Scorpions nutzen Eisfläche exklusiv

Wenn die Scorpions nicht trainieren oder Punktspiele haben, hat Sport- und Freizeit GmbH-Vorsitzender Ingo Haselbacher das Eisstadion in Mellendorf für sich alleine. Im Teil-Lockdown liegt alles auf Eis. Foto: A. Wiese

Eisstadion Mellendorf hält sich für Neustart nach Teil-Lockdown bereit

Mellendorf (awi). Kein öffentlicher Eislauf, keine Eisdisco, kein Nikolaus- oder Silvestereislauf und keiin Traingsbetrieb des Eishockeynachwuchses oder der ESC-Eiskunftläufer – in der hus de groot Eisarena, wo sonst in dieser Zeit fröhliche Menschen auf Kufen über die blanke Eisfläche flitzen und Musik das Stadion erfüllt, herrscht seit Wochen gespenstische Stille. Und das wird auch noch mindestens bis zum 10. Januar so bleiben. Lediglich, wenn die Profi-Eishockeyspieler von den Scorpions trainieren oder ein Punktspiel haben, ist zumindest auf der Eisfläche was los. Aber auch nur da. Zuschauer sind nicht erlaubt. Dabei hatten sich Ingo Haselbacher als Geschäftsführer der Sport- und Freizeit GmbH, die das Eisstadion betreibt, und Scorpions-Sportdirektor Erik Haselbacher so viel Mühe mit ihrem Hygienekonzept gegeben, das vom Gesundheitsamt auch akzeptiert worden war. Doch die Infektionszahlen ließen eine Umsetzung nicht zu. Und so haben alle Eishockeyfans nur im Bezahlfernsehen Sprade-TV die Chance, die Spiele der Scorpions zu verfolgen. Dauerkartenbesitzer haben einen kostenlosen Zugang, andere können sich kostenpflichtig einloggen.
Der Teil-Lockdown hat das Eisstadion voll erwischt. Doch wer jetzt glaubt, Ingo Haselbacher und sein Team seien am Boden zerstört, wird eines Besseren belehrt. Seit Beginn der Pandemie musste die Sport- und Freizeit GmbH als Betreiberin des Eisstadions und des Spaßbades schon mehrfach ihre Facilities schließen. Nach dem abrupten Ende der Eissaison im März 2020 war auch der reguläre Saisonstart des Spaßbades Ende April nicht möglich gewesen. Erfreulicher Weise lief dann die Ende Mai gemeinsam mit Bürgermeister Helge Zychlinski „angeschobene“ Freibadsaison für die Wedemärker erfreulich und ohne besondere Probleme.
Das Eisstadion Mellendorf wird als Freizeiteinrichtung eingestuft und ist dementsprechend wieder von den aktuellen Maßnahmen des Teil-Lockdowns betroffen. Und auch im Ticket-Shop liegt logischerweise alles auf Eis, denn wenn keine Veranstaltungen stattfinden können, werden auch keine Karten verkauft, dabei ist das Weihnachtsgeschäft traditionell die beste Zeit für den Ticketshop. Erneut versuchen Management und Mitarbeitende der Sport- und Freizeit GmbH jetzt, das Beste aus der Situation zu machen. Fast alle Mitarbeiter befinden sich großteils in Kurzarbeit. Die übrige Zeit und Arbeitskraft wird mit viel Leidenschaft für die Eispflege und die Durchführung der Heimspiele der Hannover Scorpions eingesetzt.
„Die Scorpions machen uns aktuell viel Spaß“, so Eismeister Sven Heuer. „Wir sind froh, dass wir mit unserem Hometeam einen wichtigen Pfeiler unseres Eisstadion-Portfolios aufrechterhalten können. Mit den Übertragungen aller Spiele auf Sprade TV wurde eine Top-Lösung gefunden, wie alle Eishockey-Fans auf einfache Art und Weise ihren Lieblingssport weiter verfolgen können“, so Heuer weiter. Die Scorpions, aktueller Spitzenreiter der Eishockey Oberliga Nord, trainieren wochentags einmal täglich und spielen jedes Wochenende einmal auswärts und einmal in ihrer Heimspielstätte, der hus de groot Eisarena. „Die Eisfläche halten wir aktuell ausschließlich für den Trainings- und Spielbetrieb der Scorpions vor. Und für den Tag, an dem unser Eissport-Nachwuchs wieder aufs Eis darf und die Menschen in ihrer Freizeit wieder Eislaufen gehen dürfen – wir gehen aktuell mal vom Frühjahr aus“, so Geschäftsführer Ingo Haselbacher. Bis dahin halte das Sport und Freizeit gmbH- Team durch und leiste seinen Beitrag dazu, das Infektionsgeschehen einzudämmen.
Dass die Investitionen in den Umbau der Stehplätze auf den Tribünen und die Sanitäranlagen momentan nicht zum Tragen kommen, das spielt dabei schon fast keine Rolle mehr. Von der neuen Bande haben wenigstens die Scorpions bei ihren Spielen etwas. Von Zahlen redet Ingo Haselbacher momentan ohnehin höchst ungern. Schon vor dem erneuten Teil-Lockdown Anfang November wies die Bilanz der Sport- und Freizeit GmbH eine Viertel Million Umsatz weniger in 2020 aus als im Vorjahr. Wie mag da wohl die Bilanz am Jahresende aussehen? Ohne die Weihnachtsfeiern oder Eisstockschießen und die Event-Eisläufe und Kindergeburtstage? Ob und was an staatlichen Hilfen für das Mellendorfer Eisstadion fließen wird, steht aktuell noch nicht fest. Kurzarbeitergeld ist weiterhiin beantragt. Und die Gemeinde hat wie jedes Jahr ihren festen Zuschuss gezahlt. Last but not least muss sich Ingo Haselbacher darauf verlassen, dass im worst case der Bürgermeister zu seinem im Frühjahr gegebenen Wort steht: „Wir werden die Sport- und Freizeit GmbH als Gemeinde nicht im Stich lassen.“ Noch kürzlich bei der Vorstellung des Hygienekonzepts hatte Bürgermeister Helge Zychlinski das Engagement und positive Denken der Verantwortlichen ausdrücklich gelobt.