Motto lautet: „Nachbarn helfen“

Mit Jugendlichen und anderen Freiwilligen, die nicht zur Risikogruppe gehören, aus ihren Kirchengemeinden beziehungsweise der Freiwilligenagentur haben sie den Einkaufsdienst auf die Beine gestellt: Pastor Maik Schwarz aus Elze (von links), Pastorin Debora Becker aus Brelingen, Pastorin Wibke Lonkwitz aus Bissendorf, Ann-Kathrin Kracke von der Freiwilligenagentur und Pastor Thorsten Buck aus Bissendorf. Foto: A. Wiese

Kirchengemeinden und Freiwilligenagentur koordinieren Einkaufsdienste

Wedemark (awi). Viele Menschen haben sich in den letzten Tagen bereits präventiv mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs eingedeckt, für den Fall, dass sie unter Quarantäne gestellt werden oder selbst entscheiden ihre Wohnung erst einmal nicht mehr verlassen zu wollen. Doch gerade älteren Menschen war das gar nicht möglich, weil sie die Lage noch nicht so dramatisch eingeschätzt haben, weil die Kraft für einen Großeinkauf fehlte, vielleicht auch das Geld und weil es selbst wenn man vorgesorgt hat, doch immer wieder vorkommt, dass etwas Wichtiges fehlt, frisches Brot, Hygieneartikel oder Medikamente. Die eigenen Kinder wohnen nicht im Dorf oder man hat gar keine, der Freundeskreis ist ebenfalls nicht in der Nähe oder vollauf mit sich selbst beschäftigt. Da tut Hilfe von Nachbarn not.
Evangelische Kirchengemeinden und die Freiwilligenagentur in der Wedemark rufen angesichts der Situation rund um die Ausbreitung des Coronavirus COVID-19 zur Nachbarschaftshilfe auf. „Schauen Sie nach Ihren Nachbarn, insbesondere nach älteren Personen und denen, die zur Risikogruppe gehören“, betonen Daniel Diedrich von der Freiwilligenagentur und Pastor Thorsten Buck.
Direkte Hilfe für Betroffene soll durch die Initiative „Nachbarn helfen“ vermittelt werden. Mit Einkaufsdiensten und Apothekengängen soll Menschen, die wegen der Vorsichtsmaßnahmen rund um den Coronavirus ihre Wohnungen nicht mehr verlassen können, geholfen werden. „Wer zur Risikogruppe gehört oder wegen einer Vorerkrankung belastet ist, sollte sich momentan keinen zusätzlichen Risiken aussetzen“, beschreibt Sabine Vens-Cappell aus Elze den Grund für die Initiative. Bei einer Telefonkonferenz der Pas-toren und Pastorinnen wurde daher nicht nur über die Konsequenzen der Coronavirus-Pandemie für die geplanten Gottesdienste der Kirchengemeinden beraten, sondern auch überlegt, welchen positiven Beitrag die Gemeinden in dieser Situation leisten können.
Das Angebot ist untereinander abgestimmt und wird an den Orten in jeweils eigener Verantwortung durchgeführt. Bei einer ers-ten Anfrage im Internet und unter den Ehrenamtlichen der Kirchengemeinden meldeten sich zahlreiche Wedemärker, die bereit wären, sich für diese spontane Aktion einzusetzen. Auch weitere Helferinnen und Helfer können sich bei den angegebenen Telefonnummern melden. Doch für die erste Welle ihrer Nachbarn helfen Nachbarn-Einkaufsaktion sind die Kirchengemeinden in den Ortsteilen der Wedemark bereits gut aufgestellt. Vor allem Jugendlche haben sie für die gute Sache gewinnen können, um ihren Mitmenschen zu helfen. In Mellendorf werden die Kirchen von der Freiwilligenagentur unterstützt, weil die St.Georg-Kirchengemeinde durch den Brand ihres Gemeindehauses bereits reichlich gebeutet ist.
Wer für Einkäufe, Apothekengänge und Besorgungen des notwendigen persönlichen Bedarfs diesen Dienst in Anspruch nehmen möchte, wendet sich bitte an die Verantwortlichen vor Ort. Dort wird die „Einkaufsliste“ aufgenommen, Freiwillige erledigen dann den Einkauf. Bargeld für den Einkauf kann den ehrenamtlichen Helfern vorab mitgegeben werden oder es wird vorgestreckt und hinterher abgerechnet. Das muss im Einzelfall besprochen werden. Der Service selbst ist kostenfrei. Nach telefonischem Kontakt werden die Einkäufe dann nach Hause geliefert. Dies kann auch ohne persönlichen Kontakt an der Haustür geschehen – genauere Erklärungen dazu gibt es telefonisch.
So sind die Verantwortlichen zu erreichen: Brelingen und Umgebung: Kirchengemeinde St. Martini, Telefon (0 51 30) 58 41 75. Bissendorf und Umgebung: Kirchengemeinde St. Michaelis, Telefon (0 51 30) 87 70. Elze und Umgebung: Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen, Telefon (0 51 30) 29 22. Mellendorf und Umgebung: Freiwilligenagentur Wedemark, Telefon (0 51 30) 9 74 45 11. Resse und Umgebung: Kirchengemeinde Kapernaum, Telefon (0 51 31) 7 01 77 30.