Regenwasser in Siedlungsgebieten

Grüne: Wie an der Ortsriede in Mellendorf gebaut werden sollte

Wedemark. Könnten Überschwemmungen, wie zuletzt in der Eifel in Rheinland-Pfalz oder im Erfttal in NRW, auch in der Wedemark vorkommen? „Wir können zum Glück sagen, dass wir nicht in einem bergigen Gebiet wohnen – und doch, auch bei uns fließt das Wasser von oben nach unten ab; und wenn wir es einmal mit Starkregenereignissen zu tun bekommen würden, werden sich in den tiefer liegenden Gebieten die Niederschlagswassermassen sammeln und oberirdisch für echte Probleme sorgen", so Horst Menze von Grünen. Und Starkregen wird es in Zukunft häufiger geben, sage die Wissenschaft!Daher werden die GRÜNEN sich dafür einsetzen, dass bei allen neu angedachten Baugebieten auch eine Starkregenbetrachtung mit einbezogen wird. „Wir werden unserer Bauverwaltung die Broschüren 'Starkregen und urbane Sturzfluten – Praxisleitfaden zur Überflutungsvorsorge' sehr ans Herz legen“, sagt Dr. Horst Menze, der daran mitgearbeitet hat. In der Landeshauptstadt Hannover werden seit vielen Jahren, bei allen Plänen zu Baugebieten, Starkregen- und Überflutungs-Szenarien betrachtet.  Für Bebauungen und deren umgebende Infrastruktur ist dafür Sorge zu trage, dass das Regenwasser versickern kann;, und das gilt sowohl für Privatflächen als auch für öffentliche Straßen, Wege und Plätze. Denn wenn das Wasser nicht versickern kann muss häufig ein Regenwasserkanal gelegt werden – gebührenmäßig umgelegt auf die Anwohner – aber mit Folgen für die Unterhaltung, die die Gemeinde dann bewerkstelligen muss. Aber, und das ist das Wichtigste, so ein Kanal hat nicht die gleiche Kapazität wie Versickerungsflächen!

Das potentielle Baugebiet Ortsriede ist auf Grund seiner Topographie nicht unproblematisch: Es liegt zwei bis vier Meter tiefer als die angrenzenden Straßen.
Bisher gibt es nur das Flächennutzungplan-Änderungsverfahren – jedoch mit bereits erstellten Gutachten, wie einem Hydrologischen Bericht mit Aussagen zu den Grundwasser- und Bodenverhältnissen und einer Expertise zum Artenschutz. Bei allen wird auf die Problematik von topographischen Tieflagen hingewiesen: Das Gelände muss zur Bebauung aufgehöht werden – sinnvollerweise so hoch, dass das Schmutzwasser auf den Privatgrundstücken auch im Freigefälle in die vorhandene Schmutzwasserkanalisation, ohne zusätzliche Pumpwerke (Geruchsprobleme!!) angeschlossen werden kann.
Man müsse sich auch Gedanken über innerörtliche Bebauungen machen: Solche Vorhaben finde man überall in den Dörfern der Wedemark; oftmals ohne Bebauungsplan, baurechtlich betrachtet nach §34 BauBG mit Anpassung an die Umgebung. Solche Bauflächen werden entwässerungstechnisch zum Teil noch an das Regenwasserkanalnetz angeschlossen, welches dieses Niederschlagswasser dann zusätzlich aufzunehmen hat, obgleich das Regenwasser auch zur Versickerung hätte gebracht werden können.
Auch für Pkw-Stellplätze würden Flächen versiegelt – Regenwasser werde in der Regel gefasst und zur Kanalisation geführt – aber man sollte es versickern! Auch wenn das Grundwasser erst in großer Tiefe ansteht, werde aus Kostengründen, oft nicht das Potential ausgenutzt, sich in Richtung Tiefgaragen zu orientieren – auch das Stellplatzproblem werde ignoriert. Selbst in S-Bahn-Nähe in Bissendorf argumentiere die Bauverwaltung, zukünftige Anwohner, die hier in nachverdichteten Räumen bauen, würden auf Grund der S-Bahn- Nähe gar keine Stellplätze benötigen, Die Folge ist: der öffentliche Raum wird zusätzlich belastet: Es wird zugeparkt.  Die Grünen fordern, weniger Flächen zu versiegeln, mehr Regenwasser zu versickern und keine weiteren Pkw-Stellplätze in den öffentlichen Raum zu „drücken“.