Respekt für Ursula Schwertmann

Bürgermeister Helge Zychlinski verabschiedete die Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde, Ursula Schwertmann, am Mittwoch nach 27 Jahren im Kreise ihrer engsten Rathauskollegen mit anerkennenden Worten und einem Präsent in den Ruhestand. Foto: A. Wiese

Umweltschutzbeauftragte hinterlässt nach 27 Jahren große Fußstapfen

 Wedemark (awi). Typisch für Wedemarks langjährige Umweltschutzbeauftragte Ursula Schwertmann neben ihrer Fachkompetenz vor allem auch ihre Bescheidenheit. So winkte sie immer gleich ab, als Bürgermeister Helge Zychlins-ki bei der offiziellen Verabschiedung im Kreis der engsten Rathauskollegen am Mittwoch im Bürgerhaus ihre Verdienste aufzählte.
Er lobte nicht nur ihr kollegiales Wirken in der Gemeinde – während der Vakanzen auch mehrere Jahre als Gleichstellungsbeauftragte –, sondern vor allem auch ihre Fähigkeit zu vermitteln und selbst bei unterschiedlichen Positionen viel Verständnis für die des anderen zu zeigen. Dabei habe sie zu keinem Zeitpunkt ihr Ziel, für Umwelt- und Naturschutz einzutreten aus dem Blick verloren, betonte Zychlinski. Vor knapp 27 Jahren habe Ursula Schwertmann als Umweltschutzbeauftragte bei der Gemeinde angefangen. Vorausgegangen war für die studierte Gartenbau-Agraringenieurin ein Vorbereitungsdienst für den höheren landwirtschaftlichen Dienst und Lehramt für Sekundarstufe I an Gartenbau-Schulen, eine Lehrtätigkeit an der DAG-Schule Hannover und eine Weiterbildungsmaßnahme für Umweltschutz. Neben ihrer Tätigkeit als erste Fachkraft für Umweltschutz bei der Gemeinde Wedemark wurde sie von 1996 an auch zur Gewässerschutzbeauftragten bestellt und von 2010 bis 2015 mit halber Stundenzahl zu den neugegründeten Gemeindewerken Wedemark abgeordnet. Besonders sei Ursula Schwertmann stets in Projekten mit jungen Menschen aufgegangen, berichtete der Bürgermeister. Doch nicht nur Jugendlichen habe sie den Wert von Umwelt beigebracht, sondern auch den in dieser Beziehung ignoranten Erwachsenen. Der dama-
lige Gemeindedirektor Wolfgang Schrödter habe 1991 mit der Einstellung von Ursula Schwertmann eine hohe Sensibilität für das Thema des Umweltschutzes bewiesen, lobte Zychlinski. Schwertmanns erste große Aufgaben sei die Erstellung des Landschaftsrahmenplans gewesen. Indem sie hierbei mit Künstlerin Ursula Greve und Landwirten paktiert und eine Ausstellung im ehemaligen Bauhofsaal initiiert habe, habe sie viel taktisches Geschick bewiesen. Zychlinski erwähnte das Jürsenbachprojekt, das die Wedemark auf Landesebene ins Spielgebracht habe und den Geologischen Erlebnispfad, den Ursula Schwertmann schon zehn Jahre vor der tatsächlichen Umsetzung mit der Gartenregion als Expo-Projekt geplant habe. Nicht nur in diesem Fall habe sie dicke Bretter bohren müssen, um ans Ziel zu gelangen. Nun werde im nächsten Jahr die letzte Station des Pfades am Brelinger Berg umgesetzt, wenn sie bereits im Ruhestand sei: die Aussichtsplattform in Oegenbos-tel. Mit dem geologischen Erlebnispfad habe Schwertmann etwas Bleibendes für viele Generationen geschaffen. In den 90er Jahren habe sie ein Förderprogramm für private Haushalte ins Leben gerufen, die Preisträger des alle zwei Jahre von der Gemeinde ausgelobten Umweltschutzpreises gingen fast alle auf die Vorschläge Schwertmanns zurück. Sie habe zudem dafür gesorgt, dass Energieberichte für öffentliche Gebäude und Einrichtungen erstellt worden seien. Ihre Aufgabenbeschreibung habe seit 1991 immer wieder Veränderungen erfahren. Naherholung und Gewässerschutz seien dazugekommen, die Gemeindewerke, für die sie das Gemeindebüro aufgebaut und zusammen mit Ralf Grewecke die Gebäudethermografie aufgebaut habe. Dennoch habe sie immer akzeptiert, dass sie mit dem Umweltschutz zwar ein absolutes Schutzprojekt vertrete, das aber nicht immer zu hundert Prozent durchsetzbar sei. Stets hätten ihre Beiträge die Beteiligten zum Nachdenken angeregt, was oft viel nachhaltiger gewesen sei, betonte Zychlinski.