Ortsbürgermeisterin angegriffen

CDU-Ortsratsmitglied Ralf Göing machte auch auf dieser Sitzung kein Hehl aus seiner Ablehnung der Pläne für das Industriegebiet in Gailhof.

Jessica Borgas nimmt persönliche Angriffe gelassen hin

Mellendorf (awi). Wie bereits schon einmal vor ein paar Monaten hatten der Ortsrat Mellendorf/Gailhof und der Fachausschuss Planen, Bauen und Umweltschutz am Montag nacheinander die Planung für das neue Gewerbe- und Industriegebiet am Neuen Hessenweg in Gailhof auf der Tagesordnung. Weil eine Änderung im Umweltbericht bezüglich Ausgleichsmaßnahmen und einer neuen Pufferzone am Ortsrand von Gailhof eine Neuauslegung notwendig macht, beschlossen die Gremien am Montag zunächst nur die Flächennutzungsplanänderung und reichten sie an den Gemeinderat am nächsten Montag weiter. Der Bebauungsplan folgt dann nach der erneuten Auslegung im nächsten Schritt. Vorweg gingen dem formalen Beschluss allerdings heftige Debatten, die im Ortsrat noch einmal deutlich emotionaler waren als im Fachausschuss. So musste sich Ortsbürgermeisterin Jessica Borgas von einer Gailhofer Bürgerin die Fragn gefallen lassen, warum sie sich nicht für einen sicheren Zugang zum Spielplatz Grenzheide eingesetzt habe, ob sie dessen Lage überhaupt kennen würde und wie oft sie in ihrer Amtszeit in Gailhof gewesen sei. Dies gipfelte in dem Anwurf: „Du solltest deinen Job als Ortsbürgermeisterin in Gailhof aufgeben. Du nimmt ihn nicht ernst!“ Sie könne niemandem vorschreiben, in welcher Art und Weise man sich ihr gegenüber äußere, so Borgas auf Nachfrage nach der Sitzung. Mit solchen Dingen müssten ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker anscheinend heute rechnen. Was sie allerdings keinesfalls akzeptieren werde, seien Äußerungen, in denen man ihr und dem Ortsrat diktatorisches Verhalten vorwerfe. Das sei eine anmaßende Unverschämheit, spielte Borgas auf den Vorwurf von Horst-Dieter Göing, da werde im kleinen Kreis was „zurechtgemauschelt“, so dass man das Gefühl habe, in einer Diktatur zu leben. „Es wäre schön gewesen, wenn sich alle Teilnehmer an eine höfliche und sachliche Vorgehensweise in der öffentlichen Fragestunde gehalten hätten.Und ich werde keinesfalls der Forderung von Frau Mandy Trzeziak nachkommen und von meinem Amt als Ortsbürgermeisterin zurücktreten“, stellte Jessica Borgas gegenüber dem ECHO klar.
Anfragen aus dem Zuschauerraum betrafen aber auch die Verfügbarkeit der Grundstück im künftigen Gewerbegebiet. Wirtschaftsförderiin Antonia Hingler führte aus, das Interesse ann deGewerbeflächen sei hoch. Eine Abfrage unter allen, die in den letzten zwei Jahren mit ihr zu Gewerbeflächen im Gespräch gewesen seien, habe insgesamt 13 Interessenten ergeben. Rund 70 Prozent davon seinen bereits bestehende Wedemärker Betriebe, die sich erweitern und mit einem Standortwechsel zukunftsfähig aufstellen wollten. CDU-Ortsratsmitglied Ralf Göing, der später wie sein SPD-Kollege Werner Husmann aus Gailhof gegen den Beschluss zur Flächennutzungsplanänderung stimmte, gab zu Bedenken, dass es die Gemeinde nicht nach vorne bringe, wenn Wedemärker Betriebe ihre Standorte nur verlagerten und die Ursprungsstandorte dann brach lägen. Man solle doch dann auch die Industrieflächen als Gewerbeflächen für kleine und mittelständische Betriebe ausweisen. Damit sei allen gedient, so Göing, zumal auch der Bau des Feuerwehrhauses offen sei, nachdem Meitze den Standort abgelehnt habe. Hingler widersprach allerdings. Bei einer durchschnittlichen Grundstücksgröße von 2000 bis 2500 Quadratmetern reiche die Nachfrage bei weitem nicht aus, um damit das komplette Gebiet zu füllen.