„Rettung für Waldsiedlung“

Grüne zu Planungsentwürfen und Bürgerbeteiligung

Bissendorf-Wietze. Wie lässt sich der Charakter der Waldsiedlung Bissendorf-Wietze retten? Das war Ausgangspunkt für das große Projekt einen Bebauungsplan zu erstellen für die nach dem Krieg ohne Plan entstandene Siedlung, so die Grünen der Wedemark in einer Presseerklärung. Bissendorf-Wietze liege im Wald und es liege zwischen den großen Autobahnen Ost-West und Nord-Süd. Es werde von einer Landesstraße durchschnitten, bis zum Flugghafen seien es 15 Minuten, die Bahn in Burgwedel sei zwei Kilometer entfernt und eine Bahntrasse am Rande der Siedlung sei in Vorplanung. Die gute Verkehrsanbindung habe ihren Preis: Lärm! Der schöne Waldcharakter habe auch seinen Preis: Die Bäume. Um dieses Wohngebiet lebenswert zu erhalten sei der Wald nötig, meinen die Grünen und erklären: „Wir sind doch alle hergezogen, weil es hier so ist wie es ist! Siedlungen auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen ohne irgendeinen Bewuchs gibt es überall; Waldsiedlungen so gut wie gar nicht. Also müssen wir die Bäume erhalten. Und das geht nur, wenn die Grundstücke nicht zu klein sind.“ Dafür seien sie im Vergleich mit Bissendorf und Mellendorf auch günstig. Inzwischen sei schon einiges zum Nachteil der Siedlung passiert und es sei höchste Zeit für die Rettung, so die Grünen weiter. Die vorliegenden Entwürfe zum Bebauungsplan seien sehr detailliert, denn ein unspezifischer Plan sei vor Jahren schon an einer Klage vor Gericht gescheitert! Dieses Mal solle das der Gemeinde nicht passieren. Diese Planungen dienten auch dem Werterhalt der Grundstücke: Relativ große Grundstücke mit Bäumen und Grünflächen glichen den Nachteil einer Lage in verkehrsdichter Umgebung wieder aus. „Es ist schön, hier in Bissendorf-Wietze zu leben" höre man immer wieder. Viele Hunde und Pferde würden gehalten, es gebe Künstler, Büros, Klein- und Gastgewerbe und das solle auch so bleiben. Was es kaum gebe, seien Rundwege. Alle rund 2.400 Einwohner müssten bisher immer an große Straßen, um zu Kärgel, in die Kirche, in die Feldmark oder zu Nachbarn zu gelangen. Verbindungswege, einfache Fuß- und Radwege, würden die Lebensqualität steigern und gerade auch für Kinder wären sie sehr sinnvoll, sind die Grünen überzeugt. Wege sollten auf jeden Fall eingeplant werden, damit sie, auch vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt, nicht unmöglich seien. Die schweigende Mehrheit lebe in Bissendorf-Wietze, weil es ihr hier so gefalle, weil sie extra deswegen hergezogen sei, vielfach weil sie schon hier groß geworden ist, mit viel Platz und viel Grün zum Leben und Leben lassen. Fast jeder hege und pflege seine Bäume und kümmere sich um Laub, Nadeln, Blüten und Zweige, die zu beseitigen seien. Aber es gebe auch schon Grundstücke, die nur deswegen im Wald lägen, weil die Nachbarn Bäume hätten. Das sei nicht die Lösung. Das Interesse Grundstücke klein zu teilen und zu veräußern ebenfalls nicht. Das Interesse hätten doch vor allem die, die nicht hier leben wollten, sondern damit Geld verdienen möchten, mutmaßen die Grünen in ihrer Presseerklärung. Die im Bebauungsplanentwurf vorgesehene Grundstücksgröße liege im Übrigen weit unter den hier vielfach anzutreffenden Werten. Spielplätze für Kinder und als Treffpunkt für deren Eltern seien vorgesehn, das sei ausdrücklich zu begrüßen. Ein Mittelpunkt für Bissendorf-Wietze sei berücksichtigt, was sicher alle guthießen. Im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung hätten alle die Möglichkeit gehabt, sich die Pläne im Rathaus erläutern zu lassen und Wünsche, Bedenken und Anregungen vorzubringen. „Lassen Sie uns den Waldcharakter der Wietzesiedlung bewahren, indem wir den Bebauungsplanentwurf im Großen und Ganzen mittragen", appellieren die Grünen an die Bissendorf-Wietzer.