Segen für vier Feuerwehrfahrzeuge

Pastor Thorsten Buck (von links), Pastorin Debora Becker und Pfarrer Hartmut Lütge, Bürgermeister Helge Zychlinski, die Ortsbrandmeister Georg Kohne (Negenborn), Julian Lips-Winter (Elze), Cord Hanebuth (Mellendorf) und Bissendorfs stellvertretender Ortsbrandmeister Dirk Schütte bei der offiziellen Segnung der neuen Feuerwehrfahrzeuge für Elze, Bissendorf, Mellendorf und Negenborn (von links) am Mittwoch auf dem Campus W. Foto: A. Wiese
 
Der Fanfarenzug Bissendorf untermalte die Veranstaltung musikalisch.
 
Der Fanfarenzug Bissendorf spielte zwischen den Redebeiträgen.

Die neuen Flottenmitglieder wurden zünftig mit einem Fest geweiht

Wedemark (awi). Es war ein langer Weg und nicht immer ganz einfach, außerdem für die Gemeinde mit der beträchtlichen Investition von 1,3 Millionen Euro verbunden, doch jetzt sind sie da, die vier neuen Tanklöschfahrzeuge für die Feuerwehr Wedemark, die in den Ortsfeuerwehren Mellendorf, Bissendorf, Elze und Negenborn stationiert werden. Am Mittwoch gab es eine offizielle Einweihungsfeier auf dem Campus W.
Ein Dreigestirm aus evangelischen und katholischen Pastoren hat den Fahrzeugen und ihren Besatzungen Gottes Segen mit auf den Weg gegeben, Pfarrer Harmut Lütge die Fahrzeuge feierlich gesegnet und Weihwasser verspritzt. Während im evangelischen Glauben nämlich nur Menschen gesegnet werden dürfen, ist das im katholischen Glauben auch für Sachen möglich. Pfarrer Lütge sprach dazu den Segen: „Himmlischer Vater, allmächtiger, ewiger Gott, du hast den Menschen für ein Leben in Gemeinschaft erschaffen und zu gegenseitiger Hilfeleistung berufen. Segne dieses Fahrzeug, das heute in Dienst gestellt wird. gib, dass wir durch seinen Einsatz dem Unfrieden wehren, Gefahren abwenden und in Unglücksfällen helfen können. Bei allem Bemühen sei du unser Beschützer und Retter. Dich preisen wir durch Christus in alle Ewigkeit. Amen!“
Vorausgegangen waren diesem Zeremoniell auf dem Innenhof des Campus W Reden von Vertretern aus Verwaltung, Politik und Feuerwehr. Im Januar 2017 hatte der Gemeinderat einen neuen Feuerwehrbedarfsplan beschlossen, und damit die Weichen gestellt, die Fahrzeugflotte der Gemeindefeuerwehr zu modernisieren. Darauf aufbauend hatte die Verwaltung ein großes Beschaffungspaket geschnürt und neue Einsatzfahrzeuge in Auftrag gegeben. „Eine Beschaffung so vieler Einsatzfahrzeuge auf einmal ist für eine Gemeinde unserer Größe schon etwas sehr Besonderes“, verdeutlichte die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier, in deren Ressort die Feuerwehr fällt. „Im Zuge dieser Beschaffung freuen wir uns sehr, den Ortswehren Bissendorf, Mellendorf und Elze jeweils ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, sowie der Ortsfeuerwehr Negenborn ein Tragkraftspritzenfahrzeug – Wasser auch offiziell übergeben zu können.
Damit stelle sich die Gemeinde Wedemark für die Gefahrenabwehr optimal auf, betonte die Erste Gemeinderätin. Die empfangenden Ortswehren hatten schon die Gelegenheit, an den neuen Fahrzeugen ausgebildet zu werden. Am Mittwoch wurde diese außergewöhnliche Beschaffung in gemütlicher Runde bei Musik, einem Imbiss und kühlen Getränken auch offiziell gefeiert.
Die Ortswehren Elze, Bissendorf und Mellendorf haben jeweils ein HLF bekommen, ein Hilfeleistungsfahrzeug. Das Fahrgestell ist von der Firma MAN, jeweils mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 18 Tonnen, 340 PS, einem Vollautomatik-Getriebe, Navigationssystem sowie einen Abbiegeassistenten zur Unfallvermeidung beim Abbiegevorgang. Der Aufbau stammt von der Firma Walser Fahrzeugbau GmbH in Österreich. Beide Firmen hatten Vertreter zur Feier am Mittwoch in die Wedemark, die sich herzlich für die gute Zusammenarbeit bei Gemeindeverwaltung und Feuerwehr bedankten. Die Fahrzeuge sind alle wasserführend und ausgestattet mit einer Pumpe der Firma Firedos und einer Schaumzumischanlage.
Die Ortswehr Negenborn hat ein TSF-W erhalten. Das Tragkraftspritzenfahrzeug ist ebenfalls auf einem Fahrgestell der Firma MAN aufgebaut. Es handelt sich hier um ein 13-Tonnen-Fahrgestell, das auf 16 Tonnen aufgelastet wurde und 250 PS hat. Das Fahrzeug ist ebenfalls mit einem Vollautomatik-Getriebe, Navigationssystem sowie einen Abbiegeassistenten (Unfallvermeidung beim Abbiegevorgang) ausgestattet und von der Firma Walser aufgebaut worden. Das TSF-W ist Wasserführend und mit einer Tragkraftspritze (Pumpe) der Firma Rosenbauer ausgestattet. Bei dem Fahrzeug wurde durch eine Spezialfirma eine Dachabsenkung durchgeführt, da das Fahrzeug eine Gesamthöhe von maximal 2,98 Meter haben durfte, um in das Negenborner Gerätehaus zu passen. Mit der Ausrüstung ist das Fahrzeug einzigartig in Deutschland, betonte Ortsbrandmeister Georg Kohne nach dem offziellen Teil, als er sich den interessierten Fragen der Einweihungsgäste stellte. Die Negenborner Wehr benötigte vor allem ein geländegängiges Fahrzeug, auf dem sie eine kleine, leichte Pumpe und zusätzlich kleine Schläuche verlasten kann, um bei Moorbränden rund um die Ortschaft einsatzfähig zu sein. Mit diesen Fahrzeug kann die Ortswehr so nah wie möglich an einen Brandort im Moor heranfahren und die Einsatzkräfte können dann zu Fuß mit der kleinen Pumpe und den leichten Schläuchen an die Glutnester heranrücken. Nicht nur die Verwaltung, auch die Ortsbrandmeister der vier Wehren sprachen dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Christoph Boss einen ganz besonderen Dank aus. Er hatte in den letzten Jahren viele Stunden seiner Freizeit in die Planung und Koordination der Bestellung der Fahrzeuge investiert und dabei seine Familie so manches Mal in den Hintergrund stellen müssen. Dafür bekam er einen Blumenstrauß und ein nettes Präsent mit Reisegutschein und diversen für eine Reise notwendigen Utensilien überreicht. Ein Dankeschön und einen Blumenstrauß gab es auch für Peter Bensing, der in der Gemeindeverwaltung für Feuerwehrangelegenheiten zuständig ist.
Bürgermeister Helge Zychlinski sprach in seinem Grußwort von einem „außergewöhnlichen Moment“. Soviel geballte Feuerwehrkraft auf einem Punkt sei selten. Die Ortswehren der Wedemark seien damit auch in Zukunft sehr gut ausgestattet und für ihre Aufgaben gewappnet. Knapp 1,4 Millionen bewege die Gemeinde nich alle Tage und dürfe darauf auch stolz sein. Zychlinski dankte in diesem Zusammenhang auch den ehrenamtlichen Politikern in Rat und Ortsräten, die diese Investition durch ihre Entscheidung ermöglicht hätten. Und er lobt die Gemeindewehrführung, die sich überdurchschnittlich einbringe und immer wieder sprichwörtlich ins Feuer gehe, um Lösungen maßzuschneidern und zu vertreten. Ratsvorsitzender und Feuerschutzausschussvorsitzender Wolfgang Kasten betonte, dass die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung die Investitionen rechtfertigten, die der Kommune nicht leicht gefallen seien und bedankte sich bei Politik und Verwaltung. Gemeindebrandmeister Maik Plischke betonte, man müsse bei allem nicht die einzelnen Fahrzeuge, sondern das Bild einer zukunftsfähigen und leistungsgerechten Feuerwehr Wedemark vor Augen haben.