Polizei informiert: „Vorsicht, falscher Enkel“

Kontaktbeamtin Mareike Limbach und Sparkassen-Filialleiter Karsten Wojke im informativen Gespräch mit Johannes Hesse aus Mellendorf, der genau in die Zielgruppe der Präventionsaktion gehört. Foto: A. Wiese

Kontaktbeamtin Mareike Limbach besuchte in der Aktionswoche Volksbank und Sparkasse

Mellendorf (awi). „Vorsicht, falscher Enkel“ ist das Informationsblatt überschrieben, das Wedemarks Kontaktbeamtin Mareike Limbach gestern vormittag den Filialleitungen von Volksbank und Sparkasse in Mellendorf übergeben hat. Mit der Bitte um Weiterleitung an die spezifische Zielgrupe der Senioren, denn wie in den überregionalen Medien in den letzten Wochen und Monaten zu verfolgen war, gelingt es skrupellosen Betrügern immer wieder, mit dem Enkeltrick und anderen insbesondere auf Senioren ausgerichteten Maschen Geld in nicht unbeträchtlicher Höhe zu ergaunern.
Im Rahmen der behördenweiten „Aktionswochen Banken“ stellte Mareike Limbach zunächst den Mitarbeitern der Volksbankfiliale in der Wedemarkstraße das Projekt „Enkeltrick“ des LKA Niedersachsen vor und wies nochmals die Mitarbeiter auf ihre so wichtige Funktion diesbezüglich hin. Anschließend stattete Limbach dann der Sparkassenfiliale in der Wedemarkstraße einen Besuch ab und wurde dort von Filialleiter Carsten Wojke empfangen, der die Präventionsaktion der Polizei ausdrücklich begrüßte. Zwar habe es in der Sparkasse in Mellendorf noch keine konkreten Betrugsfälle gegeben, doch ein oder zweimal seien Mitarbeiter schon unsicher gewesen, ob alles mit rechten Dingen zugehe. „Wir haben auch ein spezielles Informationsblatt für die Mitarbeiter, mit Tipps, wie sie sich verhalten können, zum Beispiel, wie sie Suggestivfragen stellen oder die Geldauszahlung unauffällig verzögern können. Und auf jeden Fall ist es besser, im Verdachtsfall einmal mehr die Polizei anzurufen als einmal zu wenig.“ Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren hat das Landeskriminalamt Niedersachsen das Projekt „Enkeltrick“ durchgeführt und im Mai 2012 erfolgreich abgeschlossen. Um eine Nachhaltigkeit zu gewährleisten, wird das Projekt im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover nunmehr durch entsprechende Präventionsmaßnahmen weitergeführt und ist eingebunden in das von der Polizeidirektion Hannover initiierte Programm zum Nachteil älterer Menschen. Die den Verbänden bereits bekannten Infobroschüren und Blätter sind über die den Polizeidienststellen angeschlossenen Präventionsteams zu erhalten und werden den Geldinstituten von den örtlichen Kontaktbeamten übergeben. Wie wichtig die Information ist, erfuhr Mareike Limbach, als sie im Rahmen der Aktionen in der Schalterhalle Johannes Hesse aus Mellendorf ansprach. Er habe vom „Enkeltrick“ noch nichts gehört, muss-te der Senior einräumen und lauschte aufmerksam den Ausführungen der Kontaktbeamtin. Doch nicht nur der Enkeltrick, wo sich Unbekannte am Telefon als Verwandte ausgeben und um Geld für einen Notfall oder eine Anschaffung bitten, das ein Kumpel von ihnen abholen wird, weil sie angeblich verhindert sind, kursiert. Mareike Limbach weiß auch von anderen Betrugsmaschen zu berichten, mit denen vorwiegend ältere Leute geprellt werden. „Da verschaffen sich Betrüger Namen von Jugendlichen, die im Urlaub sind und rufen dann die Angehörigen an mit der Behauptung, der Sohn oder die Tochter habe einen Unfall gehabt und es werde ganz dringend Geld für eine Operation benötigt. Auch reisende Handwerker, die angebliche Schäden an Häusern entdecken und schnell reparieren wollen, sind mit Vorsicht zu genießen, wie ein aktueller Fall in Bissendorf zeigt. Hier hatten zwei Unbekannte, die sich als Mitarbeiter einer Dach-deckerfirma ausgaben, bei einer 88-Jährigen im Schnepfenweg geklingelt und sie auf kaputte Dachziegel hingewiesen. Für zehn Euro könnten sie den Schaden sofort reparieren, erklärten die Männer und legten bereits die Leiter an. Auf dem Dach riss der angebliche Dachdecker nach Schilderungen einer Nachbarin mit Gewalt einen Dachziegel heraus und ließ ihn zu Boden fallen. Der 88-Jährigen kam dies inzwischen aber komisch vor und sie bat die Männer, innezuhalten, da ihre Kinder in einer Stunde kämen. Da hätten sich die Männer, die ein veraltetes Flugblatt einer Dachdeckerfirma in den neuen Bundesländern dabei gehabt hätten, dann aus dem Staub gemacht, nachdem sie auch bei einem anderen Senior in der Straße abgeblitzt waren, so die Schilderung der Nachbarin. Auch vor solchen Praktiken warnt die Polizei. „Wenn die Firmen seriös sind, haben die Mitarbeiter kein Problem damit, wenn man mal kurz bei der angegebenen Firmennummer anruft und nachfragt. Auch hier gilt: Im Zweifelsfall diePolizei informieren“, erklärten Einsatz- und Streifendienstleiter Rolf Wenda und Kontaktbeamtin Mareike Limbach.