Nationalhymne weiter Diskussionsthema

E-Mail-Wechsel zwischen Bürgermeister und CDU-Fraktionschef: Es gibt noch Gesprächsbedarf

Wedemark (awi). Der Antrag der CDU in der konstituierenden Ratssitzung, als nachgeschobenen Tagesordnungspunkt, die Nationalhymne zu singen, hat ein Nachspiel. In einem Schriftwechsel per E-Mail hat Bürgermeister Tjark Bartels CDU-Fraktionschef Sven Sobanski mitgeteilt, er habe den Antrag aus mehreren Gründenals unpassend empfunden und sei persönlich der Auffassung, „dass dieses Vorgehen der Hymne nicht gerecht wird“. Es möge die Absicht der CDU gewesen sein, der Ratssitzung besondere Feierlichkeit zu verleihen. Das könne aber nur gelingen, wenn das Singen der Hymne vorher besprochen worden, der Rahmen geklärt sei und sich alle Beteiligten damit hätten auseinandersetzen können. In die Ratssitzung gehöre die Hymne nicht, so Bartels, dies sei weder üblich noch angemessen. Er, viele Ratskollegen und Zuschauer hätten sich überrumpelt gefühlt, betont der Bürgermeister und kündigt an, das Thema auf die Tagesordnung des nächsten VA zu setzen, „damit wir ohne Öffentlichkeit und mit gebührendem Abstand gemeinsam einen Umgang damit besprechen können“. Unter anderem müsse die Frage geklärt werden, wie man sich in Zukunft zu verhalten gedenke, ob die Hymne zum Beispiel aus Gründen der Vergleichbarkeit auch bei anderen Anlässen wie Ehrungen eingeplant werden müsse. CDU-Fraktionschef Sobanski teilte dem Bürgermeister mit, er könne seine Kritik am Antrag der CDU nicht nachvollziehen. Die konstituierende Ratssitzung sei die einzige, die einen feierliche Rahmen habe und verdiene und sei nicht zuletzt deshalb im Forum des Schulzentrums abgehalten worden, mit geladenen Gästen und anschließendem Empfang. „In meinen Augen ist es ein schönes Zeichen, wenn bei allem Streit, den die alten Ratsmitglieder in der vergangenen Ratsperiode hatten, und den die neuen Ratsmitglieder in der neuen Ratsperiode habn werden, an diesem einen Punkt am Ende der konstituierenden Ratssitzung der Gemeinderat zum Ausdruck bringt, dass bei allen Unterschieden letztlich eine gemeinsame Basis (...) für das Gemeinwohl steht“, so Sobanski in seiner Antwort an Bartels. Er weist zudem darauf hin, dass er den SPD-Fraktions-Chef Jürgen Benk im Vorfeld angesprochen und dieser Zustimmung signalisiert habe. Eine parteiliche Profilierung sei keineswegs vorgesehen gewesen. Sobanski weist außerdem darauf hin, der fehlende feierliche Rahmen der Ratssitzung sei nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, dass der Bürgermeister keine Bürgermeisterkette getragen und verdiente Ratsmitglieder bei ihrer Verabschiedung ohne ein Wort des Dankes oder die Zeit ihrer Tätigkeit in den Räten der Wedemark zu nennen, nur mit Namen aufgerufen und ihnen die Urkunde und Blumen übergeben habe.