Quo vadis vhs Hannover Land?

Karen Drews (v. l.), Konstanze Beckedorf, und Gitta Jansen nahmen als Vertreter der Gemeinde Wedemark an der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Volkshochschule Hannover Land im Bürgersaal der Stadt Burgwedel teil. Foto: B. Stache
 
Verbandsgeschäftsführer Martin Kurth stellte am Abend im Bürgersaal Burgwedel mit der Präsentation „vhs Hannover Land – Perspektive 2017“ seine Ideen zur Erneuerung der vhs vor. Foto: B. Stache

Neuer Verbandsgeschäftsführer Kurth stellt innovative Ideen vor

Burgwedel (st). „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass unsere Ziele, die wir mit der Kündigung und Neuorientierung erreichen wollen, mit einer weiter bestehenden Mitgliedschaft im Zweckverband Hannover Land nicht zu erreichen sind.“ Dies erklärte die Erste Gemeinderätin Konstanze Beckedorf am Dienstagabend anlässlich einer Sitzung der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Volkshochschule (vhs) Hannover Land im Bürgersaal der Stadt Burgwedel. Derzeit gehören Burgwedel, Garbsen, Neustadt, Wedemark und Wunstorf zum Zweckverband. Wie diese Trennung im Detail vonstatten gehen soll, werde sich zeigen, wenn die entsprechenden Gremien der Gemeinde Wedemark den Bürgermeister ermächtigen, die Kündigung auszusprechen, machte Beckedorf deutlich. Ein entsprechender Ratsbeschluss wird für den 28. Juli 2014 erwartet, der Austritt aus dem Zweckverband könnte dann zum 31. Dezember 2015 vollzogen werden. Die Wedemark plant, sich der vhs Langenhagen anzuschließen. Verbandsgeschäftsführer Martin Kurth stellte am Abend im Bürgersaal mit der Präsentation „vhs Hannover Land – Perspektive 2017“ seine Ideen zur Erneuerung der vhs vor. Modernität im Internetauftritt und der Programmgestaltung gehörten ebenso zu einer erfolgreichen Volkshochschule wie Qualitätsmanagement und bedarfsgerechte Bildung. Kurth schlug beispielsweise vor, das sehr umfangreiche vhs-Programmheft zukünftig kompakter und strukturierter zu gestalten. Innovativ sei auch eine Verlagerung der Programminformation für junge Zielgruppen in den online-Auftritt sowie die Einführung einer vhs-App. „Damit die Bürgerinnen und Bürger vor Ort in den entsprechenden Kommunen auch tatsächlich das Bildungsangebot finden, das sie haben möchten“, erklärte Kurth zum Thema bedarfsgerechte Bildung. Das Erschließen neuer Zielgruppen stehe ebenfalls auf seinem „Erneuerungsplan“. Der Geschäftsführer kündigte an, mehr Männer für den Besuch von vhs-Veranstaltungen zu gewinnen. Bisher stellt diese Gruppe nur 25 Prozent der vhs-Teilnehmer dar. Kurth ging auch auf die finanzielle Situation ein. Die vorgestellten Maßnahmen sollten trotz Sparkurs in den kommenden drei bis vier Jahren umgesetzt werden. Hierfür stünden ihm nicht mehr Mittel zur Verfügung. „Wir müssen sparen. Es wird einen Abbau des Personals geben durch nicht Neubesetzung freigewordener Stellen“, so Kurth, der dennoch optimistisch nach vorne sieht. Die Volkshochschule müsse sich darauf besinnen, ihren Vorteil gegenüber sozialen Netzwerken hervorzuheben. „Bei uns triffst du Menschen, kannst dich austauschen, kannst dabei Spaß haben. Der Lernprozess geht besser und es ist auch ein gesellschaftliches Erlebnis“, stellte der vhs-Geschäftsführer heraus und erklärte abschließend: „Eine Volkshochschule soll nicht nur ein Seminarraum sein, sondern ein Ort, an dem sich Menschen treffen und austauschen.“ Zu Beginn der Sitzung, die von Dieter Roggenkamp als Vorsitzender der Verbandsversammlung geleitet wurde, hatte Martin Kurth die Beschlussvorlage für eine neue „Gebührenordnung Veranstaltungszentrum Leinepark (VZL) in Neustadt“ vorgestellt. Eine Gebührenerhöhung für die Nutzung der beiden großen, schwer beheizbaren und sehr viel Energie verbrauchenden Räume, des Bürger- und Kinosaals, sei erforderlich, hieß es. Darüber hinaus schlug der Geschäftsführer eine Kaution für die Benutzung des VZL vor, um bei Beschädigungen und großen Verschmutzungen nach Veranstaltungen nicht auf den Kosten sitzen bleiben zu müssen. Das Gremium einigte sich auf einen Betrag von bis zu 900 Euro. Konstanze Beckedorf, Karen Drews und Gitta Jansen stimmten als Vertreter der Gemeinde Wedemark ebenfalls für die einstimmig angenommene Beschlussvorlage.