Regionsarchiv unterstützt Kommunen vor Ort

Machen sich ein Bild von der kommunalen Archivarbeit (v. l.): Helge Zychlinski, Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Archivarin Ute Rasche und Regionspräsident Steffen Krach. (Foto: Foto: Philipp Schröder, Region Hannover)
 
Etwas Interessantes entdeckt. (Foto: Foto: Philipp Schröder, Region Hannover)

Pilotprojekt ist erfolgreich gestartet, auch für die Wedemark

Wedemark/Neustadt. Fachkundige Beratung beim Aufbau eines eigenen Archivs: Die Region Hannover unterstützt seit August 2021 die Städte und Gemeinden bei der kommunalen Archivarbeit. Dafür ist eine mobile Archivarin regelmäßig vor Ort und hilft bei der Sichtung, Bewertung, Verzeichnung und Unterbringung von Archivgut. Das Pilotprojekt ist in Wedemark, Sehnde und Burgwedel erfolgreich gestartet und in dieser Form bislang einmalig in Niedersachsen. Weitere Regionskommunen sollen folgen. Regionspräsident Steffen Krach und Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski machten sich heute im Regionsarchiv in Schloss Landestrost ein Bild davon, wie man rund drei Kilometer Archivgut vorbildlich erschließt und aufbewahrt. „Wir gehen in der Archivarbeit mit gutem Beispiel voran“, so Regionspräsident Steffen Krach. „Die dezentrale Archivpflege zeigt, dass die Idee der Zusammenarbeit in der Region Hannover über kommunale Zuständigkeiten hinausgeht. Damit machen wir ein Stück lokale Geschichte in der Region Hannover erforschbar, fördern das historische Bewusstsein und leisten einen wertvollen Beitrag zum öffentlichen Gedächtnis.“
Auf Initiative der Gemeinde Wedemark hin hatte das Regionsarchiv die kommunale Archivpflege eingeführt und eine Archivarin auf den Weg geschickt, die Kommunen zu besuchen und vor Ort aktiv zu werden. „Ich freue mich, dass wir den Impuls zu diesem Projekt gegeben haben“, so Wedemarks Bürgermeister Helge Zychlinski. „Die Arbeit vor Ort geht gut voran und wir sind dankbar für die fachkundige Beratung und Unterstützung bei der Einrichtung unseres Archivs.“ Ortsratsprotokolle, Handakten des Bürgermeisters, Meldeunterlagen, Grundbücher, Schulakten: Diese und mehr Dokumente aus dem Wedermärker Rathaus und den Ortsteilen werden von Regionsarchivarin Ute Rasche jetzt Stück für Stück gesichtet, bewertet, säurefrei verpackt und verzeichnet. „Um das Archivgut der Gemeinde fachgerecht unterzubringen, haben wir im Mehrgenerationenhaus Wedemark ein Büro und zwei Archivräume eingerichtet“, berichtet Ute Rasche. Hier packt die Archivarin auch selbst mit an und baut Regale auf, in denen sie die Bestände in mit Signatur versehenen Jurismappen unterbringt. Für die richtige Raumtemperatur von 18° Celsius sorgt eine Klimaanlage.
Das Archivgut der Kommunen steht allen Interessierten für die Recherche offen. Alle verfügbaren Informationen sind perspektivisch über das Online-Portal des Landesarchivs Niedersachsen www.arcinsys.niedersachsen.de abrufbar.
„Die Städte und Gemeinden sind gesetzlich verpflichtet, ihr Archivgut zu sichern und nutzbar zu machen“, erklärt Sebastian Post, Leiter des Regionsarchivs im Schloss Landestrost. „Mit der kommunalen Archivpflege leisten wir eine Art von Hilfe zur Selbsthilfe und ertüchtigen die Kommunen in der Region, dieser gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen.“ So hat die Archivarbeit in der Region einen vernetzenden Charakter und fördert den Austausch der Archive auf fachlicher Ebene. Neben Wedemark profitieren auch Sehnde und Burgwedel von der Expertise des Regionsarchivs. Weitere Kommunen haben bereits Interesse signalisiert.