Rückabwicklung zieht sich in die Länge

Immer wieder entsorgen Unbekannte Müll auf dem Grundstück von Selahattin Kibrislioglu am Langen Acker im Gewerbegebiet. Eigentlich sollte das Grundstück nach der vom Rat beschlossenen Rückabwicklung längst wieder im Besitz der Gemeinde sein, doch konnte nach Auskunft der Gemeinde noch keine Einigkeit über die zu zahlende Endsumme erzielt werden. Dennoch ärgert sich natürlich auch die Gemeinde über die illegale Müllentsorgung. Foto: A. Wiese

Während Besitzer und Gemeinde verhandeln, entsorgen Unbekannte ihren Müll

Bissendorf (awi). Eigentlich sollte das Thema längst erledigt und das Grundstück mit den Rohbauten des „osmanischen Hotels“ am Langen Acker im Gewerbegebiet Bissendorf längst wieder im Eigentum der Gemeinde beziehungsweise neuer bauwilliger Grundstückseigentümer sein – doch obwohl die offiziellen
Fristen für die vertraglich vereinbarte Rückabwicklung längst verstrichen und der Beschluss des Rates, der den Bürgermeister mit dem Rückkauf des Grundstückes beauftragt hat, auch schon wieder fast ein dreiviertel Jahr alt ist, ist – zumindest für den Betrachter – nichts passiert außer dass immer mehr Müll illegal auf dem Grundstück entsorgt wird.
Für Noch-Grundstückseigentümer Selahattin Kibrislioglu ist das verständlicherweise ein großes Ärgernis. Nachdem es Fritz Schnehage aus dem Bereich öffentliche Ordnung der Gemeinde gelungen ist, die Zahl der illegal auf dem Seitenstreifen vor dem Grundstück platzierten Container bis auf einen zu dezimieren und das konsequente Vorgehen der Gemeinde auch die dort nächtigenden LKW-Fahrer mit der Zeit weniger werden ließ, nutzen Unbekannte die abgelegene Lage des Grundstücks immer wieder, um ihren Haus- und Baumüll über den hohen Zaun zu kippen. „Ein halbes Badezimmer habe ich hier schon gefunden“, ärgert sich Selahattin Kibrislioglu. Er hofft, auf diese Weise, zum einen die Menschen dafür zu sensibiliseren, dass es sich bei dieser Art der Müllentsorgung nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, sondern um eine Ordnungswidrigkeit, die konsequent verfolgt wird, zum anderen aber auch auf mögliche Zeugen, die jemanden bei der illegalen Entsorgung beobachtet haben. Auf den Umstand angesprochen, dass er ganz offensichtlich noch immer Grundstücksbesitzer ist, äußerte Kibrislioglu, die Gemeinde habe kein Geld oder kein Interesse mehr an dem Rückkauf. Das dementiert Pressesprecher Hinrich Burmeister jedoch ganz energisch. Tatsache sei vielmehr, so Gemeinde-Sprecher Burmeister, dass Kibrislioglu bisher das finanzielle Angebot der Gemeinde nicht akzeptiert habe. Die müsse jedoch von dem damals geleisteten Kaufpreis für das rund 14.300 Quadratmeter große Grundstück die Kosten abziehen, die ihr für den Abriss der vor über zehn Jahren errichteten Fundamente für das ehemals geplante Hotel entstehen. „Wir wollen ja keinen Gewinn machen, aber Verluste dürfen dabei für die Gemeinde auch nicht entstehen“, betonte Fachbereichsleiter Bau, Kay Petersen, im Gespräch mit dem ECHO. Bisher sei die Gemeinde mit dem Grundstücksbesitzer nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen, und obwohl die Gemeinde sehr wohl Verständnis für die Situation von Kibrislioglu habe, werde sie das Verfahren in Kürze beenden, ihr vertragliches Recht zur Rückabwicklung nutzen und eine Summe festsetzen. Nach wie vor gebe es mehrere Interessenten für das Grundstück, das parzelliert und topographisch eben gemacht werden solle. „Die Kosten für die topographische Angleichung gehen zu Lasten der Gemeinde“, betonte Gemeinde-Sprecher Hinrich Burmeister. Er geht davon aus, dass das Vefahren in spätestens drei bis sechs Monaten abgeschlosen ist.