Resse bekommt Glasfaseranschluss

Aber Mitinitiator Dirk Rapke ist enttäuscht niedriger Resonanz

Resse (awi). Die Qutote für den Glasfaserausbau in Resse durch htp ist erreicht, doch Dirk Rapke, einer der drei Initiatoren des Beratungsbüros vor Ort, kann seine Enttäuschung trotzdem nicht verhehlen: „Ich bin doch sehr enttäuscht von den Resser Bewohnern", so Rapke gegenüber dem ECHO. „Was soll man noch machen, um den Leuten klar zu machen, welche große Chance sie verpassen. Der Glasfaserzug kommt nicht jede Woche vorbei, in der Regel nur einmal, da sollte man einsteigen und mitfahren.
Deutsche Glasfaser und htp in Kooperation haben den Kunden ein attraktives Angebot unterbreitet. Keine Kostenbeteiligung bei dem Anschluss (bis 20 Meter Tiefbau), im ersten Jahr stark ermäßigter Grundpreis und für Wechsler sogar sechs Monate frei. Wir haben in einer beispiellosen Zusammenarbeit gezeigt, wozu auch Wettbewerber bereit sind. Gute Zusammenarbeit bringt mehr anstatt dass jeder sein eigenes Ding macht. Also setzten wir uns zusammen und haben unsere Ideen gemeinsam besprochen und umgesetzt. Dabei kam heraus, dass wir das leerstehende „Ärztehaus“ angemietet haben und auch durch uns sechs Tage die Woche besetzt war. Zusätzlich haben wir kostenfreie Vor-Ort-Beratung, mit einer Hausbegehung, angeboten. Diese Kosten haben wir getragen!
Wir haben auch dafür gesorgt, dass die Aktion „Vereine werben Kunden“ (50 Euro für jeden Neukunden) Geld in die Vereine spült. Man sollte denken, dass jeder Verein bereit ist, auch etwas dafür zu tun. Es gab leider auch hier sehr wenig Unterstützung, im Gegenteil, mehr sage ich nicht dazu", so Rapek.
Er und seine Kollegen hätten eine Menge Energie und Engagement in dieses Projekt gesteckt, gerade auch vor dem Hintergrund, dass Martin Lampe und er selbst in Resse leben. Sie seien eigentlich der Überzeugung gewesen, dass die Resser mehr Bewusstsein für den Fortschritt hätten, macht Rapke seiner Enttäuschung Luft. Sie seien in ihrer Euphorie eines Besseren belehrt worden. Keine 50 Prozent  der Resser Haushalte hätten sich für einem Glasfaseranschluss entschieden.
„Die meisten sagten immer, ja hier wohnen so viele alte Leute, das mag ja stimmen, aber gerade die waren die ersten die sich informiert haben und Verträge gemacht haben", betont Rapke. Eine der häufigsten Angaben dabei sei gewesen:Ich brauche das vielleicht nicht, aber für später ist das eine gute Sache. Dazu komme die Gruppe derer, die Kinder im Haushalt haben und sogar im Home-Office sind. Hier gab es oft die Aussage: „Mir reicht das, was ich jetzt habe, damit komme ich aus."
Es gebe auch in Resse einige Mehrfamilien Häuser, wovon auch hier die meisten nicht angeschlossen würden, da sich die Eigentümer nicht informiert hätten, bedauert Rapke.. Diese würden es in Zukunft schwerer haben ihre Wohnungen zu vermieten, geschweige denn, eine höhere Miete zu verlangen, es werde wohl eher in die andere Richtung gehen.
Eines sollte allen klar sein, gibt Rapke zu bedenken: Es gibt kein zweites Mal für Resse und den Rest der Wedemark. Es werde erst wieder die Möglichkeit geben, einen Glasfaseranschluss zu beauftragen, wenn die Arbeiten abgeschlossen seien. Das bedeute: Die Nachvermarktungsphase startet etwa zwölf Monate nach Abschluss des Erstausbaus der Teilgebiete. Enklaven (Gebiete außerhalb des Vermarktungsbereiches) köntnen auch in der Netzverdichtung nicht berücksichtigt werden. Die anschließende Planungs-, Bau- und Inbetriebnahme Phase dauert je nach Menge der zu realisierenden Anschlüsse mindestens drei bis sechs Monate. Die Kostenbeteidigung für einen Anschluss im Rahmen der Netzverdichtung beträgt einheitlich 2.975 Euro brutto und gilt für alle möglichen anschließbaren Anschlüsse in allen Ausbaugebieten.
Das heißt für Resse, frühestens 2023.
Der Eindruck, Resse sei ein „Schlaf-Dorf“ scheine sich doch zu bewahrheiten, bedauert Dirk Rapke. Allerdings hätten sich viele der knapp 50 Prozent, die einen Vertrag abgeschlossen haben, bei ihm und seinen Kollegen für ihr Engagement bedankt.
In Resse gebe es zum Glück nur wenige Adressen, die als Enklave zu sehen seien. Im Rest der Wedemark sehe das da schon anders aus. Bem ersten Glasfaserausbau, mit FTTC, entstand der Arbeitskreis „DSL-Offensiver Wedemark“. Dieser Kreis habe sich im Vorfeld ausgiebig mit dem Glasfaserausbau befasst. Da habe man auch immer da drauf gedrungen, dass es keine „Rosinenpickerei“geben dürfe. Seiner Zeit mussten auch „Kröten geschluckt“ werden. Heute renne man jetzt hinter Fördermitteln hinterher, um die Enklaven zu erschließen, und Fördermittel seien Steuergelder, die von der Gemeinde, aufwendig beantragt werden müssten.