Pfarrscheune: Mit GZE geht‘s aufwärts

Carsten Kiegeland (links) erläuterte den Gewerbetreibenden aus Elze das Projekt Pfarrscheune. Fotos: A. Wiese
 
Pastor Joachim Schnell zeigt Jan Müller und Michael Mertens den Treppenaufgang in der Pfarrscheune, der erneuert werden muss.

Elzer Gewerbetreibende erwägen die 5.000 Euro teure Treppe zu sponsern

Elze (awi). Noch heißt es „vielleicht, hätte, könnte, würde, eventuell“, doch Carsten Kiegeland und Till Reichenbach vom Freundeskreis Pfarrscheune Elze und Pastor Joachim Schnell sahen am Ende doch schon ganz zuversichtlich aus, dass es für die in Angriff genommene Sanierung der Pfarrscheune Elze im wahrsten Sinne des Wortes weiter „aufwärts“ geht – wenn nämlich das Gewerbezentrum Elze, der Zusammenschluss Elzer Gewerbetreibender, die Kos-ten für die Sanierung der Holztreppe auf den Scheunendachboden übernimmt. Abschließend festlegen wollten sich Jan Müller, Thomas Frieske und die übrigen Vertreter des GZE am Donnerstagabend noch nicht, doch sie halten es durchaus für machbar, die Sanierung skosten für die Treppe zu schultern – rund 5.000 Euro. Sie ist ein Teilstück der Dachsanierung der Pfarrscheune. Zwei Wochen ist es jetzt her, dass der Freundeskreis und die Kirchengemeinde die Spendenbriefe an die Einwohner aller Ortsteile, die zur Kirchengemeinde gehören, rausgeschickt haben (das ECHO berichtete) und gespannt auf die Resonanz warten. „Wir sind auf offene Ohren gestoßen. Mit dem heutigen Tag sind 4.999 Euro eingegangen“, freute sich Carsten Kiegeland. Rund 20.000 Euro muss die Kirchengemeinde zusammenbekommen, damit es mit der Sanierung von Dach, Fußboden und Treppe losgehen kann. 75.000 Euro stehen inklusive Fördermitteln vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung bereit. Am nächsten Montag, 28. April, soll der Kirchenvorstand mit einem offiziellen Beschluss das Projekt in Gang schieben. Dann steht noch die Zustimmung des Kirchenkreises aus. Die Sanierung der nicht denkmal geschützten Pfarrscheune ist zwar quasi das private Ding der Kirchengemeinde, für das es keine Kirchensteuermittel gibt, doch mitreden will der Kirchenkreis, beziehungsweise das Amt für Bau und Kunstpflege in Celle trotzdem.
Formalien bald erledigt
Zum Beispiel, was die Auswahl der Ziegel betrifft: Zwischen der kleinen und großen Variante einer roten Tonziegel-Hohlpfanne wird zurzeit geschwankt. Der Freundeskreis Pfarrscheune ist zuversichtlich, dass die Formalien in den nächsten Wochen über die Bühne gehen und es im Juni mit der Dachsanierung losgehen kann. Offizieller Startschuss soll ein Benefizkonzert mit dem Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Elze am Sonntag, 1. Juni, ab 15 Uhr an der Pfarrscheune sein. Die Eintrittsgelder kommen ebenso wie die Einnahmen aus Kaffee- und Kuchenverkauf der Pfarrscheune zugute. Auch andere Aktionen laufen weiter: Die Fleischerei Dettmers verkauft für den guten Zweck ihre Teewurst Pfeffersäckchen als Scheunensäckchen und Mettwürstchen als Scheunenwürmer, die Bäckerei Springhetti bietet Scheunenkrustenbrot an. Diesen Elzer Geschäftsleuten dankte Kiegeland in seiner kurzen Begrüßung am Donnerstagabend ebenso wie den Mitgliedern des GZE für ihre Verbundenheit mit der Kirchengemeinde. Gemeinsam begingen die Teilnehmer des Abends die Scheune und die Gäste ließen sich das Projekt noch einmal in allen Einzelheiten erläutern. Für die Kirchengemeinde hat die Pfarrscheune mittlerwelle einen wichtigen Stellenwert als Zentrum für gesellschaftlichen und kulturelle Veranstaltungen. Hier gibt es nicht nur die Weihnachtsscheune und wird das Pfingstsingen veranstaltet, hier soll auch der gemeinsame Weihnachtsmarkt von Feuerwehr und Kirchengemeinde künftig stattfinden. „Wir brauchen die Räumlichkeiten dringend, unser Gemeindehaus ist für zwölf Gruppen viel zu klein“, gab Pastor Joachim Schnell zu bedenken. Der Sanierung von Dach und Treppe sollen weitere Schritte folgen: Der Ausbau eines Jugendraumes im Obergeschoss und irgendwann auch der Einbau eigener Sanitäranlagen. Noch müsssen für die Pfarrscheune die Anlagen im Gemeindehaus genutzt werden. Viele Aktive bringen sich in ihrer Freizeit in den Freundeskreis ein. Einer von ihnen ist Till Reichenbach aus Elze. Der 34-Jährige ist bereits seit ein paar Jahren mit im Boot. Er packt überall da mit an, wo er gebraucht wird, zum Beispiel im letzten Jahr beim Wald-Lehrpfad.
Faszination des Projekts
Es reizt Till Reichenbach, mit geringen Mitteln, etwas möglich zu machen. Frühjahrsputz, Holzschnitzel verteilen, Sponsorenbriefe austeilen, den Kontakt mit Jan Müller vom GZE herstellen, Thekendienst bei Veranstaltungen machen – der hauptberufliche Geschäftsführer des niedersächsischen Landvolks ist sich für nichts zu schade. Er freut sich darauf, im Sommer durch die Dachsanierung beim Mammutprojekt Pfarrscheune einen Riesenschritt vorwärts zu kommen.
„Die Scheune hat sich zu einem Veranstaltungsort entwickelt, der es schafft, in der Mitte des Ortes ganz unterschiedliche Gruppen zusammenzuführen, und nicht nur Kirchenmitglieder“, begründet Till Reichenbach die Faszination des Projektes. Dass Kirche sich auf diese Weise öffne auch für Leute, die sonst nichts mit ihr zu tun haben wollten, das sei ihm sehr wichtig, betont Reichenbach gegenüber dem ECHO auf die Frage: „Warum engagieren Sie sich für die Pfarrscheune?“, die das ECHO in den nächsten Wochen noch einigen Mitgliedern des Freundeskreises stellen wird.