„Sie tun unserer Kirchengemeinde gut“

Kirchenvorstandsvorsitzende Elisabeth Wöbse (Mitte) richtete bei ihrer Neujahrsansprache das Wort auch direkt an die Pastoren Thorsten Buck und Wibke Lonkwitz. Fotos: A. Wiese
 
Die Kantorei ließ ihre Stimmen nicht nur im Gottesdienst erklingen, sondern sorgte auch beim anschließenden Neujahrsempfang im Gemeindehaus für musikalische Beiträge.

Kirchenvorstandsvorsitzende Elisabeth Wöbse bedankt sich bei Pastoren Buck und Lonkwitz

Bissendorf (awi). Kirche ist wieder gesellschaftsfähig, sie holt die Menschen wieder in den Gottesdienst. Ganz besonders fällt das in Bissendorf auf. Hier ist nicht nur wie in allen Kirchengemeinden die Andacht am Heiligen Abend bis auf den letzten Platz besetzt, hier feierten am Natelsheidesee in Bissendorf-Wietze auch ganz viele Menschen Pfingstgottesdienst unter freiem Himmel und hier war auch am Sonntagnachmittag der erste Gottesdienst im neuen Jahr am Vorabend des Epihanias so gut frequentiert, dass die Besucher beim Abschlusskreis rund um die Kirche nach dem Wandelabendmahl schon zwei Reihen bilden mussten. Über 100 Menschen folgten anschließend noch der Einladung zum Neujahrsempfang ins Gemeindehaus.
Die KV-Vorsitzende Elisabeth Wöbse brachte es bei ihrer Neujahrsansprache auf den Punkt: „Sie beide“, sprach sie die Pastoren Wibke Lonkwitz und Thorsten Buck direkt an, „Sie beide tun mit ihren frischen Ideen und ihre Empathie für die Menschen unserer Kirchengemeinde gut! Vielen Dank dafür!“ Frische Ideen – dazu gehört beispielsweise dieser Pfingstgottesdienst mit Taufen im letzten Jahr, der die Menschen begeisterte, und den die beiden Pastoren ebenso im Dialog moderierten wie am Sonntag und bereits im letzten Jahr den Gottesdienst vor dem Neujahrsempfang. Frische Ideen – das ist auch der Plan, einen Brotbackofen hinter der Pfarrscheune zu bauen und mit einem Reigen von Aktionen zu umgeben. Mitstreiter dafür werden gesucht, ebenso für die Idee, die Türen der St.-Michaelis-Kirche auch unter der Woche zu öffnen, im Turmraum einen Ort der Stille zum Beten und Anzünden eines Lichts zu schaffen, „doch dazu brauchen wir Hilfe aus der Mitte der Kirchengemeinde“ formulierten es die Pastoren. Eine frische Idee war es auch, für Diakonin Mary Pattke, die am Sonntag nicht nur Geburstag hatte, sondern zugleich auch ihr zweites Kind zur Welt brachte, ein Lied der Gäste vom Neujahrsempfang auf dem Handy aufzunehmen, ein Glückwunsch für den neuen Erdenbürger. Bei so vielen frischen Ideen muss der St.-Michaelis-Kirchengemeinde eigentlich nicht bange sein vor der Supervision des Superintendenten Holger Grünjes im verbundenen Pfarramt Bissendorf-Resse vom 1. bis 15. März.
Sorgen, so Kirchenvorsteherin Elisabeth Wöbse in ihrer Neujahrsansprache, bereite den Kirchenvertretern etwas anderes: Die stetige Zahl der Menschen, die aus der Kirche austreten. Das werde in einigen Jahren spürbar werden und Veränderungen bringen. Doch Jammern und Klagen seien keine christliche Haltung, mahnte Wöbse. Sondern man müsse anpacken, gute Ideen entwickeln, Veränderungen zulassen. In Bissendorf wolle man das gemeinsam tun, damit die Kirchengemeinde eine den Menschen zugewandte, freundliche, attraktive Gemeinde bleibe. „Denn mit sorgenvollem, ernstem Gesicht werden wir keine Menschen gewinnen“, zeigte sich Elisabeth Wöbse überzeugt. Und darum nahm sie auch nicht die Menschen in den Blick, „die aus welchen Gründen auch immer, die Kirche verlassen, sondern die, die uns die Treue halten und durch die Kirchensteuer oder besser Kirchenmitgliedschaft die Arbeit der Haupt- und Ehrenamtlichen fördern und darüber hinaus durch Spenden unterstützen und besondere Projekte möglich machen. Sie freute sich besonders, mit Vertretern aus Politik, Feuerwehr, Vereinen und Verbänden das neue Jahr begrüßen zu können. Alle verbinde das gemeinsame ehrenamtliche Engagement, das Gemeinde und Gesellschaft so gut tue. „Und so lassen Sie uns guten Muts starten in das Jahr 2020 und uns freuen auf das Gemeindefest, auf das Himmelfahrt-Open-Air, auf ein neues Musical und auf einen besonderen Geburtstag, nämlich 50 Jahre evangelische KiTa am Kranichweg und 20 Jahre KiTa Güldener Winkel“, rief Wöbse den Gäs-ten im gut gefüllten Gemeinde-haussaal zu und erhob ihr Glas.
Natürlich hatte sie auch ein herzliches Dankeschön ausgesprochen: nicht nur an die beiden Pas-toren für die Konfirmation 63 junger Menschen, 39 Taufen, zehn Trauungen und 53 kirchliche Trauerfeiern, sondern auch an das „Bodenpersonal“ von der guten Fee für ein gepflegtes Ambiente in Kirche, Gemeindehaus, Pfarrscheune und Pfarrhaus über den Haus- und Hofmeister, die Pfarramtssekretärinnen, die Diakoninnen, Organis-ten und Chorleiter. Nicht zu vergessen natürlich die vielen Ehrenamtlichen, die sich in Gruppen und Kreisen, in den Chören, in der Mini-Konfi-Arbeit und als Botschafter beim Verteilen des Gemeindebriefes einbringen. „Sie alle bitte ich: Gestalten Sie unsere Gemeinde mit, nur durch Sie und Euch alle haben wir eine Gemeinde und eine Gemeinschaft, die so bunt und vielfältig ist, und allen Altersgruppen ein Dach bietet“, sagte Elisabeth Wöbse ernst und sie versicherte den Angesprochenen: Eure Arbeit ist wichtig, wertvoll, ja segensreich!“