Sachkenntnis und Gesprächsfähigkeit gefragt

Regionalverbundkoordinatorin Johanna Horváth (links) mit den Teilnehmern der Vorrunde und des Finales nach Schlussdebatten und Siegerehrung des Regionalwettbewerbs „Jugend debattiert“. Foto: B. Stache
 
Regionalverbundkoordinatorin Johanna Horváth (rechts) stellt das Thema für die Sek I-Finalrunde vor. Foto: B. Stache

Sieben Schulen beteiligen sich am Debattanten-Wettstreit im Forum Campus W

Mellendorf (st). „Sachkenntnis und Gesprächsfähigkeit sind heute wichtiger denn je“, erklärte Regionalverbundkoordinatorin Johanna Horváth am Dienstag anlässlich der Schlussdebatten des Regionalwettbewerbs „Jugend debattiert“. Im Mellendorfer Forum Campus W waren Schüler dieser sieben Schulen aus der Region Hannover zusammengekommen, um ihre Meister im Debattieren zu finden: Carl-Friedrich-Gauß-Schule Hemmingen (KGS), Wilhelm-Raabe-Schule Hannover (Gymnasium), Johannes-Kepler-Gymnasium Garbsen, Erich Kästner Gymnasium Laatzen sowie die drei Wedemärker Schulen Gymnasium Mellendorf, IGS und Realschule. Bei dem Wettbewerb hatten die Schüler aus den Sekundarstufen (Sek) I und II jeweils 25 Minuten Zeit, miteinander über ein zuvor festgelegtes Thema zu debattieren. „Sollen Windräder näher an Wohnsiedlungen errichtet werden dürfen?“, lautete das Thema für die Sek I-Finalrunde. Die Sek I-Juroren Mareike Segger, Michael Busch und Tim-Niklas Huth gaben den diskussionsfreudigen Schülern zu ihren Bewertungen wichtige Tipps mit auf den Weg. Am Ende siegte Robin Bläser vom Johannes-Kepler-Gymnasium, Michelle Abert von der KGS in Hemmingen wurde Zweite, gefolgt von Luisa Ferner (Wilhelm-Raabe-Schule) und Insa Lachmann (KGS Hemmingen). Die Sek II-Schüler wurden von Rebecca Cremer, Sabine Kraft und Thomas Gast bewertet. Das Thema für die Finalisten lautete: „Soll unsere Gemeinde/Stadt den Klimanotstand ausrufen?“ Sieger wurde Christian Matthaei vom Gymnasium Mellendorf. Julia Ulrich belegte Platz zwei, Sören Strate Platz drei (beide Erich Kästner Gymnasium). Zara Kilic (Gymnasium Mellendorf) wurde vierte. Für alle Teilnehmer gab es Urkunden und Geschenke. Die Erst- und Zweitplatzierten je Sekundarstufe nehmen im Mai 2020 im Landtag Hannover an der Landesqualifikation des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“ teil, der sich das Landesfinale noch am selben Tag anschließt. Zur Vorbereitung besuchen die Schüler im Februar das Regionalsieger-Seminar. Nach der Siegerehrung durfte sich auch Regionalverbundkoordinatorin Johanna Horváth über ein Geschenk für ihren unermüdlichen Einsatz freuen – es wurde ihr von den Lehrerkollegen Sabine Kraft (Gymnasium Mellendorf) und Thomas Gast (KGS Hemmingen) mit den Worten überreicht: „Johanna macht das mit Herzblut und Leidenschaft.“ Bürgermeister Helge Zychlinski lobte in seinem Grußwort die Leistungen der Schüler. „Das, was wir heute in dieser Endrunde gesehen haben, hat mich ungemein beeindruckt. Ich fand das wirklich richtig, richtig klasse.“ Gewonnen hätten alle an diesem Tag, nicht nur die genannten Sieger, betonte der Bürgermeister. Der Wettbewerb „Jugend debattiert“ sei ein guter Beitrag zu gelebter Demokratie. Er trage dazu bei, die Gesellschaft weiter fit zu machen für eine angemessene Streitkultur. „Um dann irgendwann mal denen, die uns gerade große Probleme bereiten, den Populisten, die eigentlich Streitkultur mit ihrem Auftreten nur vergiften, Sachlichkeit und ordentliche Argumente entgegenhalten zu können“, formulierte es Helge Zychlinski. An der Veranstaltung nahm auch Hans-Joachim Rödiger teil. Bis 2013 war er Leiter von „Jugend debattiert“ im Schulverbund der Wedemark. Anna Krichevsky, Gymnasiallehrerin für Deutsch und Politik an der Wilhelm-Raabe-Schule Hannover, war erstmals dabei. „Wir haben hier ganz spannende Debatten gesehen, mit Schülern, die sich toll vorbereitet und mit politischen Themen auseinandergesetzt haben – die sich von ihrer besten Seite gezeigt haben“, lobte die Pädagogin.