Ralf Göing kandidiert jetzt parteilos

Landwirt Ralf Göing hat der CDU den Rücken gekehrt, kandidiert jetzt parteilos für den Ortsrat Mellendorf/Gailhof.

Bei diversen Themen dem Fraktionszwang nicht unterworfen

Gailhof. Nach über 20 Jahren CDU Mitgliedschaft und 15 Jahren Ortsrats-Mitarbeit möchte der 42-jährige Landwirt Ralf Göing aus Gailhof weiterhin für die Interessen der Mellendorfer und Gailhofer einstehen. Daher hat er sich entschlossen, einen neuen Weg zu wählen, um sich auch in Zukunft politisch stark zu machen. Er nutzt die Möglichkeit, als parteiloser Einzelkandidat für den den Ortsrat Mellendorf-Gailhof anzutreten.Den Kampf innerhalb seiner Fraktion hat er schweren Herzens aufgegeben und vor Kurzem sein Mandat niedergelegt. „Der innerparteiische Umgangston macht die Musik. Natürlich kann man Themen heiß diskutieren, aber nur so viel: Fraktionszwang und ‚Hinterkämmerlein-Geschäfte‘ sind mir zuwider“, erklärt Göing seinen Austritt aus der Partei. „Wir leben in einer Demokratie, da muss man auch mal Wege mit- und Kompromisse eingehen, selbst wenn man ein Störgefühl hat. Aber es gibt Themen, die ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte und gegen die ich klar meine Stimme erhoben habe.“
Insbesondere zwei Themen waren Göing in den vergangenen Jahren ein Dorn im Auge. Zum Einen der Bau des Sportplatzes und Umzug des MTVs in die Industriestraße in Mellendorf mit seiner schlechten Anbindung und für Kinder unzumutbaren Zuwegung sowie das derzeit im Bau befindliche Industriegebiet in Gailhof. „Ich habe zum damaligen Zeitpunkt vehement entgegen des CDU Ortsrats entschieden und bin dafür hart angegangen worden.“ Vor fünf Jahren wurde im Wahlprogramm festgehalten, dass Gewerbe unterstützt, aber in keinem Fall ein Industriegebiet toleriert wird. „Die CDU ist mit ihrer Mehrheit im Gemeinderat dafür verantwortlich, dass es jetzt so gekommen ist“, stellt Göing klar. „Ich kann das nicht gutheißen. Schließlich haben wir -insbesondere den direkt betroffenen Gailhofer Bürgerinnen und Bürgern- ein eindeutiges Versprechen gegeben. Sie fühlen sich im Stich gelassen. Das muss in der Zukunft unbedingt anders werden“, betont Göing. „Er sieht seine Funktion ganz klar als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. Nun hofft Göing auf das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, die ihn schon jahrelang mit ihren Direktstimmen in den Ortsrat gewählt haben.
Göing kennt natürlich die meisten Themen, die den Gailhofern am Herzen liegen und für die er sich einsetzen möchte. So zum Beispiel die sichere Zuwegung für Kinder zum Spielplatz Grenzheide oder ganz aktuell das Baugebiet am Jugendheim in Gailhof, welches laut Gemarkung nach Mellendorf gehören wird. Die zukünftigen Haus- und Wohnungsbesitzer leben Tür an Tür mit ihren Gailhofer Mitbürgern und gehören zu Mellendorf. „Mehr dörfliche Zerrissenheit kann man nicht provozieren. Denke man allein an Kinderfreundschaften, die dann schon zum Start der Schule erschwert werden, weil Gailhofer Kinder in die Hellendorfer Grundschule gehen und eben nicht nach Mellendorf“, zeigt Göing auf. Mit Blick auf Mellendorf steht die angespannte Verkehrssituation auf Göings persönlicher Agenda. „Die geplanten Neubauten in Richtung Sommerbostel werden die bereits heutige schwierige Verkehrslage an der Ecke Wedemarkstraße – Schaumburgerstraße extrem verschärfen.“ Hier gilt es, Entscheidungen zu treffen, die im Interesse der Anwohner sind und den Verkehrsfluss begünstigen.
Ralf Göing wohnt bereits sein ganzes Leben in Gailhof, bewirtschaftet den familieneigenen landwirtschaftlichen Betrieb mit seiner Frau Lena, engagiert sich stark für das dörfliche Zusammenleben, ist sehr aktiv im Vorstand des Schützenvereins „Sichere Hand“ und im ständigen Austausch mit den Dorfbewohnern. Aber: „Ich kann leider nicht immer wissen, wo ‚der Schuh drückt‘. Von daher bitte ich alle Mellendorfer und Gailhofer Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stimme um Unterstützung und vor allem um offene Kommunikation. Sprecht mich bitte direkt an. Nur dann kann ich mich zukünftig für Ihre und Eure Interessen und Wünsche einsetzen und stark machen.“