Resser Moorinformationszentrums hoffen die Verantwortlichen auch weiterhin auf regen Zuspruch. Der Grundstein hierzu ist mit dem MOORiZ gelegt, wie auch Ludwig Uphues vom Aktionskreis Hannoversche Moorgeest in seiner Ansprache betonte: „Sie haben die Weitsicht besessen, bei all der Konkurrenz und den Begehrlichkeiten, die es auch um die Konjunkturmittel gab, der Umweltbildung und Umweltinformation um unsere letzten Moore den nötigen Stellenwert zu geben. Es ist auch eine Entscheidung für kommende Generationen, denen wir verpflichtet sind, die letzten noch halbwegs intakten Hochmoore Niedersachsens in einem Zustand zu übergeben, in dem sie die Chance haben, zu überleben.“ Das MOORiZ in Resse, Altes Dorf 1b, hat Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Während der Öffnungszeiten ist das Informationszentrum unter Telefon (0 51 31) 4 79 97 44, per Fax (0 51 31) 4 79 97 46, zu erreichen. Im Internet ist das MOORiZ unter www.mooriz.de präsent.