Protest mit gelben Kreuzen

Die Anwohner von Gailhof und Meitze drücken ihren Widerstand gegen das geplante Industriegebiet am Neuen Hessenweg mit gelben Kreuzen aus.
 
Auch die Kinder beteiligten sich am Bemalen der Holzkreuze.

Kampf gegen das Industriegebiet am Neuen Hessenweg geht weiter

Gailhof. Mehr als 40 gelbe Holzkreuze stehen seit dem Wochenende entlang vieler vom Verkehr stark belasteter Straßen in Gailhof und Meitze. Mit ihnen möchten die Anwohner davor warnen, die beiden Ortsteile mit einer zusätzlichen Verkehrsbelastung durch das geplante Industriegebiet neuer Hessenweg vollständig in die Knie gehen zu lassen.
„Die momentane Situation mit Dauerstaus durch Gailhof und Meitze macht einmal mehr deutlich: Die Verkehrsbelastung hier ist nicht in den Griff zu bekommen - keine Maßnahme greift wirklich. Zusätzlich 500 LKWs pro Tag plus mehrere Hundert Autos Gewerbeverkehr können wir hier einfach nicht mehr verkraften“, macht Maggie Garland von der Bürgerinitiative deutlich.
Viele Bürger - Familien, Anwohner, Bürgerinitativler aus Gailhof und Meitze - trafen sich deshalb am vergangenen Samstag auf dem Neuen Kamp in Gailhof und strichen Holzlatte um Holzlatte gelb und versahen sie mit der klaren Botschaft „Nein“, Auch ein entsprechendes Banner findet sich nun, für alle Durchfahrenden ersichtlich, an der Celler Straße.
„Ich kämpfe bis zu meinem letzten Atemzug dagegen, dass das Industriegebiet an dieser unpassenden Stelle in der Wedemark entstehen soll“, verkündet ein Anwohner und verweist auf die Belastung nicht nur für die Gailhofer und Meitzer, sondern auch auf Nichtbeachtung von Naturschutzbelangen und Flächenversiegelung. „Ich hoffe, dass die Kreuze dazu führen, dass auch Wedemärker auf das Thema aufmerksam werden, die sich bisher noch nicht damit beschäftigt haben“, sagt Heike Ristig aus Gailhof. Zudem würde sie sich von der zuständigen Ortsbürgermeisterin künftig mehr Umgang auf Augenhöhe wünschen: „Man kann uns Bürger durchaus mit Anstand behandeln - bisher läuft das eher sehr herabschätzend“, sagt sie. Günther Baxmann aus Gailhof hat den Eindruck, dass Leserbriefe in den Zeitungen nichts nützen - „deshalb hoffe ist, dass die Kreuze dauerhaft auf das Thema aufmerksam machen - je mehr, desto besser“.
Anwohner wie Ursula Dillinger und Sohn Christian aus Gailhof berichten, dass durch den Dauerverkehr durch Gailhof kein Schlafen oder Fernsehen bei offenem Fenster mehr möglich ist. Wie soll das erst werden, wenn auch noch 500 weitere LKWs die Umleitungsstrecke hier nutzen?“, fragen sie. Und die kleine, elfjährige Victoria Dreessen kann seit Wochen nicht mehr richtig schlafen, weil ihr Bett nachts von den Vibrationen der durchfahrenden und an der Kreuzung haltenden Lkws wackelt und vibriert. „Sogar mein CD-PLayer wackelt dann immer“, klagt sie. Kurzum: „Wir Anwohner leiden, die Gesundheit leidet, der Wohnwert leidet und die Bausubstanz leidet“, bringt es ihre Mutter Alexandra Schröder für alle Betroffenen auf den Punkt. Selbst von der Gemeinde geplanter Flüsterasphalt würde hier nichts nützen, sagen die Betroffenen: „Es ist das ständige Anfahren, Bremsen, die Abgase, der Lärm, die uns krank machen.“
Dass die Proteste der Anwohner durchaus Substanz haben, untermauert eine Gutachter-Stellungnahme des Büros RegioConsult Verkehrs- und Umweltmanagement, das der Verein Bürger für eine Lebenswerte Wedemark (BLW) im Rahmen des Bauleitverfahrens zum Industrie- und Gewerbegebiet Neuer Hessenweg gerade im Rahmen des Einwendungsverfahrens eingebracht hat. Das legt dar, dass im bisherigen Planungsverfahren sowohl die Verkehrsbelastung als auch die schalltechnischen Untersuchungen Mängel aufweisen und den tatsächlichen bisherigen Belastungsstand damit nicht ausreichend berücksichtigen (www.ytrasse.de). Zudem hat der BLW eingewendet und kritisiert, dass die stark verkehrsbelasteten Straßen in Gailhof und Meitze von der Gemeinde nicht im Lärmaktionsplan berücksichtigt wurden. Die Bürger belegen die Verkehrsbelastung mit wirklich eindrucksvollen Videos auf der Facebookseite „Wir sagen NEIN zum MEitze GAilhof GEwerbegebiet“.