Müll statt Lametta

Claudia Schwegmann (von links) mit Bürgermeister Helge Zychlinski, den Mitgliedern der Umwelt-AG des Gymnasiums Mellendorf und dem Umweltschutzbeauftragten der Wedemark René Rakebrandt. Foto: B. Stache
 
Die Schüler der Umwelt-AG des Gymnasiums Mellendorf haben sich dem Thema Müll gewidmet, den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus mit Abfallresten „geschmückt“ und ihren Weihnachtswunsch formuliert. Foto: B. Stache

Umwelt-AG Gymnasium Mellendorf „schmückt“ Weihnachtsbaum am Rathaus

Mellendorf (st). Die Schüler der Umwelt-AG des Gymnasiums Mellendorf aus den 5., 7. und 9. Klassen haben sich mit dem Thema Müll beschäftigt und dabei den Weihnachtsbaum vor dem Rathaus mit Abfallresten „geschmückt“. Dies alles stellten sie am Donnerstagnachmittag im Beisein ihrer AG-Leiterin Claudia Schwegmann Bürgermeister Helge Zychlinski und dem Umweltschutzbeauftragten der Gemeinde Wedemark René Rakebrandt vor. Der Baum habe schon für Aufregung gesorgt, und das solle er ja auch, befand der Bürgermeister anerkennend. „Wir unterstützen die Aktion gerne als Gemeinde“, erklärte er. Der so geschmückte Baum sei künstlerisch provokant, aber mit einer richtig guten Aussage, die noch dazu gut in die Weihnachtszeit passe, in der wieder viel Verpackungsmüll anfällt. Aus Anlass der Europäischen Woche der Abfallvermeidung vom 16. bis 24. November hatten sich die Schüler in ihrer AG dem Thema Müll gewidmet und die Weihnachtsbaumaktion gestartet, um gegenüber Bürgermeister, Rat und den Bürgern der Gemeinde Wedemark auf das Müllproblem aufmerksam zu machen. Beim gemeinsamen Treffen am Weihnachtsbaum vor dem Rathaus erläuterten die Schüler einzelne Aspekte ihrer Arbeit. Der zehnjährige Niclas trug zum Thema Glasmüll vor: „Pro Kopf gebrauchen wir im Jahr 49 Kilogramm Behälterglas. 84,4 Prozent von dem Behälterglas wird recycelt.“ Glasrecycling sei ökologisch vorteilhafter als die Neuproduktion von Glas, erklärte er. Die beiden dreizehnjährigen Schülerinnen Elisabeth und Paula hatten auf ihren Plakaten Fakten zum Thema Papier aufgeschrieben. Demnach verbrauchen wir in Deutschland durchschnittlich 250 Kilogramm Papier pro Kopf in einem Jahr. Recycling Papier sei besser, da bei der Herstellung über die Hälfte der Ressourcen eingespart werde – bei gleicher Qualität wie Frischfaserpapier, betonten sie. Zum Thema Plastikmüll erklärte die zehnjährige Stephanie, dass im Jahr 2017 in Deutschland 47 Prozent aller Plastikverpackungen recycelt und 53 Prozent verbrannt wurden. Die Deutschen verbrauchten zwei Milliarden Plastiktüten im Jahr. Auf Stephanies blauem Plakat stand weiterhin: „Das Problem mit Plastik: Plastikflaschen brauchen 450 Jahre bis sie sich vollständig zersetzt haben.“ Schülerin Gloria (13) hielt ein Plakat mit „Allgemeinen Müllinformationen“ in den Händen, auf dem unter anderem stand, dass in der Region Hannover 675 Kilogramm Müll und 176 Kilogramm Restmüll pro Kopf im Jahr produziert werden. Die fünfzehnjährige Jette hielt das gelbe Plakat mit Vorschlägen an die Gemeinde in den Händen. „Die Gemeinde sollte in allen kommunalen Einrichtungen auf Recyclingpapier umsteigen“, forderte sie. Auch sollte die Gemeinde an öffentlichen Plätzen Mülleimer aufstellen, die Mülltrennung erlaubten. Ein weiterer Vorschlag lautete: „Die Gemeinde sollte zwei Mal im Jahr eine Müllsammelaktion mit allen gesellschaftlichen Akteuren organisieren, um Müll aus der Natur zu entfernen und bei den Bürgern das Bewusstsein für Müll zu erhöhen.“ Bürgermeister Helge Zychlinski bedankte sich angesichts des mit leeren Joghurtbechern, ausgedienten CDs, Tetraverpackungen und anderem Restmüll geschmückten Weihnachtsbaums bei den Schülern für die Vorschläge zu weniger Müll. Umweltschutzbeauftragter René Rakebrandt nahm alle Anregungen auf und die Plakate mit ins Rathaus.