Osterbacken wieder mit Rekordandrang

Rudi Rose (l.) und Henrik Bredtmann sind im wirklichen Leben Systemanalytiker und Drucker, aber beim Osterbacken im alten Dorfbackhaus in Brelingen schwingen sie den Brotschieber und holen Pizza und Kuchen aus dem glühend heißen Ofen.

Brelinger brachten Brote, Zuckerkuchen und Pizza zum Backen ins alte Backhaus

Brelingen (awi). Das Osterbacken im alten Dorfbackhaus auf dem Kirchengrundstück mitten im Ort hat Tradition in Brelingen. Doch in den letzten Jahren hat man den Eindruck, jedes Jahr wird es noch besser angenommen. Die „Bäcker“ Rudi Rose und Henrik Bredtmann hatten jedenfalls gut zu tun. Bereits morgens um 6 Uhr hatten sie den Direktbackofen angeheizt, der mit rund 450 Grad seine Höchsttemperatur erreicht. Wenn das Holz her-runtergebrannt ist, werden die Ascherückstände entfernt und um 14.30 Uhr konnten die Bäcker die ersten von den Bürgern zu Hause vorbereiteten Brote in den Ofen schieben. Weil das Holz direkt da liegt, wo später Brot, Kuchen und Pizza backen, nennt man die Ofenkonstruktion Direktbackofen, erläutert Henrik Bredtmann. Nach und nach fällt die Temperatur dann wieder auf. Zunächst wird etwa auf 270 Grad das Brot gebacken, danach mit 250 Grad die flachen Kuchen und zuletzt die dicken Gebäckstücke wie zum Beispiel gefüllte Pizza oder Osterhefezöpfe. Mitte der neunziger Jahre ließen die Brelinger die Tradition des Osterbackens wieder aufleben. Die Bürger bereiten ihre Brote und Gebäcke in Ruhe zuhause vor und bringen sie dann mit zum Backhaus. Einiges wird, wenn es fertig ist, sofort vor Ort verzehrt. So standen viele Erwachsene draußen vor dem Backhaus, aßen Zuckerkuchen und tranken Kaffee und Tee aus Thermoskannen. Im Obergeschoss des Backhauses hatten es sich die Jugendlichen der Gemeinde an Bierzeltgarnituren bequem gemacht und verspeisten frisch gebackene Pizza. Dass das Obergeschoss begehbar ist, ist neu. Die Dielenbretter mussten erneuert werden, um für Trittfestigkeit zu sorgen, darum hat sich der Orgelbauverein gekümmert, erzählt Vorsitzender Harald Platte. Jetzt ist es dort oben richtig gemütlich und bei schlechtem Wetter, wenn man sich nicht vor dem Backhaus aufhalten kann, kann man sich eine Etage höher zurückziehen. „Dass wir das Backhaus für das Dorf nutzen könnten, verdanken wir unserem Pastor Oehlschläger. Er hat in den achtziger Jahren in Eigenleistung mit Unterstützung von Fachleuten den zusammengefallenen Ofen wieder hergerichtet“, erzählt Harald Platte.