Schwere Unfälle auf der A7 belasten

Geehrte und Beförderte bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Mellendorf sowie Ortsbrandmeister Holger Schmidt (l.) Abschnittsleiter Horst Holderith und Gemeindebrandmeister Michael Hahn. Foto: A. Wiese
 
Für 50 Jahe aktive Mitgliedschaft wurde Alterskamerad Klaus Hanebuth (l.) von Abschnittsleiter Horst Holderith auszeichnet. Rechts Gemeindebrandmeister Michael Hahn. Fotos: A. Wiese

Feuerwehr Mellendorf fährt 2012 insgesamt 117 Einsätze und leistet 4.592 Stunden

Mellendorf (awi). Die Betroffenheit auf den Gesichtern der Mitglieder und Gäste war nicht zu übersehen, als Zugführer Cord Hanebuth die belastenden Einsätze mit zum Teil mehreren Todesopfern schilderte, die die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Mellendorf im abgelaufenen Jahr 2012 geleistet haben. Dabei war es wieder einmal die Autobahn 7, auf der die schweren Unfälle passiert sind. Umso weniger Verständnis zeigte Bürgermeister Tjark Bartels dafür, dass seine Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf dem betroffenen Abschnitt im Wedemärker Zuständigkeitsbereich bei den entsprechenden Stellen kein Gehör findet. Laut Verkehrsatlas sei dies kein Unfallschwerpunkt habe man ihm mitgeteilt, berichtete Bartels. Er verstehe es nicht, werde sich aber weiter für ein Tempolimit einsetzen, versprach der Bürgermeister. Er erklärte zudem, dass die Anschaffung des Mehrzweckwagens für Mellendorf auf der Zielgeraden sei, die Anschaffung des neuen Rüstwagens in diesem Jahr (Fahrgestell) und im nächsten Jahr (Aufbau) geklärt sei und die Verwaltung im Haushalt Geld für den Ausbau der Straße Gilborn bereit gestellt habe und gemeinsam mit der Politik an einer Lösung für die unbefriedigende Situation arbeiten werde. Bartels zeigte sich beeindruckt von der Leistung der Feuerwehr bei den Übungen am Brandhaus in Fassberg und mit Regiobus, bedankte sich für die Geduld bezüglich des personellen Wechsels in der Verwaltung, freut sich auf die Zusammenkunft der Regionsjugendfeuerwehrwarte in der Wedemark, bat darum, jede auch noch so kleine Spende der Gemeindeverwaltung zu melden und deutete an, sich über eine Einladung zum Boßelturnier der Alterskameraden zu freuen, er boßele gerne und habe zumindest einen ostfriesischen Vornamen.
Doch bevor der Bürgermeister sein Grußwort entrichtete, hatte Ortsbrandmeister Holger Schmidt seinen Jahresbericht für 2012 vorgetragen. Die Ortswehr Mellendorf hatte am 31. Dezember 77 Aktive, davon 13 Frauen, 19 Alterskameraden und 290 fördernde Mitglieder sowie 16 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Sieben Förderer wurden 2012 neu aufgenommen. Alexander Dallmann und Björn Kleinke wurden aus der Jugendfeuerwehr in die Reihen der Aktiven übernommen. Julia Remert und Yasmin Sieveritz sind als Seiteneinsteiger in die aktive Feuerwehr eingetreten. Mario Greive kam aus der Ortsfeuerwehr Negenborn nach Mellendorf, Katja Mesterheide aus der Feuerwehr Winsen (Aller). 21.343 Kilometer hat die Feuerwehr Mellendorf im Jahr 2012 mit ihren Fahrzeugen insgesamt zurückgelegt. Davon entfallen 5.412 Kilometer auf den Rüstwagen, der auch zu Fahrschulzwecken genutzt wird. Das Dienstbuch weist für die Mellendorfer 4.592, 65 Dienststunden aus, darunter 3.124,68 Stunden feuerwehrtechnische Dienste. Bei den 117 Einsätzen leisteten die Brandschützer im gesamten vergangenen Jahr 706 Einsatzstunden, verteilt auf 62 Brandeinsätze, von denen 41 Prozent ausgelöste Brandmeldeanlagen gewesen seien, und 55 Hilfeleistungen. Gemeindebrandmeister Michael Hahn überbrachte den Mellendorfern auch im Namen seines Stellvertreters Jens Kahlmeyer die Grüße von 14 Ortswehren und betonte das Jahresmotto des Landesfeuerwehrverbandes: „Feuerwehr – ein starkes Element unserer Gesellschaft“. Wenn die Zahl der Mellendorfer Einsätze hoch erscheine, liege das auch daran, dass die Stützpunktwehr bei jeder ausge-
lösten Brandmeldeanlage in der Wedemark alarmiert werde und auch die Ziehfixeinsätze koordiniere. Der Koffer mit dem entsprechenden Gerät sei übrigens bei der Polizei deponiert, machte Hahn die Hoffnung potenzieller Diebe zunichte, sich durch Einbrüche in Feuerwehrhäuser in den Besitz des Werkzeugs bringen zu können. Ausdrücklich dankte der Gemeindebrandmeister den Familien und den Arbeitgebern wder Feuerwehrleute für ihr Verständnis und ihre Unterstützung und er sprach die landesweite Kampagne „Hier gehts zur Feuerwehr“ zur Mitgliederwerbung an. Beeindruckend sei beispielsweise die Abbildung eines Brandmelders und dazu der Spruch: „Stell dir vor, du drücktst mich und alle drücken sich!“ Horst Hölderith, der Leiter des Brandabschnitts 5 und zuständig für 36 Feuerwehren, war zum ersten Mal in Mellendorf. Er versprach, dass die Lehrgangsknappheit ein Ende haben werden, sobald der Umbau in Scheuen fertiggestellt sei. Er hatte einen Spruch aus der Fußballwelt für die Feuerwehr parat: „Elf Freunde sollt ihr sein: neun auf dem LF, zwei auf dem MTW oder auf dem EFW.“ Grußworte sprachen auch Pastorin Silke Noormann, die Bundestagsabgesordnete Caren Marks, der Feuerschutzausschussvorsitzende Jügen Benk und Ortsbürgermeisterin Christa Goldau. Ein Höhepunkt der Dienstversammlung der Mellendorfer Wehr im Gasthaus Stucke war die Verleihung von Dienstgraden und Ehrungen. Befördert wurden Matthias Schütte, Alexander Dallmann und Björn Kleinke zum Feuerwehrmann, Benjamin Kummer und Adrian Heyna zum Oberfeuerwehrmann, Wiebke Rose zur Hauptfeuerwehrfrau, Christoph Hellrung und Alexander Stark zu Hauptfeuerwehrmännern, Jens Tauber und Jörn Schliep zu Löschmeistern und Ortsbrandmeister Holger Schmidt zum Hauptbrandmeister. Geehrt wurde Klaus Hanebuth für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft. Er ist mittlerweile bei den Alterskameraden. 40 Jahre bei der Feuerwehr akiv ist Peter Rose, der frühere Ortsbrandmeister und für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft wurde Jens Bertram geehrt. Bei den fördernden Mitgliedern gab es Auszeichnungen für Siegfried Bertram (60 Jahre), Werner Ebeling, (50 Jahre) Günter Mußmann, Fritz Schreiber, Dieter Pape, Horst Molkenstroth und Kurt Hoffmann (40 Jahre) sowie Heinrich Standvoß, Fredi Benecke, Jutta Bremsteller und Dieter Landthaler.