Paul rückt mit der Kettensäge an

Der 19.jährige Resser Paul Lutzmann hat aus einem Birkenstumpf auf der Waldfläche hinter dem Mooriz mit der Kettensäge zwei Eulen gezaubert und würde sein Betätigungsfeld gerne ausweiten. Foto: A. Wiese

Der 19-jährige Resser erschafft mit Vorliebe Tierfiguren aus Baumstämmen

Resse (awi). Wer die Martin-Luther-Straße entlang geht, parallel zur Engelbosteler Straße, in Richtung Mooriz, guckt zweimal hin, wenn er an dem Birkenstumpf in dem bewaldeten Grünstreifen vorbeikommt. Sitzen dort zwei Eulen? Nein, die Eulen, die dort deutlich zu erkennen sind, sind aus dem Birkenholz herausgeschnitzt und sehen wirklich täuschend echt aus. Kaum zu glauben, dass dieses Kunstwerk dem 19-jährigen Paul Lutzmann mit der Kettensäge gelungen ist.
Natürlich hat er ein spezielles Schwert auf der Säge, um das Feintuning hinzubekommen. Und die Augenhöhlen der Eulen hat er mit dem Stemmeisen nachgearbeitet. Die Birke hat gefällt werden müssen, weil ein Schaltkasten für Glasfaser gebaut werden musste. Und es war soviel Stamm stehen geblieben, dass dieser dem jungen Holzbildhauer ins Auge gefallen war.
Nachfragen beim Team des Mooriz und der Gemeinde als Eigentümerin der Fläche durch Resses stellvertretende Ortsbürgermeisterin Antje Kaufmann ergaben, dass niemand etwas dagegen hatte, dass der junge Künstler sich dort verwirklicht. Vier Stunden brauchte er am Freitagnachmittag, dann waren die Eulen fertig. Jetzt lechzt Paul Lutzmann sozusagen nach neuen Taten. Wer also einen passenden Baumstamm, ob noch fest stehend oder abgesägt, zu bieten hat und den jungen Künstler zur Verschönerung seines Gartens engagieren möchte, darf sich gerne bei ihm und seinen Eltern in Re se melden.
Holz sei schon von Kind an Paul Lieblingsmaterial gewesen, berichten seine Eltern, die das etwas ausgefallene Hobby ihres Sohnes unterstützen und im eigenen Garten mittlerweile eine kreative Vielfalt an Holzfiguren beherbergen. Dabei ist der Berufsschüler erst im Sommer 2019 auf den Geschmack gekommen. Da war er nämlich im Zuge von Work and Travel in Kanada, hat sich im Blockhausbau Geld verdient, und dort ist die Bildhauerei mit der Kettensäge weit verbreitet. „Es hat mich fasziniert, ich habe mir abgeguckt, wie die das machen und es selber ausprobiert“, berichtet Paul Lutzmann. Am Anfang sei das gar nicht so einfach gewesen, doch dann habe es immer besser geklappt. „Ich schaue den Stamm an und sehe, was daraus werden kann!“ Tierfiguren haben es ihm besonders angetan, aber auch andere Motive hat er schon geschaffen. Dem Holz will sich Lutzmann auch weiterhin beruflich widmen: Am 1. August beginnt er den praktischen Teil seiner Zimmermannslehre bei der Fuhrberger Zimmerei. Dann geht es um den Fachwerkhausbau und andere Holzarbeiten. Figuren mit der Kettensäge schnitzen wird wohl – zumindest vorerst – sein Hobby bleiben, aber ein sehr faszinierendes. Mit der Resser Kirchengemeinde ist er auch bereits im Gespräch, auf dem Gelände der Kapernaum-Kirche würde er gerne mit der Kettensäge ein Kreuz aussägen.
Sehr gerne würde sich Paul Lutzmann mit anderen Kettensägenkünstlern austauschen. Vor einigen Jahren gab es Workshops bei Bernd Laudage in Bissendorf-Wietze. Wo sich diese Szene heute trifft, ist dem angehenden Holzbildhauer nicht bekannt, würde ihn aber interessieren.