Sennheiser will „Am Labor“ umgestalten

Die Firma Sennheiser möchte die Gemeindestraße Am Labor in Wennebostel umgestalten: Der Parkstreifen (linksI) soll verschwinden, ein fließender Übergang zum Vorplatz vor dem neuen Innovations-Campus (links) geschafften werden. Rechts wird das ehemalige Autohaus Leisten abgerissen und das Gelände als Besucherparkplatz umgestaltet. Foto: A. Wiese

Der Ortsrat Wennebostel ließ sich die Pläne vorstellen und ist einverstanden

Wennebostel (awi). Davon, dass Sennheiser der Gemeinde einen Straßenumbau für 80.000 Euro schenke, wie es als Schlagzeile in der Tagespresse gestanden habe, könne keine Rede sein, betonte Dr. Axel Schmidt, Director manufactoring engeneering der Firma Sennheiser, am Montagabend im Ortsrat Wennebostel ausdrücklich. Fakt sei vielmehr, dass Sennheiser mit der Bitte an die Gemeinde herangetreten sei, die intakte Gemeindestraße Am Labor so umgestalten zu können, wie es in das Firmenkonzept passe. Und selbstverständlich trage die Firma die Kosten für diese Umgestaltung in Höhe von rund 80.000 Euro.
Der Ortsrat und interessierte Wennebosteler ließen sich von Dr. Axel Schmidt die Pläne der Firma erläutern und schließlich stimmte der Ortsrat dem vorgesehenen Umbau der Gemeindestraße Am Labor zu und ermächtigte den Bürgermeister, mit der Firma Sennheiser eine vertragliche Vereinbarung über die Baumaßnahme im öffentlichen Straßenraum zu schließen. Sennheiser hat so die Möglichkeit, im Zuge der Neubaumaßnahme Innovations-Campus die Straße gestalterisch an die Außenanlagen des Firmengeländes anzupassen und in Teilen umzubauen, um beispielsweise eine Parkmöglichkeit für einen Bus zu schaffen. Die Straßenbeleuchtung soll mit den im Firmenbereich verwendeten Leuchten ausgestattet werden und die Straße selbst ein Betonstein-
pflaster an Stelle der bisherigen Asphaltdecke erhalten. Die Parkfläche für Besucherbusse wird an der südlichen Straßenseite entstehen. Die Einfahrt zum neuen Besucherparkplatz wird verlegt. Dieser entsteht da, wo zurzeit noch die Gebäude des frühreren Autohauses Leisten stehen. Sie werden komplett abgerissen. An der Nordseite sollen auf öffentlichem Grund Flächen des neuen Vorplatzes zur „Konzerthalle“ des Innovations-Campus bis an die Verkehrsflächen herangeführt werden. Bereits Ende Juli sollen die Umbauarbeiten starten und im August abgeschlossen sein. Für eine Linde, die einer Feuerwehrzufahrt weichen muss, sagte Dr. Schmidt eine Ersatzpflanzung zu und versprach nach dem Hinweis einer Wennebostelerin, dass laut den Plänen auch ein Ahorn nicht mehr auftauche, sich auch in diesem Fall um eine Ersatzpflanzung zu kümmern.
Um Ersatzpflanzungen für wegen der Verkehrssicherungspflicht gefällte Linden an der Lindenstraße geht es dem Ortsrat auch bei einem Ortstermin in der nächsten Woche. Die Mitglieder wollen ganz genau festlegen, wieviele und wo neue Bäume angepflanzt werden sollen.
Einstimmig nickte der Ortsrat Wennebostel am Montagabend auch erneut den Bebauungsplan Wennebosteler Kirchweg, Westseite, ab. Zuletzt hatte sich der Rat im August letzten Jahres mit dem Bebauungsplan befasst und nach Prüfung der Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit den B-Plan als Satzung beschlossen. allerdings hatte ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Juli 2013, das erst danach bekannt geworden war, die Anforderungen an die Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung im Hnblick auf die Angaben, welche Arten umweltbezogener Informationen verfügbar sind, präzisiert. Es war nicht ganz sicher, ob die Bekanntmachung der öffentlichen Auslegung des ersten Entwurfs diesen Anforderungen genügt. Nur deswegen wurde die öffentliche Auslegung im Interesse der Rechtssicherheit mit einem zweiten Entwurf wiederholt. Der weicht nur geringfügig vom ersten Entwurf ab: Am Wennebosteler Kirchweg tauchen jetzt drei Eichen im Bebauungsplan auf, die damit Bestandsschutz haben.
Wie in Wennebostel üblich nutzten die Bürger ausführlich die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung und auch während der Sitzung öffnete Ortsbürgermeister Achim von Einem diese mehrfach für Fragen der Bürger zu den Beratungsgegenständen. Vordringlich ging es bei den Fragen der Einwohner um die Entsorgung von Split aus dem Straßenseitenraum, um die Verkehrssicherungspflicht auf dem Radweg am Bahnübergang, wo dringend die Rosen zurückgeschnitten werden müssen, sowie Schlaglöcher, die ausgebessert werden müssen. Ersatzpflanzungen forderte eine Bürgerin für eine radikale Mähmaßnahme der Gemeinde am Kinderrechtekunstwerk, wobei Anpflanzungen zerstört worden seien. Der Ortsrat stellte sich hinter die Forderung der Wennebostelerin.