Sie würden sich immer wieder heiraten

Christa und Karl-Heinz Keck vor dem Kranz, den ihre Schwiegertochter für sie gebunden hat, mit dem offiziellen Gratulanten der Gemeinde Wedemark, dem stellvertretenden Bürgermeister Peter Reuter, der zugleich auch Ortsbürgermeister für Abbensen ist. Foto: A. Wiese
 
Das offizielle Hochzeitsfoto vom 22. November 1958. Foto: Privat

Christa und Karl-Heinz Keck aus Abbensen feierten diamantene Hochzeit

Abbensen (awi). Sie sind mit 80 beziehungsweise 78 Jahren noch ungemein rüstig und sie würden sich immer wieder heiraten: Am Donnerstag feierten Karl-Heinz und Christa Keck aus Abbensen diamantene Hochzeit. „Ich mochte ihn am liebs-ten, wenn er im Tor stand“, schwärmt Christa Keck noch heute von ihrem Ehemann, der 50 Jahre lang aktiver Fußballer beim MTV Schwarmstedt war. Kennengelernt hat die gelernte Schneiderin ihren Karl-Heinz allerdings auf dem Bahnhof in Hope. Der Jungwerker bei der Bahn arbeitete dort 1957, sie besuchte häufig ihre Schwester, die mit ihrem Mann in dem kleinen Häuschen direkt am Bahnhof wohnte. „Er hat mich dann gefragt, ob ich mit ihm ins Kino in Hope gehe. In der Gastwirtschaft auf dem Saal wurde einmal die Woche ein Film gezeigt und dort hat es dann gefunkt“, verrät Christa Keck. Welchen Film sie damals gesehen haben, das wissen beide nicht mehr. „Wir hatten wohl nur Augen füreinander“, vermutet die 78-Jährige schmunzelnd, während ihr Mann sich sicher ist, dass es „irgendwas mit Heide und Sonja Ziemann“ gewesen sein muss.
Der Schwarmstedter radelte jetzt noch öfter nach Hope, um seine
Liebste zu treffen und die Hannoveranerin bemühte sich, so oft wie möglich bei ihrer Schwester zu sein. „Er pfiff immer ganz laut, wenn er angeradelt kam, da hab ich ihn schon von weitem gehört“, schmunzelt Christa Keck. Geheiratet haben sie am 22. November 1958, „weil ich zuhause raus wollte“, sagt Karl-Heinz Keck, der in Schwarmstedt bei seinen Großeltern lebte. Beide brauchten damals für die Hochzeit die Erlaubnis der Behörden. „Ich musste mit meinen Eltern ins alte Rathaus nach Hannover und mir die Heirat genehmigen lassen und mein Mann brauchte eine amtliche Gestattung aus Fallingbostel“, erinnert sich Christa Keck. Der 22. November 1958 war ein Sonnabend. Erst wurde standesamtlich, dann kirchlich in St. Laurentius in Schwarmstedt geheiratet. „Ich hatte ein tolles Hochzeitskleid“, weiß Christa Keck noch heute. Mit rund 30 Personen habe man in einer Gastwirtschaft gefeiert. Ein Jahr lebte das junge Paar in einem Zimmer bei den Schwiegereltern in Hannover. Karl-Heinz Keck arbeitete erst als Linoleumverleger im Betrieb seines Schwiegervaters, ging dann zur Firma Benecke-Kaliko, wo er 40 Jahre bis zur Rente im Dreischichtbetrieb arbeitete. Von 1959 bis 1964 bezog das Ehepaar eine Neubauwohnung in Hannover, wo 1960 auch der Sohn geboren wurde, wechselte dann ab 1989 in sein ehemaliges Elternhaus in Schwarmstedt, das seiner Schwester gehörte. Doch dann wollten Kecks doch gerne ein eigenes Haus haben, machten sich auf die Suche und wurde in der Wedemark fündig. Hier hatte Christa Keck als Kind schon einmal gewohnt, in Meitze, als die Familie ausgebombt war. Doch ihre Mutter hatte es dann wieder in die Stadt gezogen. Ein Makler vermittelte ihnen das Haus in Abbensen, wo sie sich mittlerweile seit fast 30 Jahren sehr wohl fühlen. Sie teilen sich das Doppelhaus mit ihrem Sohn und der Schwiegertochter. Die beiden Enkel sind mittlerweile längst aus dem Haus und die Kecks bereits dreifach Urgroßeltern. Auch von Abbensen aus fuhr Christa Keck noch viele Jahre in das Kinderheim in Schwarmstedt, in dem sie 20 Jahre lang in der Hauswirtschaft gearbeitet hat. Ihren Führerschein hatte sie 1974 gemacht, noch vor ihrem Mann, um mobil zu sein. Und auch heute sitzt meistens sie am Steuer, wenn es zum Arzt oder zum Einkaufen geht. „Ich glaube, ich bin der einzige Rentner mit Chauffeur“, schmunzelt Karl-Heinz Keck vergnügt.
In ihrem Dorf Abbensen sind beide mittlerweile fest verwurzelt. Sie hat sich im DRK-Ortsverein engagiert, beide kegeln insgesamt in drei verschiedenen Kegelclubs. „Wir haben uns immer gegenseitig unseren Freiraum gelassen“, vermuten die diamantenen Jubilare in diesem Umstand ein Geheimnis ihrer langjährigen glücklichen Ehe. Er war fünf Jahrzehnte lang im Fußballverein aktiv, trainierte in zwei Vereinen die Jugendabteilung. Heute vertreibt er sich die Zeit mit Radtouren, Spaziergängen und seinem Garten. Früher sind beide auch viel mit dem Hund von Sohn und Schwiegertochter unterwegs gewesen.
Bereut haben sie es nie, in so jungen Jahren „Ja“ zueinander gesagt zu haben. „Es war die große Liebe und ist es immer noch“, sind sich beide einig. Wichtig sei, Meinungsverschiedenheiten vernünftig zu klären und jeden machen zu lassen, was er gerne macht. Natürlich hat es auch gemeinsame Reisen gegeben: zunächst mit dem Zug in die Berge in Deutschland und Österreich, dann mit der Gewerkschaft nach Italien – Venedig 1962 als nachgeholte Hochzeitsreise – und später auch oft nach Dänemark. „Ja natürlich, würde ich sie noch mal heiraten“, sagt Karl-Heinz Keck: „Sie kann gut kochen, ist liebenswert und hilfsbereit. “
Am vergangenen Donnerstag freuten sich die Jubilare über die Gratulation vom stellvertretenden Gemeindebürgermeister und Ortsbürgermeister Peter Reuter, der Urkunden auch vom Regionspräsidenten und Innenminister dabei hatte. Mit der Familie wird dann heute gefeiert – in der alten Heimat in Schwarmstedt.