Noch viele Fragen offen

Hier auf dem ehemaligen Bauamtsgelände sollen im nächsten Jahr barrierefreie Wohnungen und Bungalows entstehen. Foto: A. Wiese

Infoabend der Kreissiedlungsgesellschaft

Mellendorf (awi). Zu einem Informationsabend zum Bauprojekt Stargarder Straße hatten Gemeinde und Kreissiedlungsgesellschaft am Mittwochabend eingeladen. Der Saal im Bürgerhaus in Bissendorf war gut gefüllt, aber nicht bis auf den letzten Platz besetzt. Doch das, was an diesem Abend an Informationen transportiert wurde, traf ganz offensichtlich nicht die Erwartungen aller Besucher. Das war am unzufriedenen Gemurmel, Zwischenbemerkungen und dem früheren Aufbrechen mehrerer Besucher zu erkennen. Doch waren einige von ihnen ebenso offensichtlich auch mit falschen Erwartungen gekommen – falschen Erwartungen sowohl an diese Veranstaltungen, bei der KSG-Geschäftsführer Karl Heinz Range noch nicht mit konkreten Informationen zu Preisen, Grundstücks- und Wohnungsgrößen aufwarten konnte. Das Bauprojekt hat bei Politik, Gemeindeverwaltung und Bevölkerung einen hohen Stellenwert: Zum einen, weil Wohnraum in der Wedemark, allgemein, an den S-Bahnstandorten Mellendorf, Bissendorf und Elze aber im Besonderen, knapp ist. Zum anderen weil bei diesem Projekt auf dem ehemaligen Bauamtsgelände an der Stargarder von Anfang der Begriff „barrierefrei“ als Aushängeschild verwendet wurde. Barrierefrei, das bedeutet vor allem eins: Keine Treppen und Schwellen, in mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern Aufzug. Barrierefrei bedeutet aber nicht unbedingt rollstuhlgerecht und barrierefrei ist auch nicht gleichzusetzen mit reinen Seniorenwohnungen, vielleicht sogar noch mit betreutem Wohnen. Über diese Begrifflichkeiten gab es ganz offensichtlich Irritationen, die zwar im Laufe der Veranstaltung ausgeräumt werden konnten, die aber eben auch dazu führten, dass einige Besucher enttäuscht waren. Für Erstaunen sorgte außerdem, dass der erste Spatenstich für die Wohngebäude frühes-tens im Sommer nächsten Jahres erfolgen soll. Die ehemaligen Bauamtsgebäude sind abgerissen, die Fläche planiert. Warum kann es nicht losgehen, fragen sich viele. Es seien noch viele Fragen zu klären, sagte dazu KSG-Geschäftsführer Karl-Heinz Range. So werde in diesem Jahr erst einmal die Erschließung durchgeführt und auch die Baustraße angelegt. Doch erst im März nächsten Jahres werde es einen Flyer mit konkreten Vermarktungsangeboten für die Häuser und Wohnungen geben. Geplant sind zum jetzigen Zeitpunkt fünf Kettenhäuser entlanger der Stargarder Straße auf „nicht allzu großen Grundstücken“. Die Kettenhäuser sind durchGaragen verbunden, zweigeschossig und verfügen über etwa 150 Quadratmeter Wonfläche. Sie werden übrigens nicht barrierefrei sein. Dafür trifft dieses Attribut in vollem Umfang auf die fünf Bungalows im südlichen Teil zu. Sie seien gedacht für Menschen, die jetzt noch in Einfamilienhäusern mit großen Grund-stücken lebten, denen das aber in absehbarer Zeit zu viel werde. Die Bungalows sind mit 110 Quadratmeter Wohnfläche geplant. Das Herzstück des Baugebiets sind die drei Mehrfamilienhäuser im mittleren Teil.
Die drei Mehrfamilienhäuser werden zweieinhalbgeschossig geplant: zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss. In jedem Haus befinden sich sieben Wohnungen, hauptsächlich Zwei- und Vierzimmerwohnungen mit großer Quadratmeterzahl. Hier setzte die Kritik des Seniorenbeiratsvorsitzenden Rolf Reupke an: „Die Umfrage des Seniorenbeirats vor einiger Zeit hat ergeben, dass vor allem Bedarf an kleineren Wohnungen bei älteren Menschen besteht, die ihre großen Häuser nicht mehr versorgen können und ein neues Domizil suchen.“ Diese Erkenntnis habe die Kreissiedlungsgesellschaft nicht, so Geschäftsführer Karl Heinz Range am Mittwochabend. Aber alle Planungen, auch wenn diese auf Infoblättern bereits verteilt wurden, seien noch nicht unumstößlich festgelegt. Es gebe zwar schon eine lange Interessentenliste, sollte sich aber herausstellen, dass doch vor allem kleinere Wohnungen nachgefragt seien, werde eben umgeplant. Auf jeden Fall sollen alle bisher 14 angedachten Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern barrierefrei und in den Obergeschossen mit einem Aufzug erreichbar sein. Keller sind nicht geplant, aber jeder Wohnung wird ein Aufbewahrungsraum im Erdgeschoss zugeordnet.Garagen trennen die Bahnlinie von den Mehrfamilienhäusern. Erschlossen wird das Grundstück durch eine und nicht wie ursprünglich angedacht durch zwei Straßen. Das war Anlass für die Kritik eines Anliegers, der zuviel Verkehr an der Einfahrt zum Grundstück befürchtete. Diesem Einwand konnte KSG-Geschäftsführer Range allerdings nicht folgen. Weitere Auskünfte zum Baugebiet Stargarder Straße gibt die Gemeindeverwaltung (Frau Keukeleere) und natürlich auch die Kreissiedlungsgesellschaft.