Pilotprojekt mit dem Sportbund geplatzt

Gemeinde Wedemark zieht Sportentwicklungsplanung jetzt alleine durch

Wedemark (awi). Das Pilotprojekt Sportentwicklungsplanung der Gemeinde Wedemark mit dem Regionssportbund und der Leibniz-Universität, das in Kürze anlaufen sollte, ist geplatzt. Die Wedemark werde jetzt alleine einen Sportentwicklungsplan im Rahmen ihres Gemeindeentwicklungsplanes auf die Beine stellen und die im Haushalt dafür eingeplanten 20.000 Euro dafür verwenden. Dem Regionssportbund habe er Anfang der Woche erklärt, dass es keine Zusammenarbeit geben werde, teilte Bürgermeister Tjark Bartels auf Nachfrage des ECHO mit. Er begründete seine Entscheidung damit, dass die Geschäftsführung des Regionssportbundes die Kommunen nicht nur erheblich unter Druck gesetzt, sondern auch „dreist angelogen“ habe. „Bereits auf der Bürgermeisterklausur im Sommer gab es erheblichen Ärger, weil den Kollegen zu Ohren gekommen war, die Sportförderung sei künftig davon abhängig, ob die entsprechenden Kommunen ihre Sportentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem Regionssportbund vornähmen“, so Bartels am Rande eines Pressegespräches zu einem anderen Thema am Donnerstag. Vor wenigen Tagen sei die Gemeinde dann damit konfrontiert worden, dass Sportbund und Uni bereits ein fertiges Konzept in der Schublade hätten, in der die Forderungen der Gemeinde Wedemark definitiv nicht berücksichtigt worden seien. „Wir haben immer wieder eingefordert, an der Konzeption beteiligt zu werden und werden jetzt so überrascht“, erklärte Bartels verärgert. Den Ausschlag habe dann die Aussage des Regionssportbund-Geschäftsführers Roland Freitag gegeben, dass ein eigener Entwicklungsplan der Gemeinde nicht akzeptiert würde und Zuschüsse tatsächlich nur dann fließen könnten, wenn es zu besagter Kooperation komme. „Das lassen wir uns nicht gefallen“, erklärte Bartels: „Für uns ist die öffentliche Befragung unserer Bürger für die Entwicklungsplanung von entscheidender Bedeutung. Es geht schließlich auch um die Meinung der Leute, die keinen Vereinssport machen. Wenn es nicht möglich ist, das einzubauen oder unseren eigenen Entwicklungsplan aufzustellen und wir bei der Erstellung der Fragebögen außen vorbleiben, können wir nicht zusammenarbeiten. Daher habe ich am Montag gesagt, dass die Gemeinde Wedemark das Projekt nicht unterstützen wird.“ Die Krone aufgesetzt habe die Tatsache, dass Geschäftsführer Roland Freitag bezüglich der Bedingungen für die Sportförderung aus den Richtlinien des Landessportbundes zitiert, aber dabei unterschlagen habe, dass mit „nachvollziehbarer Begründung“ sehr wohl die Gemeinde auch einen eigenen Sportentwicklungsplan vorlegen könne. „So dreist angelogen worden bin ich noch nie“, ärgerte sich Bartels. Zudem sei die Beauftragung der Universität zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die Finanzierung noch gar nicht gesichert gewesen sei. Das sei „handwerklich wirklich extrem schlecht gemacht“ gewesen, so Bartels, und forderte personelle Konsequenzen beim Regionssportbund. Aus seiner Sicht sei der Geschäftsführer nach diesen Vorkommnissen nicht mehr tragbar. „In der Wedemark wird es eine Umfrage geben mit Fragen wie „Was macht ihr eigentlich?“, „Wo wird was entwickelt?“ und „Wie kann man die Kooperation unter den Vereinen fördern“, kündigte der Bürgermeister an. Diese konkreten Maßnahmen sollten 2012 umgesetzt werden. Auch zum Schwerpunkt Seniorensport werde es Fragen geben. „Es ist schade um die Zusammenarbeit mit der Uni, aber die Wedemark ist nicht der Verlierer. Sie wird ihren Sportentwicklungsplan bekommen“, betonte der Bürgermeister.