Schützen feiern - aber meistens unter sich

Majestäten werden im Amtsgarten gekrönt

Bissendorf (awi). Die Zeiten, in denen jubelnde Menschen die geschmückten Straßen säumten, wenn der Festumzug vorübermarschierte, in denen es einer der größten Triumphe war, die Bürgerkönigsscheibe zu gewinnen, in denen die Kinder vor den Schieß- und Wurfbuden oder am Karussell Schlange standen und zig Menschen vom Zelteingang her das Treiben beim Festessen verfolgten scheinen endgültig der Vergangenheit anzugehören - zumindest in Bissendorf. Nichtsdestotrotz feierten die Bissendorfer Schützen die schießsportlichen Leistungen ihrer Majestäten Peter Biewer, ElkePlank und Dunja Pluschke gebührend, aber eben weitestgehend unter sich. Weder der Festumzug und die Proklamation im Amtsgarten am Sonnabendnachmittag, noch das Festessen am Abend zogen Bürger an. Einen Bürgerkönig oder den Ortsratspokal auszuschießen, darauf hatten Ortsrat und Schützengesellschaft in diesem Jahr zum ersten Mal verzichtet, nachdem das Interesse daran in den letzten Jahren immer geringer geworden war. "Vielleicht kommt es ja wieder", erklärten die Ortsbürgermeister Susanne Brakelmann und Daniel Leide im Vorfeld des Schützenfestes. Von einer wieder steigenden Nachfrage nach Schützenfesttraditionen war bei diesem Fest jedoch aktuell nichts zu spüren. An den Schützen kann es eigentlich nicht liegen. Sie hatten ihr Fest perfekt vorbereitet, ehrten beim Essen im liebevoll geschmückten Schützenhaus ihre verdienten und langjährigen Mitglieder und zeigten bei den Ausmärschen Flagge. Beim Umzug am Sonntag marschierten neben den beiden Musikzügen auch Gastvereinsabordnungen und die Feuerwehr mit und es war schon ein ganz ansehnlicher Zug, der sich durch Bissendorfs Straßen bewegte. Beim Annageln der Scheibe bei Schützenkönig Peter Biewer am Isernhägener Damm war richtig was los und der 80-jährige Würdenträger genoss den Trubel und seinen Ehrentanz sichtlich. Am Sonnabend hatte Kreisoberschützenmeister Mathias Böttcher den zweiten Vorsitzenden Jens Thun für seine besonderen Verdienste mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet. Weitere Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft gingen an Eike Forsten und Hans Niekamp (60 Jahre), Jörn Masur (50 Jahre), Monika Hauschild, Brigitte Francesko und Uwe Rendern (40 Jahre) und Dario Pluschke (15 Jahre). Für ihre Hilfe bei der Ausrichtung des Schützenfestes wurden Waltraud Pluschke, Christa von Geldern und Karin Holz geehrt. Am Sonntag gab es für zwei um die Jugendarbeit der Schützengesellschaft Bissendorf sehr verdiente Mitglieder eine ganz besondere Auszeichnung: Monika und Dieter Hauschild erhielten beim Festessen den goldenen Orden des Fachverbandes Schießsport für ihre Bemühungen um die Schützenjugend auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. Danach ging es zum Umzug, währenddessen der Ortsrat nach alter Sitte am Altenheim Tattenhagen ausschenkte und auf diese Weise seine Unterstützung für die Schützen augenfällig machte.