Rhododendrongarten wird erweitert

An dieser Stelle im hinteren Bereich des Bissendorfer Friedhofes soll der neue Rhododendrongarten entstehen. Die Wege sind bereits gepflastert. Im Prinzip können die ersten Grabstellen vergeben werden. Pastorin Wibke Lonkwitz (von rechts), Friedhofsverwalter Hans-Jürgen Klipphahn und Kirchenvorsteherin Elisabeth Wöbse besprechen die letzten Details für die Anlage. Foto: A. Wiese
 
Der erste Rhododendrongarten auf dem Bissendorfer Friedhof, der im September 2017 eröffnet wurde, ist so gut wie belegt. Foto: A. Wiese

Kirchengemeinde Bissendorf reagiert auf starke Nachfrage mit zweiter Anlage

Bissendorf (awi). Als der erste Rhododendrongarten im September 2017 auf dem kirchlichen Friedhof in Bissendorf direkt neben der Kapelle eröffnet wurde, hätten Pastoren, Kirchenvorstand und Friedhofsverwalter und Ideengeber Hans-Jürgen Klipphahn nicht gedacht, dass dieses besondere Angebot der Erd- und Urnenbestattung so gut angenommen werden würde. Weil aber nach einem guten Jahr bereits fast alle 16 zur Verfügung stehenden Plätze erschöpft sind, hat die Kirchengemeinde reagiert und ein zweites Areal für einen Rhododendrongarten ausgewiesen – diesmal mit Platz für 60 Erd- und 60 Urnenbestattungen.
Ein paar Änderungen soll es jedoch geben, stellten Pastorin Wibke Lonkwitz, Kirchenvorstandsmitglied Elisabeth Wöbse und Friedhofsverwalter Hans-Jürgen Klipphahn jetzt der Presse ihr Konzept vor. So wird im zweiten Areal im hinteren Bereich des Bissendorfer Friedhofs immer parallel zu einer Bestattung ein Rhododendronbusch gepflanzt. Geplant ist, dass die Angehörigen mitentscheiden können, ob es ein kleiner, mittelgroßer oder großer Rhododendron wird und in welcher Farbe er blühen soll. Beim ersten Garten waren bei der Anlage alle Büsche schon angepflanzt worden. Der zweite Garten soll langsam wachsen und eine bunte Mischung aus verschiedenen Rhododendren darstellen.
Auch hier wird der Erwerb von Doppelgrabstellen möglich sein. Der Garten wird für die Laufzeit von 25 Jahren durch den Friedhofsträger gepflegt. Auch hier ist ein individueller Grabschmuck nicht vorgesehen. Einheitliche, im Preis inbegriffene Grabmale mit bronzenen Namensplatten erinnern an die Verstorbenen. Auch eine Grabstelle im Rhododendron-Garten ist verlängerbar. Über Kosten für Erd- und Urnengrabstätten geben die Kirchengemeinde oder Friedhofsverwalter Hans-Jürgen Klipphahn Auskunft. Der Friedhof der evangelisch-lutherischen St.-Michaelis-Kirchengemeinde in Bissendorf lädt ein an bekannte und unbekannte Menschen in Liebe zu erinnern. Daher ist es den Verantwortlichen wichtig, dass die Namen der Verstorbenen genannt werden. Der Friedhof sei ein Ort der Ruhe und der Trauer, aber auch ein Ort des Trostes und der Hoffnung, betont auch Pastorin Wibke Lonkwitz. Mit einer Größe von knapp drei Hektar liegt er inmitten des Dorfes. Sein parkähnlicher Charakter wird durch einen imposanten Baumbestand, insbesondere große, alte Zypressen wie sie auch am ersten Rhododendrongarten hinter der Kapelle stehen, und viele Rhododendren-Arten geprägt. Dieser Friedhof wurde 1824 in Dienst genommen, als der bisherige Friedhof um die Kirche herum zu klein wurde. Die Kapelle wurde 1884 errichtet und erhielt später einen Anbau. Sie bietet Platz für rund 100 Trauergäste. Die hochwertig Orgel ist ein Geschenk der Anja Fichte Stiftung, das es der Kirchengemeinde ermöglicht, in der Kapelle auch Konzerte zu veranstalten. Auf dem Friedhof laden viele Ruhebänke zum Verweilen und Besinnen ein.
Angehörigen noch eine zusätzliche Bestattungsalternative anzubieten, neben Wahlgrabstätten, Reihengrabstätten und Rasenreihengräbern – das war für Hans-Jürgen Klipphahn für zwei Jahren die Intention, den Rhododendrongarten vorzuschlagen, und die Möglichkeit der Bestattung unter dem Ruhebäumchen. „In den letzten Jahren hat ein Wandel in der Gesinnung stattgefunden“, hat Klipphahn festgestellt, der viele Gespräche mit den Angehörigen führt. Immer häufiger wurde der Wunsch nach pflegeleichten beziehungsweise pflegelosen Gräbern geäußert, die aber doch individuellen Charakter hätten und mit dem Namen des Verstorbenen gekennzeichnet seien. Und Ehepartner legten oft Wert darauf, später nach ihrem Tod neben dem Partner bestattet zu werden, was bei Reihengräbern, die wie es der Name sagt, der Reihe nach belegt werden, nicht möglich ist, im Rhododendrongarten, wo eine Doppelgrabstelle reserviert werden kann, aber schon. „Das war übrigens auch der Grund, warum wir den Garten mit Rhododendren und nicht mit Rosen angelegt haben. Einen Rhododendron kann man jederzeit rausnehmen und wieder einpflanzen. Das macht eine Rose nicht mit“, erklärt der FachmannHans-Jürgen Klipphahn. Er freut sich sehr, dass in nur einem Jahr so viele Angehörige von Verstorbenen die neue Variante gewählt haben. Die Fläche, auf der jetzt der neue Rhodendrongarten entsteht, war bis 1995 mit Reihengräbern belegt und lag seitdem brach. „Große Grabstellen sind schon seit Jahren nicht mehr so nachgefragt. Durch die dichte Belegung mit Rasengräbern haben wir Platz auf dem Friedhof gewonnen“, erklärt Hans-Jürgen Klipphahn. Angesichts der unerwartet großen Nachfrage für den ersten Rhododendrongarten soll der zweite daher gleich deutlich größer ausfallen. Die Pflasterarbeiten für die Wege sind fertig gestellt. doch das Einsäen der Fläche als Blumenwiese funktioniert auf Grund der Witterung natürlich erst im Frühjahr. Hier wird eine spezielle Mischung für Magerrasen gewählt werden, damit die Blumen auch angehen. Und dann soll mit jeder Bestattung ein Rhododendron gesetzt werden. Eine große Birke und eine Linde beschatten den neuen Rhododendrongarten. Auch hier sind Säulen mit Namensschildern für Eheleute und liegende Steine bei Einzelgräbern geplant. Aber die Gestaltung der Platten ist in Absprache mit dem Steinmetz individuell möglich. Weitere Fragen beantwortet Hans-Jürgen Klipphahn gerne unter Telefon (0 51 30) 88 34.