MTV ist stolz auf sein Leuchtturmprojekt

Die Speicherbatterien der Photovoltaikanlage nehmen im Technikraum des MTV wesentich weniger Platz in Anspruch, als Günter Stechmann (von rechts) und Rudi Ringe vom Vorstand befürchtet hatten. Sie führten Joachim Rose, dem Geschäftsführer der Gemeindewerke, die drei Lithium-Ionen-Akkumulatoren vor. Foto: A. Wiese

Photovoltaikanlage produziert aus Sonnenenergie 65 Megawatt Strom im Jahr

Mellendorf (awi). Alle reden von umweltfreundlicher Stromproduktion, der MTV setzt sie um: mit der Photovoltaikanlage auf 400 Quadratmetern Dachflächer des neuen Sportparks an der Industriestraße und mit hochwertigen Lithium-Ionen-Speicher-Batterien. Am Dienstag haben die GemeindeWerke Wedemark und Hans-Georg Stolze vom Planungsbüro für Photovol-
taikanlagen in Hannover die Anlage offiziell abgenommen und das Leuchtturm-Projekt anschließend der Presse vorgestellt.
Seit dreieinhalb Monaten ist die Anlage in Betrieb. Ein Schreiben der Gemeindewerke hatte Günter Stechmann und Rudi Ringe vom MTV-Vorstand vor einem Jahr auf die Idee gebracht beziehungsweise ihnen die Entscheidung, zu inves-tieren, um selbst Strom zu erzeugen, erleichtert. Die Gemeindewerke fördern umweltfreundliche Stromerzeugung nämlich in nicht unerheblicher Größe – und zwar auch dann, wenn die Investoren nicht selbst Stromabnehmer bei den Gemeindewerken sind, wie der MTV. „Das Projekt des MTV war schon deswegen für uns als förderfähig interessant, weil hier zum einen durch die vielen Vereinsmitglieder viele Bürger über umweltfreundliche Stromerzeugung informiert werden, zum anderen das Foyer, in dem die Daten der Photovoltaikanlage ansprechend präsentiert werden, öffentlich zugänglich
ist“, erklärte Gemeindewerke-Geschäftsführer Joachim Rose. Die Gemeindewerke fördern zum einen Energiesparvorhaben von Privatpersonen aus einem Topf mit 40.000 Euro – da sind für dieses Jahr auch noch Kapazitäten frei. Zum anderen gibt es einen Extra-Topf für Leuchtturmprojekte wie es beispielsweise auch die Photovol-
taikanlage auf der Grundschule Resse ist. Was neben der Multiplikator-Funktion des MTV überzeugt habe, sei die Kombination der Anlage mit dem leistungsfähigen Batteriespeicher, so Rose. Der Verein könne auf diese Weise den selbst erzeugten Strom noch mehr nutzen. Für die Gesamtinvestitionssumme von 160.000 Euro gab es daher einen Förderzuschuss in Höhe von 125.000 Euro.
Die intelligente Speichertechnik rechtfertige die hohe Fördersumme, ist Planer Hans-Georg Stolze überzeugt. Seit die Einspeisevergütungen die Kosten für privaten Strom-
ankauf durchbrochen hätten, sei der Trend Photovoltaikanlagen mit Speichertechnik zu kombinieren, klar erkennbar. Heute würden nur noch rund zwölf Cent Einspeisevergütung pro Kilowattstunde selbst erzeugtem Strom gezahlt, bezahlen müsse ein Kunde wie der MTV jedoch 26 Cent an seinen Stromlieferanten. Mit Hilfe der Speichertechnik könne der private Verbraucher jedoch 70 Prozent seiner Strombezüge aus dem öffentlichen Netz einsparen und so seine eigenen Stromkosten deutlich senken: im Fall des MTV von 1000 Euro monatlich auf 600 Euro, da er rund 16.000 Kilowattstunden weniger einkaufen muss. Dabei ist die Einspeisevergütung noch nicht eingerechnet, die der Verein für den selbst erzeugten Strom bekommt. In den dreieinhalb Monaten, die die Anlage jetzt in Betrieb ist, hat sie bereits 34 Megawattstunden Strom erzeugt. Als Jahresleistung prognos-tiziert Planer Stolze 65 Megawatt. Damit kann man etwa 20 Vier-Personenhaushalte versorgen“, betont Joachim Rose von den Gemeindewerken. 50 Megawatt im Jahr verbraucht der MTV – in erster Linie für Lüftung und Flutlichtanlagen auf den Außenplätzen sowie für die Küche des Restaurantbetriebes. Dieser Strom kommt aber trotz der Batterien natürlich nicht ausschließlich aus der Eigenproduktion. Die Batterien warten auf die Lücke zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch. Schließlich produziert die Photovoltaikanlage auch dann Strom, wenn der MTV gerade keinen oder zumindest nicht so viel Strom benötigt. Dann werden die Batterien aufgefüllt und darüberhinaus Strom ins öffentliche Netz eingespeist, wo er zunächst an die unmittelbaren Nachbarn im Industriegebiet abgegeben wird, zum Beispiel an Großabnehmer FSZM. „Wir gehen davon aus, dass die MTV-Anlage rund 48 Megawatt jährlich ins öffentliche Netz einspeisen wird“, so Stolze. 20 bis 25 Jahre Lebensdauer sagt der Planer der Speichertechnik voraus, die Photovoltaikplatten selbst halten noch wesentlich länger. „Eine solche Anlage in Verbindung mit einem Speicher lohnt sich also auf jeden Fall auch für private Haushalte“, betont Joachim Rose von den Gemeindewerken an dieser Stelle ausdrücklich. Ab 15.000 Euro In-
vestitionskosten geht es dabei für den privaten Verbraucher los, damit es sich lohnt.