Offener Bücherschrank in Mellendorf

Bestücken den soeben fertig gestellten offenen Bücherschrank vor dem Geschäft Spielwaren Bertram in Mellendorf: Geschäftsinhaberin Anne Dorothee Heyna, Künstler Andree Woosmann, Schulsozialarbeiterin Julia Krettek und Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns. Foto: A. Wiese

Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche – Gemeinde pflegt das Angebot

Mellendorf (awi). Mit 2.056,71 Euro aus den Mitteln des Projektes ,Kinderfreundliche Kommune‘ ist der offene Bücherschrank für Kinder und Jugendliche in Mellendorf finanziert worden. Tischler und Bildhauer Andree Woosmann fertigte dafür extra einen neuen witterungsbeständigen Schrank an, der am Montag vor dem Spielwarengeschäft Bertram an der Wedemarkstraße (Stucke-Kreuzung) auf gestellt wurde. Rund um die Uhr können Interessierte von dort jetzt Bücher mitnehmen, nach angemessener Zeit zurückbringen – oder behalten und ein anderes Buch dafür in den Bücherschrank stellen.
Zusätzliche Spenden von Kinder- und Jugendbüchern sind natürlich gern gesehen, ,Altpapier‘ hingegen nicht so gern. Julia Krettek vom Team kommunale Schulsozialarbeit hat die Patenschaft für dieses Projekt übernommen. Sie kontrolliert den Schrank und seinen Inhalt regelmäßig und sorgt dafür, dass er weder durch die Witterung noch durch „Literaturbanausen“ Schaden nimmt, verkündete Gemeindejugendpflegerin Ellen Bruns am Montag beim offiziellen Einweihungstermin mit Julia Krettek, Künstler Andree Woosmann und Geschäftsinhaberin Anne Dorothee Heyna, die sofortbereit war, den geschützten Platz an ihrer Ladenfront für den Schrank zur Verfügung zu stellen und in dem Projekt keinesfalls ,Konkurrenz“, sondern viel mehr eine Bereicherung sieht. Wie nicht anders zu erwarten, ist der Schrank ein sehr indivduelles und spezielles Werkstück, ein absolutes Unikat, geworden, bei dem sich Andree Woosmann mal wieder selbst übertroffen hat. Das Dach ist einem aufgeschlagenen Buch nachempfunden. Buchrücken aus Holz bilden die Verzierungen an den Seiten, oben drauf thronen zwei „Büchervögel“, die entfernt an Eulen erinnern. Das Nadelholz ist zwei geölt und die Rahmen in einem freundlichen Blau gestrichen, das gut mit dem hellen Holzton harmoniert. Die Scheiben sind aus Plexiglas, der ganze Schrank hat ein Maß von 1,20 Meter mal 43 Zentimetern mit vier Fächern, in denen die Bücher nach Altersgruppe geordnet sind. Auf einem laminierten Blatt sind die Regeln für diesen Bücherschrank noch einmal festgehalten und auch die Nummer von Ansprechpartnerin Julia Krettek notiert: (0 51 30) 581-416.
Die Grundidee entstand, als die Schulsozialarbeit eine Bücherspende bekam. Am Mehrgenerationenhaus soll demnächst ein offener Bücherschrank für Erwachsene entstehen, aber wo platziert man den für Kinder und Jugendliche. Zentral sollte der Standort sein, Bezug zur Zielgruppe haben und möglichst noch unter sozialer Kontrolle stehen: All das ist vor dem Spielwarengeschäft Bertram gegeben. Und er hat sogar ein schützendes Dach über dem Kopf. Rund 350 Bücher wird er fassen. Die Initiatore hoffen sehr, dass er nicht vollgestopft und überfrachtet wird. Übrigens fehlt auch die Kiste mit Pixi-Büchern nicht.
Schon die ersten Bücher, die am Montagmittag von Krettek und Bruns eingeräumt wurden, zeigten die Vielfalt: Vom „Kleinen Klokönig“ und „1001 Nacht“ über Pferdebücher von Lise Gast bis zu „Schneesturm“ von Widar Aspeli und „Der Joker“ von Markus Zusak ist eine breite Palette an Kinder- und Jugendbüchern aus Klassik und Moderne vertreten.