„Offenes Konzept nicht mehr erlaubt“

Zwergenburg-Leiterin Marianne Hemme (von rechts) und ihre Stellvertreung Jennifer Krämer begrüßten Jette und Mats Müller sowie Henri am Montagmorgen nach langer Pause wieder in der Zwergenburg. Henri trennte sich nach der Corona-Pause allerdings nur sehr schwer von seiner Mutter. Foto: A. Wiese

Eingeschränkter Regelbetrieb: Der Weg in die KiTa-Normalität ist noch weit

Elze (awi). Vor der Kindertagesstätte Zwergenburg herrschte am Montag große Aufregung: Alle Zwergenburg- Kinder hatten die Möglichkeit nach drei Monaten Pause wieder in die Einrichtung zurückzukehren. „Der „eingeschränkte Regelbetrieb“ bedeutete für das KiTa-Team im Vorfeld einen erheblichen organisatorischen Aufwand. „Wir haben unsere 50 Kindergartenkinder auf drei Gruppen aufgeteilt, die Krippe und der Hort bleiben in ihrer ursprünglichen Gruppenkonstellation“, berichtete die stellvertretende Leiterin Jennifer Krämer.
Die Zwergenburg kann für einen Teil der Kindergartenkinder im „eingeschränkten Regelbetrieb“ am Vormittag zusätzlich die Räumlichkeiten und Außengelände ihres Hortes nutzen. „Dadurch konnten wir die Gruppengrößen deutlich verkleinern. Bevor die Hortkinder die Räumlichkeiten im Anschluss beziehen, wird gründlich gelüftet und desinfiziert,“ so Krämer.
„Wir arbeiten in unserem Kindergartenbereich nach dem ,offenen Konzept‘, dieses ist im eingeschränkten Regelbetrieb weiterhin untersagt. Die Kinder unserer KiTa-Gruppen sind es eigentlich gewohnt, sich in der kompletten Einrichtung frei zu bewegen, diese Möglichkeit fällt jetzt weg. Sie müssen sich nun in dem für sie vorgesehenen Gruppenraum aufhalten.“ berichtet Marianne Hemme. „Auch wenn uns – wie alle anderen Kitas auch – der Hygieneplan und vor allem das Verbot des ,offenen Konzepts‘ vor große Herausforderungen stellt, freuen wir uns natürlich, die Kinder wieder in der KiTa begrüßen zu dürfen. Die KiTa ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, den sie natürlich sehr vermisst haben,“ erzählt Jennifer Krämer.
Auch für die pädagogischen Fachkräfte ist der neue KiTa-Alltag ungewohnt und anders, das Team der Zwergenburg hat sich daher bereits Montag eine halbe Stunde vor KiTa-Beginn getroffen, um noch einmal alle Vorgaben des Hygieneplanes zu besprechen. „Es wird sicherlich einen Tag dauern, bis sich alles eingespielt hat, aber als Team werden wir diese besondere Herausforderung meisten,“ ist Marianne Hemme überzeugt. In der Zwergenburg sind 54 von 80 Kindern in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt. „Die Kinder machen das super! Sie haben Verständnis für alle aufgestellten Regeln, erinnern sich untereinander, erklären und unterstützen sich. Sie akzeptieren die Absperrungen und können trotzdem untereinander Gespräche an der Begrenzung mit 1,5 Metern Abstand führen. Sie haben Freude daran, wieder hier zu sein und geben uns allen damit etwas Kita-Alltag und Zuversicht zurück. Wir sind ziemlich stolz auf sie“, betont Jennifer Krämer.
Drei Mitarbeiter fehlen der Zwergenburg aktuell im Gruppendienst. „Diese Mitarbeiter gehören zur Risikogruppe. Wir haben Glück, dass wir in diesem Kindergartenjahr zwei Auszubildende hatten, die nun bereits mit der Schule fertig sind, und uns im vollen Umfang zur Verfügung stehen,“ erzählt Marianne Hemme. Das Team der Zwergenburg schaut skeptisch in die Zeit nach der diesmal auf zwei Wochen verkürzten Schließzeit. Keiner weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wie es in den Kindergärten ab August weitergeht. „Bleibt das ,offene Konzept‘ auch dann weiterhin verboten, kommen wir räumlich in große Schwierigkeiten. Auch hinsichtlich der Eingewöhnung der neuen Kinder können wir noch nicht absehen, wie die Eingewöhnungen verlaufen. Zum jetzigen Zeitpunkt hängen wir noch in der Luft und hoffen, bald neue Informationen zu bekommen,“ so Hemme. Trotz all der Herausforderungen und Vorgaben freute sich das Team der Zwergenburg über die Rückkehr der Kinder und begrüßte sie mit einem Banner: „Willkommen zurück! Schön, dass ihr wieder da seid.“