Randale auf Moor-Erlebnispfad

Unbekannte haben ein Bild der Zerstörung am Moor-Erlebnispfad hinterlassen.
 
Die Bänke sind besprüht.

NABU ist über Zerstörung mehr als verärgert

Resse. Das letzte Jahr hat wie kein anderes gezeigt, wie wohltuend der Aufenthalt in der Natur sein kann und welche Abenteuer sich, gezwungenermaßen, auch vor der eigenen Haustür suchen lassen. So zum Beispiel auf dem in einem Naturschutzgebiet liegenden Moor-Erlebnispfad in Resse, welcher sich mit der Zunahme der Sonnenstrahlen in den letzten Wochen immer grö ßerer Beliebtheit erfreute und zu einem der meistbesuchten AusIlugsziele der Region Hannover avancierte. Dies überrascht nicht, bietet er doch auf zwei barrierefreien Rundwegen eine einmalige Möglichkeit für Groß und Klein das Otternhagener Moor zu erkunden.
Was jedoch umso mehr überrascht, ist das immer häufiger auftretende rücksichtslose Verhalten einiger Besucher und die damit verbundene Schädigung dieser besonderen Landschaft sowie das daraus resultierende schmälernde Erlebnis des Schutzgebietes für zukünftige Besucher.
Den traurigen Höhepunkt bot hier ein vermutlich abgehaltener Kindergeburtstag am 21. Mai. Auch wenn der Nabu dieser Form des Regelverstoßes im Folgenden keine gesonderte Plattform bieten möchte, so erscheint es in Anbetracht des Ausmaßes be- sonders wichtig, dieses Fehlverhalten aufzuzeigen.
Nicht etwa, um jemanden an den Pranger zu stellen, sondern um an den gesunden Menschenverstand zu appellieren und die kommenden Besucher darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich hier in einem Naturschutzgebiet befinden - ein Bereich, der nur für die Öffentlichkeit freigegeben ist, weil vorausgesetzt wird, dass sich jeder an die folgenden Spielregeln hält:
So verlockend das Moor auch sein mag - der Erlebnispfad ist ein Spazierweg, der nur auf den eigens errichteten Stegen und Wegen begangen werden darf.
Reiten und Radfahren sind hier nicht gestattet.
Vierbeiner dürfen ausschließlich an der Leine geführt werden.
Müll gehört grundsätzlich nicht in die Natur, sondern muss wieder mitgenommen werden, ganz egal, ob es Taschentücher, Obstreste oder, wie derzeit vermehrt, Schutzmasken sind. Außerdem sind diverse Abfalleimer entlang des Rundwegs aufgestellt.
Letzte Woche fanden die ehrenamtlichen Betreuer des NABU Wedemark jedoch nicht nur Papier-und Plastikmüll vor, den es aufzusammeln galt, sondern neben Eierschalen auch ganze Eier, die an Bäume geworfen worden waren und von deren Rinde der Schmutz abgeschabt werden musste.
Was die Naturschützer erbost, aber vor allem schockiert, ist die selbstverständliche Ignoranz gegenüber der Natur und des gesamten Erlebnisgebietes, mit dem hier gefeiert - und die Umwelt sowie Erholung aller Besucher missachtet wurde.
Der Moor-Erlebnispfad soll dazu dienen, Eindrücke zu vermitteln und zum Beobachten anregen. Er ist jedoch kein Ort für eine Schnitzeljagd, bei der gesammelt, beschmutzt und zerstört wird.
Die ehrenamtlichen Betreuer fanden unzählige Bäume farblich markiert vor, Bänke und Holzstege waren großIlächig besprüht, Wege zertreten und geschütztes Gelände betreten worden, Luftballons und Luftschlangen waren an Bäumen und in Büschen befestigt. All das ist schlimm genug, schlimmer noch, dass die Verursacher anstatt diesen „Spaß“ zu beseitigen, ihn selbstverständlich zurückließen.
Das fehlende Verantwortungsbewusstsein nicht nur gegenüber der Natur, sondern auch die mangelnde Vorbildfunktion für Kinder lässt sich anhand des folgenden Bildes sinnbildlich beschreiben: Wer meint, in einer TorIkuhle Konfettikanonen abschießen zu müssen, ist, gelinde gesagt, im Moor deplatziert, denn dadurch zerstört man nicht nur die Möglichkeit des eigentlichen Zwecks der Erlebnisstation, des Torftretens im Matsch, sondern gefährdet durch die Plastikrückstände im Schlamm Flora und Fauna.
Der Moor-Erlebnispfad in Resse möchte eine informative sowie abwechslungsreiche Begegnung mit der einmaligen Pflanzen-und Tierwelt der Moore ermöglichen, die die Besucher zum Staunen, Beobachten und Entspannen einlädt. Diese Begegnung funktioniert auf Dauer jedoch nur, wenn sie auf Augenhöhe mit der Natur stattIindet, der Mensch die ökologischen Zusammenhänge achtet und realisiert dass er hier vor allem eines ist: Gast.