Schildenthüllung an AHA Wertstoffhof

Bürgermeister Helge Zychlinski mit Landwirt Arnd von Hugo, Wirtschaftsförderin Antonia Hingler, Geschäftsführer vom Landvolk Hannover Dr. Carl Dohme und Umweltbeauftragter René Rakebrandt stehen zusammen für die Aktion "Echt grün". Foto: E. Rodenbostel

Gemeinde unterstützt Kampagne "Echt grün"

Bissendorf (er). Das neue Schild am Wertstoffhof AHA in Bissendorf macht auf die Aktion "Echt grün" der Landwirte aufmerksam, die für mehr Transparenz steht und den Mitbürgern die positiven Seiten der Landwirtschaft deutlich machen möchte. Hierfür zahlen die Betriebe in Niedersachsen einen Beitrag, der an ihre landwirtschaftliche Fläche gekoppelt ist, um Werbemaßnahmen zu finanzieren. Es ist eine Kampagne um das Image der „naturverschmutzenden Landwirte“ zu relativieren und auf die Gegebenheiten aufmerksam zu machen. Wobei es keine politische Aktion ist, sondern eine, die für mehr Rückhalt in der Bevölkerung wirbt.
Die Gemeinde Wedemark hat die Werbefläche kostenlos zur Verfügung gestellt und reiht sich damit in die Gruppe der, die Kampagne unterstützenden, Regionen ein. In Niedersachsen gibt es elf regionale Landvölker, die zusammen etwa 30000 Mitglieder repräsentieren. Bürgermeister Helge Zychlinski erklärte: „Die Gemeinde Wedemark möchte den Dialog mit anschieben. Es wird genug übereinander geredet. Wir sollten alle merken, wo sich die Landwirtschaft befindet. Das Höfesterben nimmt zu, es wird immer schwerer, eine Familie zu ernähren. Die Verbraucher haben es in der Hand, nicht das Billigste Lebensmittel zu kaufen, der Landwirt ist immer am Ende der Kette.“ In der Wedemark gibt es noch 102 landwirtschaftliche Betriebe und „hinter jedem Hof steht auch ein Gesicht“, wie Wedemärker Bezirkslandwirt Volker Lindwedel sagte. Er hätte mehr Interesse erwartet, als sich die Landwirte auf dem Landmarkt in Bissendorf Anfang September den Bürgern für Fragen zur Verfügung stellten. „Vor allem die jungen Landwirte, die auch in 30 Jahren noch wirtschaften möchten, brauchen Perspektiven und Rückhalt.“
Weiter Handlungsbedarf wird gesehen, die Höfe sollten sich öffnen, die Bürger die Möglichkeit ergreifen, bei den Landwirten direkt vor Ort oder zum Beispiel auf dem Landmarkt am donnerstags Nachmittag in Bissendorf in Kontakt zu treten. Landwirt und Mitglied beim Landvolk Victor von Hugo: „Es ist gut, wenn es zu Partnerschaften zwischen Landwirten und Kommunen kommt. So können wir gemeinsam etwas erreichen.“ Auch Umweltkoordinator René Rakebrandt freut sich auf mehr Zusammenarbeit und weist gleichzeitig auf nicht immer „hübsch“ aussehende Flächen hin, die aber für die Insekten sehr nützlich sind. „Da muss der Anspruch an eine kurzgeschorene Rasenfläche zugunsten der Insekten und anderer Lebewesen überdacht werden.“
Das neue Schild ist nicht zu übersehen. Es ist noch nicht das Ende der Kampagne "Echt grün", aber ein weiterer Schritt, um auf das Miteinander und die Wichtigkeit von nicht versiegelten Flächen und deren Bewirtschaftung durch die Landwirte hinzuweisen.