Neue Filme bereichern das Museum

Museumsleiter Karl-Hans Konert stellt die Filme am Medienterminal im Heimatmuseum der Wedemark in Bissendorf vor. Foto: A. Wiese

Medienterminal und digitaler Bildschirm zu Werken von Busse vorgestellt

Bissendorf (awi). „Es ist endlich soweit, der zweite Teil unserer ‚Präsentation der Gemeinde Wedemark‘ ist fertig und kann der Öffentlichkeit vorgestellt werden“, freut sich Karl-Hans Konert, Leiter des Richhard-Brandt-Heimatmuseums. Fünf Jahre lang hat ein Team aus Fachleuten und Bürgern die Geschichte der Ortschaften in der heutigen Wedemark aufgearbeitet und in Filmen festgehalten.
In einer akuellen Multimedia-installation können Besucher des Heimatmuseums zukünftig selber entscheiden, welche Filme sie sich aus dem großen Angebot ansehen wollen. Außerdem hat der Verein zur Förderung des Richard-Brandt-Heimatmuseums Wedemark – unterstützt durch eine Zuwendung des Ortsrates Bissendorf – eine digitale Präsentation zu Werken des Kupferstechers und Malers Georg Heinrich Busse aus Bennemühlen erstellt. „Mit großem Aufwand hat Petra Mensing die Rechte von Museen und Gale-rien erworben, um eine große Anzahl von interessanten Werken dieses bekannten Künstlers aus dem 19. Jahrhundert auf dem digitalen Bildschirm zeigen zu können“, erläuterte Karl-Hans Konert. „Dies ist eine ideale Ergänzung zu den im Museum ausgestellten Werken des Künstlers und zeigt die Breite seiner Arbeiten.“ Auf dem neuen Touchscreen des Museums sind insgesamt 28 Videos in der Länge von zwei bis 20 Minuten gespeichert, die individuell angewählt werden können. Vorgestellt und kurz angespielt wurden bei der Präsentation 14 Videos, deren Akteure der Einladung gefolgt waren. Das Endmoränengebiet der Brelinger und Mellendorfer Berge stellt Kerstin Athen am Rande der Kieskuhle Schmiegelt vor. Zunächst führt sie als Geologiestudent im 19. Jahrhundert, später als Geologin in die Geschichte der Brelinger Berge ein.
Von den ersten menschlichen Nachweisen bis zu den Dörfern der Wedemark blättert der Leiter der Historischen Arbeitsgemeinschaft Jan Olaf Rüttgardt die Geschichte der Besiedlung der Region von der Eiszeit bis in die neuere Vergangenheit auf. Die Wedemark auf historischen Karten stellen Kerstin Athen imd Rainer Künnecke vor. Fast sportlichen Einsatz zeigt die Moderatorin, als sie bei den Aufnahmen zum Thema Getreideernte früher und heute einen Mähdrescher aus Wiechendorf erklimmt, den der Landwirt extra aus dem Winterschlaf geholt hat. Dies ist der Vorspann zu einem Film des NDR über die Getreide-ernte vor mehr als 100 Jahren. Im Gespräch mit Moderatorin Anne Rohde erläutert der Bissendorfer Cord Knibbe sein Hobby der Imkerei und geht dabei auch auf die Bedeutung der Bienenzucht für die Bevölkerung gestern und heute ein. Auch der Bienenzaun auf seinem Grundstück wird erläutert. Im Museum ist eine sogenannte Hebelade zu sehen, mit der früher im Wald gefällte Bäume mit wenig Kraftaufwand abtransportiert werden konnten. Von der Technischen Informationsbibliothek der Universität Hannover hat das Museum die Lizenz erworben, diesen Film zu zeigen, wenn auch leider nur als Stummfilm. Aber die Lizenzbedingungen untersagen eine Veränderung des Films durch nachträgliche Vertonung oder Untertitel.
Aber der Film spricht für sich, versichert Karl-Hans Konert. Weiterhin geht es um die Mühlen der Wedemark und die Mühle in Wennebostel, die heute in Kaltenweide zu besichtigten ist, um Eisenherstellung aus Raseneisenstein, Ziegeleien in den Dörfern, den Hufschmied früher und heute, die Bergung von Stockbetten ehemaliger Zwangsarbeiterinnen durch den Bauhof der Gemeinde vom Dachboden des ehemaligen Emaillierwerks.
Durch Zufall hatte das Museum davon erfahren, dasss dort noch zwei Stockbetten stehen sollten, in denen Zwangsarbeiterinnen während des Zweiten Weltkrieges schliefen. Friedrich Niemeyer aus Brelingen berichtet als einer der letzten echten Zeitzeugen aus dieser Epoche der deutschen Geschichte über einen französischen Kriegsgefangenen auf der Brelinger Mühle und Anne Rohde liest Auszüge aus dem Bericht von Hans-Hinrich Schmieta über die Zeit während des Zweiten Weltkrieges und die Erfahrungen mit Zwangsarbeiterinnen aus dem Buch „Wedemark – meine Liebe, Männer über 80 erzählen“.