Radiokirche findet Gehör

Die Päckchen an der Leine vor der Kirche.
 
Der Sendemast.

Gemeindemitglieder beglückwünschen Kirche zu der Idee

Elze. Seit dem 21. März 2021 sendet die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Elze-Bennemühlen ihre Gottesdienste über die Frequenz UKW 95,1 in ihrem Gemeindegebiet. Und die Gottesdienste kommen an: „Super Idee mit dem Radio!!!“, „Ich bin gerade bei meiner Mutter zu Besuch und wir wollten die Radiokirche hören. Eine tolle Idee, den Gottesdienst in diesen Zeiten zu den Menschen nach Hause zu bringen“ und „Herzlichen Glückwunsch zu dem ersten Gottesdienst durch das Radio. Es war ein sehr schöner!“ – das waren die Nachrichten, die die Kirchengemeinde am Montag, den 22. März im E-Mail-Postfach fand. Pastor Maik Schwarz freut sich: „Ich habe gerade eine Dame aus Berkhof besucht, um ihr zuihrem Geburtstag einen Blumenstrauß an der Haustür zu übergeben, und sie sagte mir gleich: „Das ist richtig schön mit Ihrem Gottesdienst im Radio!“ Es ist schön, dass unser Angebot so gut angenommen wird! Es gab jedoch auch einige Enttäuschungen: Eine Dame aus Isernhagen, die als Kind nach Plumhof kam und dort aufwuchs, wollte den Gottesdienst aus der alten Heimat im Radio hören. Doch so weit werden die Radiowellen leider nicht übertragen. Und es gab auch einige Kinderkrankheiten: Nach der Generalprobe musste die Sendungsstärke erhöht werden: „Mit 5 Watt wie von der Bundesnetzagentur vorgeschlagen kamen wir nur einen Kilometer weit,“ so Wulf-Steffen Pohle, der Initiator des Kirchenfunks, „doch wir haben die Sendeleistung angepasst und jetzt decken wir das gesamte Gebiet der Kirchengemeinde von Sprockhof bis Meitze, von Bennemühlen bis Hohenheide ab.“ Und auch so manche technische Kleinigkeit musste noch verbessert werden: „Es ist oft noch ein Brummen im Hintergrund zu hören, das mussten wir noch wegkriegen,“ so Pastor Schwarz, „Es läuft noch nicht alles ganz perfekt, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Auch die Bundesnetzagentur kam im April, um sich den Sender anzuschauen und die Reichweite auszumessen. „Deren Techniker hatten auch noch einige hilfreiche Tipps für uns“, freut sich Wulff-Steffen Pohle, „jetzt läuft alles noch besser!“Kirchenvorstandsvorsitzender Bernhard Orlowski ergänzt: „Es liegt manchmal auch am Radio. Bei den älteren Radios geht es oft besser als bei den modernen. Und im Autoradio war es besonders gut.“ Organistin Gabriele Zorn berichtet: „Als ich in anderen Gemeinden von unserer Radiokirche erzählt habe, wurden wir oft beneidet – gerade in dieser Zeit!“ Dem kann Kirchenvorsteherin Kerstin Rickert nur beipflichten: „Als ich im Radio unsere Orgel gehört habe, wurde mir ganz warm ums Herz.“Einen besonderen Gottesdienst übertrug die Gemeinde an Gründonnerstag: „Vor der Kirche hatten wir kleine Pakete aufgehängt, in denen eine Oblate, Weintrauben und eine Kerze waren“, berichtet Kirsten Kiegeland, die die Pakete mit Heide Hausmann und Renate Bullitz gepackt hat. „Die Menschen konnten sich dann die Pakete tagsüber abholen und abends hatPastor Schwarz dann über das Radio mit uns Abendmahl gefeiert.“ Und das „Abendmahl amRadio“ kam an. „Ich habe von einigen Familien gehört, die sich sehr darüber gefreut haben. Gerade ältere Menschen, die schon lange nicht mehr zur Kirche kommen konnten, hatten so die Möglichkeit Abendmahl zu feiern. Das war für viele ein emotionaler Moment.“, erzählt Maik SchwarzDoch die Arbeit an Verbesserungen hört nicht auf, wissen Maik Schwarz und Wulf-Steffen Pohle: „An der Tontechnik können wir immer noch feilen. Und wenn wieder Gottesdienste vor der Pfarrscheune oder in der Kapelle in Meitze gefeiert werden, müssen wir auch noch einmal schauen, ob nicht noch unerwartete Herausforderungen auf uns zukommen.“ „Alles inallem sind wir mit dem bis jetzt Erreichten schon sehr zufrieden. Wir freuen uns, dass wir die Gottesdienste in die Häuser der Menschen übertragen können und die Menschen zu Hause erreichen. Die größten Hürden sind genommen, die kleineren, die jetzt noch folgen, werden wir auch noch nehmen,“ so Bernhard Orlowski.