„Musik macht Hoffnung“

Der Lehrerchor ist eine Kooperation aller Schulen unter der Leitung von Ulrich Hauptmeier.
 
Eine Gruppe von Schülern fesselte das Publikum mit dem Lied "Nothing else matters".

Schüler und Lehrer musizieren für Spenden

Mellendorf (kg). Tolle Resonanz beim Benefizkonzert für Flüchtlinge am Freitag- und Sonnabendabend im Forum des Campus W. Die Verantstaltung stand unter dem Motto "Musik macht Hoffnung" und fand zu Gunsten der finanziellen Unterstützung für die Flüchtlinge in der Wedemark statt. Zur Zeit leben ungefähr 300 Flüchtlinge in der Gemeinde Wedemark und in diesem Jahr werden noch mindestens 100 dazukommen. Um den Flüchtlingen und Asylbewerbern ein gutes und neues Leben ermöglichen zu können, benötigt die Gemeinde jedoch weitere finanzielle Mittel. Aus diesem Grund entwickelten die Schüler Zoe Ilias und Edouard d'Assonville des Gymnasiums Mellendorf die Idee für das Benefizkonzert. Dafür organisierten die beiden Jugendlichen die Ankündigung, das folgende Casting und die Umsetzung. Schüler des Gymnasiums, der Realschule, der IGS und und der Konrad-Adenauer-Schule konnten ihr Talent bei dem Casting unter Beweis stellen und damit ihren Teil zu dem Konzert beitragen. So wurde ein Programm von Gesang, Orchester. Bläserklassen, Bands und einer Tanzgruppe auf die Beine gestellt. Da der Andrang für die Karten riesig war, wurde ein zweiter Termin angesetzt, damit so viele interessierte Besucher wie möglich das vielfältige Musikprogramm genießen konnten. Eintritt und Verpflegung waren kostenlos, jedoch wurde um Spenden gebeten. Getränke und Essen wurde von verschiedenen Personen gestiftet. Zum Auftakt spielte das Orchester, danach folgte die Anmoderation der beiden Veranstalter. Über die derzeituge Situation der Flüchtlinge berichtete die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf in Vertretung für den Bürgermeister. Sie bedankte sich für das Engament der Wedemärker. Da einige syrische Schülerinnen und Schüler in Mellendorf die Schule besuchen und daher auch ihre Familien vor Ort waren, übersetzten sie einige Vorträge für ihre Familien auf arabisch. Zudem hielten sie ein Referat, das mit Bildern und Videos hinterlegt wurde. Sie erzählten von ihren Problemen, ihrem Leben und ihrer Flucht. „Wo ist meine Familie, wo sind meine Freunde, wo ist meine schöne alte Heimat Syrien?", fragte ein syrischer Schüler in das Publikum. Die Schüler zeigten den Besuchern auf, aus welchem Grund sie nach Deutschland geflohen sind. Darauf folgte ein Beitrag der Bläserklasse der 8.1 von der IGS, die "My heart will go on" zum Besten gab. Für große Begeisterung sorgte eine Band, die sich aus Schülerinnen und Schülern der Oberstufe des Gymnasiums zusammenstellte, mit ihrem Cover des Liedes "Freedom", passend zum Thema. Einen Gänsehautmoment erzielte eine Schülerin, die ihren Poetry-Slam zum Thema Angst vortrug und damit auf die Gefühle eines Jeden einging und gleichzeitig an das Publikum appellierte, nicht aufzugeben. Ein weiteres Highlight folgte durch ein Ensemble von sieben Schülern des Gymnasiums, das mit Streichern, Klavier und Schlagzeug eine Instrumentalversion des Liedes "Let her go" präsentierte. Für die Schüler war der darauffolgende Programmpunkt besonders aufregend, da sie einige ihrer Lehrer auf der Bühne im Lehrerchor und der Lehrerband singen und spielen hören konnten. Doch nicht nur die Schüler waren davon angetan, sondern auch das gesamte Publikum wurde von der guten Laune angesteckt. Bevor die Pause begann spielte noch eine Band, die die Zuschauer mit dem Lied „Nothing else matters" begeisterte, und auch der Englisch-Leistungskurs des 11. Jahrgangs erzeugte Stimmung mit dem einstudierten Lied. In der Pause konnten sich die Besucher am Büfett bedienen und es wurden von Schülern fleißig Spenden gesammelt. Nach der Pause folgte gleich der Auftritt des Jugendblasorchesters Wedemark. Danach traten drei Gruppen von Schülern an, die sich schulübergreifend zusammen geschlossen haben und vor allem durch ihre Stimmen das Publikum begeisterten. Die einzie Tanzgruppe an dem Abend überraschte mit Farbe auf der Haut, die im Dunkeln leuchtete. Bevor noch eine Rede gehalten wurde, stellten zwei Duos gemeinsam ihre Lieder vor. Die einen setzten auf Klavier und Gesang, die anderen überzeugten mit Gitarre und Stimme. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das Saxophonsolo des Leiters vom Lehrerchor, der mit dem außergewöhnlichen und schrägen Klang des Stückes bei den Besuchern für Verwirrung und diverse Lacher sorgte. Bevor sich das Benefizkonzert dem Ende zuneigte, richtete Ernst Pobloth, ein Mitglied des Interkulturellen Treffs (ITK), noch einige Worte an das Publikum, wobei er einen syrischen Schüler wieder für die Familien übersetzen lies. Der ITK leitet kostenlose Deutschkurse zweimal die Woche. Die Mitglieder sind meist die ersten Deutschen, die die Flüchltinge und Asylbewerber richtig kennenlernen und schenken ihnen daher als erstes ein Lächeln und ihre Zuwendung. Außerdem berichtete er über die Kommunikation am Anfang eines Deutschkurses, die zu Beginn nur mit Händen und Füßen gelingt. Er appellierte an alle Menschen im Saal, „dass wir etwas tun können und müssen aus Solidarität unseren Mitmenschen gegenüber und um die Integration leichter zu ermöglichen“. „Helfende und Geholfene sollen Partner werden", sagt Pobloth zum Ende seiner Rede. Als passendes Finale sangen drei Schüler die Strophen von „We are the world" und den Refrain gemeinsam mit dem Publikum. Die Zugabe wurde von der Oberstufe des Gymnasiums Mellendorf gegeben, die auch schon bei dem Jahrgangskonzert ihren Oberstufensong zum Besten gab. Zu den eingenommenen Spenden vom Benefizkonzert kommt zudem das Geld des Winterkonzerts, das großzügigerweise ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde.