Neujahrskonzert in St. Marien Streichquartett begeistert zu Jahresbeginn

Silke Heuermann (v. l.), Birte Ruschepaul, Franziska Buttkus und Andreas von Kessinger überzeugen als Streichquartett beim Neujahrskonzert in St. Marien. Foto: B. Stache
Mellendorf (st). Seit nunmehr 15 Jahren findet in der Mellendorfer katholischen Kirche St. Marien ein Neujahrskonzert statt. Am Sonntag hatte Organisatorin Mechthild Müller aus Bissendorf vier Musiker für das Konzert gewinnen können, die als Streichquartett den fast 50 Zuhörern Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonin Dvorak zu Gehör brachten. „Mit dem schon traditionellen Neujahrskonzert in St. Marien wird dem Publikum über die Jahre ein vielschichtiges Programm geboten. So hatten wir in der Vergangenheit beispielsweise ein Orgelkonzert im Angebot und auch schon Harfinistinnen zu Gast“, erklärte Mechthild Müller. Nachdem Pfarrer Stefan Hesse als Hausherr am Neujahrstag die Besucher begrüßt hatte, spielte das Quartett zunächst ein frühes Mozart-Werk in drei Sätzen. Andreas von Kessinger (Violoncello), Franziska Buttkus (Viola), Birte Ruschepaul (2. Violine) und Silke Heuermann (1. Violine) zeigten von Beginn an ihr ganzes Können. Das jugendlich frische Stück mit seinem sehr lyrischen mittleren Satz fand großen Anklang beim Publikum und wurde mit viel Applaus bedacht. Die vier begabten Musiker strahlten mit ihrer fein abgestimmten Musik eine Symbiose aus Freude am Spiel und Zusammengehörigkeit aus. „Wir kennen uns schon seit dem Studium an der Musikhochschule Hannover“, berichtete Birte Ruschepaul, Musiklehrerin am Gymnasium in Burgdorf und festes Ensemblemitglied im Emrich-Quartett sowie Stimmführerin im Helios-Orchester. Ruschepaul und Franziska Buttkus, die in verschiedenen Orchestern sowie Kammermusik-Ensembles als Bratscherin spielt und Psychotherapeutin ist, spielten sich beim Mellendorfer Neujahrskonzert an ihren solistischen Stellen gekonnt in den Vordergrund – beide beherrschten zudem äußerst ausgewogen die Mittelstimmen. Den zweiten Teil des Neujahrskonzertes bildete das „Amerikanische“ Quartett von Antonin Dvorak, in dem der Komponist aus Böhmen seine Eindrücke einer Amerikareise verarbeitete. „Das Stück hat große Ähnlichkeit im Klang und Rhythmus mit der Dvorak Symphonie ´Aus der neuen Welt´“, erläuterte Ruschepaul. Das Streichquartett spielte auch dieses Stück mit äußerster Präzision. Andreas von Kessinger, der als 1. Stimmführer im VW-Orchester Wolfsburg spielt und an der Musikschule Hildesheim arbeitet, überzeugte ganz besonders mit seinem Violoncello durch rhythmische Genauigkeit und schönen Klang bei den Kantilenen von Dvorak. Mit der 1. Violine hat Silke Heuermann beim Neujahrskonzert in St. Marien ihr Können auf hohem technischem Niveau unter Beweis gestellt – sie spielte sowohl die schwierigen rhythmischen als auch die wunderschönen gesanglichen Passagen hervorragend. Heuermann hilft regelmäßig als Geigerin in der Radiophilharmonie des NDR Hannover aus, unterrichtet Geigenschüler und ist Mitglied mehrerer Kammermusik-Ensembles. Nach dem erfolgreichen Neujahrskonzert gab es lang anhaltenden, begeisterten Applaus. Organisatorin Mechthild Müller dankte den vier Musikern und überreichte ihnen einen kleinen Blumengruß zum neuen Jahr.