Radweg von Resse nach Bissendorf

Diskutierten über den Radfahrstreifen, der den Radverkehr innerorts durch Wiechendorf führen soll: Johannes Veuskens (von links) vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover, Claudia Hopfe, Jürgen Engelhardt, Marco Zacharias, Jessica Borgas und Oliver Brandt. Foto: A. Wiese

In Wiechendorf und der Siedlung Buchholz wird es nur ein Radfahrstreifen

Wiechendorf (awi). Seit Jahren sehnen ihn sich die Radfahrer herbei: den 4,5 Kilometer langen Radweg von Resse nach Bissendorf. Jetzt sind sie fast am Ziel ihrer Wünsche. Ende August, Anfang September fängt die Region an von Resse aus zu bauen. Beim zweiten Teil von Wiechendorf nach Resse wird es allerdings Verzögerungen geben. Da der Radweg einmal die Straßenseite wechseln wird, sind neue Grundstücksverhandlungen notwendig.
Und, was bisher bei der Diskussion der Pläne für den Radweg öffentlich noch nicht so richtig klar herauskam: In der Ortschaft Wiechendorf und in der Siedlung Buchholz wird kein Radweg gebaut, hier werden die Radfahrer wie in Bissendorf auf einem rot markierten Radfahrstreifen in die eine Richtung geleitet, in die andere werden Piktogramme auf der Fahrbahn aufgebracht. Das erklärte Johannes Veuskens vom Fachbereich Verkehr der Region Hannover am Mittwoch bei einem Ortstermin mit Oliver Brandt und Claudia Hopfe vom Arbeitskreis Verkehr der CDU-Regionsfraktion, dem sich auch Scherenbostels Ortsbürgermeister Jürgen Engelhardt, Wedemarks CDU-Bürgermeisterkandidat Marco Zacharias und CDU-Regionskandidatin Jessica Borgas anschlossen, um sich auf den neuesten Stand des 2,7 Millionen teuren Bauprojekts – ohne Grunderwerb – bringen zu lassen. Die Bewertung des Walds auf der südlichen Seite der Regionsstraße zwischen Wiechendorf und der Siedlung Buchholz habe dazu geführt, dass der 2,50 Meter breite Radweg zwischen den Ortschaften einmal die Straßenseite wechseln müsse, erläuterte Veuskens. Die Grunderwerbsverhandlungen für das Teilstück des Radweges von Wiechendorf nach Bissendorf würden wohl erst im Sommer 2022 abgeschlossen sein, schätzte Veuskens. Alle Teilnehmer des Ortstermins am Mittwochnachmittag waren überrascht über das Verkehrsaufkommen in Wiechendorf und die Ungeschütztheit der Radfahrer. „Hier ist die Forderung nach einem Radweg wirklich durchaus berechtigt“, stellte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Regionsfraktion, Oliver Brandt, in Übereinstimmung mit seiner Langenhagener Parteikollegin Claudia Hopfenbach fest. Wenn nicht ein zu harter Winter den Bauplanern einen Strich durch die wohlüberlegte Rechnung macht, sollte der Radweg von Resse nach Wiechendorf nach fünf bis sechs Monaten Bauzeit im Frühjahr fertig sein. Auf dem Teilstück wird er auf der von Resse aus gesehen linken Seite geführt. In der Lönssiedlung in Resse ist eine Querungshilfe vorgesehen, um den Kfz-Verkehr zu dämpfen.
Wenn in einer ländlichen Region wie der Wedemark von Verkehrsdämpfung die Rede ist, ist schnell festzustellen, dass die Regionsabgeordneten, die hannoversche Verhältnisse gewöhnt sind, ganz andere Situationen kennen. „Das ist viel Verkehr? Das ist doch gar kein Vergleich mit der Vahrenwalder Straße zum Beispiel“, war beim Ortstermin am Mittwoch zu hören.
Fraglich sei auch, waren sich die Politiker einig, ob die Autofahrer den Fahrrad-Schutzstreifen im Ort akzeptieren würden. Immer wieder fällt auf, dass die Unwissenheit darüber, dass der Schutzstreifen mit dem Auto ausschließlich dann befahren werden darf, wenn ein Begegnungsverkehr ansonsten nicht möglich ist, ganz offensichtlich noch groß ist. „Da wird noch einmal massiv aufgeklärt und informiert und vielleicht auch kontrolliert werden müssen“, befürchteten die Regionspolitiker.
Wenn die Grundstücksverhandlungen für das zweite Teilstück des Radweges zwischen Wiechendorf und Scherenbostel abgeschlossen sind, kann in etwa zwei bis drei Monaten das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, das zwischen drei bis vier Monaten in Anspruch nehmen werde, schätzt Johannes Veuskens. Sehr zufrieden war Oliver Brandt mit der Auskunft, dass fast alle Bäume am Straßenrand erhalten werden können und lediglich ein bis zwei in Zufahrtsbereichen fallen müss-ten, um das Standardmaß von 2,50 Meter Breite zu ermöglichen.