„Runder Tisch“ sieht sich draußen um

Ursula Schwertmann (Sechste von links), begrüßt als Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde Wedemark auf einem Feldweg in Rodenbostel unter anderem Landwirte und Jäger zur Feldrundfahrt mit dem Treckergespann. Foto: B. Stache
 
Ursula Schwertmann und Martin Schönhoff werben mit Schild und Flyer für Rücksicht auf Erntefahrzeuge im Einsatz. Foto: B. Stache

Werben um gegenseitige Rücksichtnahme in Feld und Flur

Wedemark (st). Am Mittwochvormittag trafen sich Mitglieder zweier Runder Tische im Nordwesten der Wedemärker Feldmark mit einem gemeinsamen Ziel – Werben um gegenseitige Rücksichtnahme in Feld und Flur. Ursula Schwertmann, Umweltschutzbeauftragte der Gemeinde Wedemark, begrüßte auf einem Feldweg in Rodenbostel unter anderem Landwirte und Jäger zu einer Feldrundfahrt zur Besichtigung von Hecken, die im Winter geschnitten worden waren. Der „Runde Tisch Abbensen/Duden-Rodenbostel“ trifft sich seit Anfang 2014 bis zu zwei Mal im Jahr und diskutiert Probleme zwischen Landwirten, Realverband und Gemeinde bezüglich der Wege- und Heckenpflege und sucht nach Lösungen. Als Ergebnis eines vorangegangenen Treffens erfolgte nun die gemeinsame Besichtigung der im Winter gepflegten Wege und Hecken. Dabei sollten auch die unterschiedlichen Pflegeansätze diskutiert werden. Die Gruppe, der auch Hegeringleiter Folke Hein sowie die Landwirte Hermann Drösemeyer-Hasselbring (Rodenbostel) und Ulrich Rabe (Helstorf) angehörten, machte sich mit einem Planwagen auf den Weg nach Abbensen. Der Helstorfer Heinrich Rabe lenkte das Treckergespann mit sicherer Hand durch die Wedemark. „Wir haben das Mähen von Seitenwegen diskutiert. Wann kann damit angefangen werden, muss man die Brutzeit abwarten, wie geht man mit Pflanzen um, die Unkrautdruck auf dem Acker hervorrufen, wie beispielsweise die Trespe?“, berichtete Ursula Schwertmann nach der Treckertour. „Folke Hein und ich haben die Landwirte gebeten, beim Mähen der Seitenwege mit Augenmaß vorzugehen und auch einmal etwas Aufwuchs stehen zu lassen. Das ist für Vögel wichtig, die dort Insekten für ihre Jungen finden“, sagte die Umweltschutzbeauftragte. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass die Landwirte ihrer Bitte nachkommen wollen. Feste Zeiten für das Mähen der Seitenstreifen seien gesetzlich nicht vorgesehen, machte Schwertmann deutlich. In Abbensen wurde der Heckenschnitt begutachtet, der für Unmut gesorgt hatte. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, da damals dort keine Hecken vernichtet worden seien, erklärte Schwertmann. Der Baumschnitt habe am Wegesrand gelegen und sei später geschreddert worden. Die dahinterliegenden Sträucher blieben von der Maßnahme unberührt. „Herr Hein hat darum gebeten, zukünftig diesen Baumschnitt im Seitenraum als zusätzlichen Schutz von Niederwild ungehäckselt liegen zu lassen. Da wo es geht, werden wir es versuchen. Es ist auch ein Schutz für Vögel und Kleintiere“, so die Umweltschutzbeauftragte. Sie hatte an die Landwirte appelliert, der Gemeinde rechtzeitig darüber zu informieren, welche Wege im Winter ausgeschnitten werden sollen: „Damit wir vernünftig planen können.“ Zu Beginn der Feldrundfahrt hatten Ursula Schwertmann und der Hellendorfer Landwirt Martin Schönhoff für den zweiten „Runden Tisch Landwirtschaft – Naturschutz – Verbraucher“ auf die Kampagne „Rücksicht auf reife Ernte“ aufmerksam gemacht. Die Idee dazu entstand im Prozess für die Erarbeitung des Gemeindeentwicklungsplans in der Arbeitsgruppe „Natur und Landschaft“. Diese hat ein Schild sowie einen Flyer entworfen, die jetzt zur Erntezeit von den Landwirten in Bereichen mit besonders vielen Naherholungssuchenden aufgestellt und ausliegen sollen. Mit Schild und Flyer wird um Rücksichtnahme gegenüber landwirtschaftlichen Fahrzeugen in der Erntezeit geworben. Die Flyer erläutern landwirtschaftliche Belange, aber auch die Bedeutung von Wegen und deren Seitenräumen aus Naturschutzsicht. Sie sollen zusätzlich über Hofläden und in der Gemeindeverwaltung verteilt werden.